tests/19-10-29_spl
 

SPL Director Mk2

29.10.2019 // Wolfgang Kemper

Aus der Redaktion erfuhr ich, dass mein Kollege Jürgen Saile vom SPL Phonitor XE Kopfhörer-Verstärker mit dem neuen DAC 768 Wandler-Modul ganz begeistert sei, wie Sie inzwischen ja auch lesen konnten. Nun steht bei mir das Vorverstärker-Pendant, der SPL Director Mk2, der in einigen Aspekten gleichartig ist.

Die SPL-Entwickler und Produktdesigner – federführend ist bei der Professional Fidelity-Linie Bastian Neu – verstehen es, ihre Voltair-Technologie in relativ kleinen Gehäusen unterzubringen. Dennoch findet man nicht nur alles Wichtige an Anschlüssen und Bedienelementen, sondern darüber hinaus noch einige Extras. Mit 278 Millimetern ist der Director Mk2 deutlich weniger breit als übliche Hifi-Komponenten. Es gibt ihn, wie alle Professional-Fidelity-Geräte, mit silberfarbener, schwarzer oder roter Front. Das Gehäuse ist stets schwarz. Hat man den Director Mk2 mit dem rückseitigen harten Netzschalter in den Stand-By-Modus gesetzt, leuchtet im Lautstärkeregler zentral auf der Front eine rote LED. Bringt man ihn dann mit dem kleinen, soliden Toggle-Kippschalter oben rechts in den Spielbetrieb, leuchten zusätzlich zwei VU-Zeigerinstrumente und eine alphanumerische Anzeige. Letztere tut den gewählten Eingang kund und bei den digitalen Eingängen auch die Auflösungs-Rate des anliegenden Musik-Signals. Die VU-Instrumente gibt es bei diversen SPL-Geräten, und sie sind schon beinahe so etwas wie markentypisch. Ihre Funktion liegt in der optischen Anzeige des Eingangs-Pegels. Die Empfindlichkeit kann um sechs oder zwölf Dezibel gesenkt werden, so dass die Zeiger entsprechend weniger heftig ausschlagen. Zudem bietet die Front einen Eingangs-Dreh-Wahlschalter für die beiden symmetrischen und vier unsymmetrischen analogen Eingänge sowie für die digitalen Schnittstellen: USB, AES/EBU, S/PDIF Cinch und Toslink. Der Wahlschalter lässt sich beliebig rundum betätigen, ist also nicht durch eine erste und letzte Position limitiert. So lassen sich die insgesamt zehn Eingänge im Handumdrehen direkt ansteuern und werden im Display mit roter Schrift angezeigt. Hinzu kommen noch die Positionen Mute, was bekanntlich den Vorverstärker stumm schaltet, und Remote. Diese ist zu benutzen, wenn der Director Mk2 für die Kommunikation mit einer beliebigen Infrarot-Fernbedienung programmiert werden soll. Er ist nämlich lernfähig und stellt sich auf eine Fernbedienung Ihrer Wahl ein.

Das Gehäuse des Director Mk2 ist höher als das seines Vorgängers
Das Gehäuse des Director Mk2 ist höher als das seines Vorgängers

Ein Tape-Monitor-Schalter überrascht auf der Frontplatte. Heute trifft man so etwas selten an. Tape Monitor ist hier nur vielleicht der Verbundenheit von SPL zum professionellen Studio-Aufnahme-Business geschuldet. Denn aktuell entwickelt sich auch unter Audiophilen zunehmend ein Interesse an hochwertigen Tonbandmitschnitten als Masterband-Kopien. Hat man also eine Bandmaschine in seiner Anlage, ist Tape der passende Anschluss und, wer weiß, vielleicht möchte man ja auch selber eine Aufnahme machen, eventuell den Mitschnitt eines Live-Konzertes aus dem Radio oder von einem TV-Sender. Hier kann ja beispielsweise das Signal eines über die optische Schnittstelle verbundenen Satelliten-, Kabel- oder DVBT2-Receivers anliegen. Ein zu Tape gehörender Taster rückseitig neben den Tape-Anschlüssen dient zum Absenken der Ausgangsspannung um zehn Dezibel. Dies wird eingangsseitig um den gleichen Wert kompensiert. Somit liegen bei Bandmaschinen mit empfindlichen Eingängen passende Pegel an und insgesamt treten keine Lautstärke-Abweichungen auf, es sei denn, sie entstehen in der Bandmaschine selber. Die Rückseite des Director Mk2 bietet zum Anschluss einer Endstufe ausschließlich einen symmetrischen XLR-Ausgang, den man jedoch problemlos auf Cinch reduzieren kann, wenn der angeschlossene Endverstärker mit einem Cinch-Kabel verbunden werden soll. Ein Paar Cinch-Ausgänge steht auch zur Verfügung. Dies ist jedoch nicht über den Lautstärkeregler beeinflussbar. Mit seinem fixen Pegel ist es vornehmlich zum Anschluss eines Kopfhörer-Verstärkers wie dem Phonitor XE, einem seiner Schwester-Modelle oder auch einem Fremdfabrikat gedacht.

Die VU-Instrumente zeigen die Pegel des gewählten Eingangs an
Die VU-Instrumente zeigen die Pegel des gewählten Eingangs an


  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.