Diapason Astera

17.10.2016 // Dirk Sommer

Die Astera arbeitet als Bassreflex-System. Allesandro Schiavi ist kein Verfechter des Bi-Wiring, entspricht mit diesem Terminal aber dem Wunsch seiner Kunden
Die Astera arbeitet als Bassreflex-System. Allesandro Schiavi ist kein Verfechter des Bi-Wiring, entspricht mit diesem Terminal aber dem Wunsch seiner Kunden

Momentan steht die Astera etwa einen Meter von der Rückwand entfernt. Diese Freiheit belohnt sie mit einer völligen Ablösung des musikalischen Geschehens von den Chassis. Wenn man die Augen schließt, kann man die Position der Boxen nicht lokalisieren. In dieser Disziplin hat die Diapason bauartbedingt sogar einen ganz leichten Vorteil gegenüber meiner LumenWhite. Deswegen traue ich mich, ihr versuchsweise ein wenig ihrer Freiheit zu nehmen und rücke sie etwa 30 Zentimeter näher an die Rückwand. Das quittiert sie erfreulicherweise hauptsächlich mit etwas mehr Tieftonenergie. Die Abbildung leidet unter der Zurücksetzung im wahrsten Sinne des Wortes kein bisschen: Es ist durchaus angenehm, ein wenig mehr Abstand zu dem Schallwandlern zu haben, hinter denen sich bei entsprechenden Aufnahmen eine beeindruckend tiefe Bühne erstreckt. Die Astera erweist sich als alles andere als aufstellungskritisch. Zwar kann man das ein oder andere Kriterium durch die Platzierung noch optimieren. Ein Großteil ihrer beträchtlichen Fähigkeiten offenbart sie aber ganz spontan, ohne allzu viele Feintuning.

Die Spule mit Eisenkern soll selbst bei hohen Pegeln Kompressionseffekte verhindern. Die Kondensatoren lässt Diapason von MCE für sich fertigen
Die Spule mit Eisenkern soll selbst bei hohen Pegeln Kompressionseffekte verhindern. Die Kondensatoren lässt Diapason von MCE für sich fertigen

Das bewahrheitet sich auch wieder, nachdem die Lautsprecher aus dem Fotostudio zurückgekehrt sind. Selbst bei einem Abstand von weniger als 50 Zentimeter zur Rückwand eröffnen sie weite imaginäre Räume und verwöhnen mit einem ungemein wohligen Tieftonbereich: Bei Stevie Ray Vaughns „Tin Pan Alley“ rollt der E-Bass sonor und knarzend, und auch Gitarre und Schlagzeug ziehen einen sofort dank anspringender Dynamik in ihren Bann. Die satten Klangfarben und die Intensität der Stimme bräuchte ich ja eigentlich gar nicht mehr zu erwähnen: Dass die Astera in diesen Disziplinen ein Ausnahmetalent ist, klang ja zumindest schon mal an. Vielleicht komme ich später ja noch einmal auf ein Stück zurück, in denen diese Fähigkeiten gefragt sind. Aber mich begeistert ein einzelner Kontrabass mehr als jede noch so einschmeichelnde Stimme. Und deswegen rufe ich Dave Hollands Solo-Album All Is One vom Melco NAS ab. Ich wollte mir über die Astera ja die ersten drei Songs inklusive der Charles-Mingus-Komposition „Pork Pie Hat“ gönnen. Aber die Diapason stellt den Bass so glaubhaft groß in den Hörraum, reproduziert das Atmen Hollands sowie Griff- und Saitengeräusche so fein, ohne sie den Vordergrund zu rücken, und vereint auch im Tiefbass Wucht und Kontrolle so gekonnt, dass aus den geplanten drei Songs sechs werden: Bei „Jumpin' In“ bezaubert die Astera vor allem in den extrem schnellen Passagen, in denen Holland seine Virtuosität aufblitzen läßt, mit Tiefgang und Präzision, „Reminiscence“ schwelgt in warmen Klangfarben und „Mr. P.C.“ lebt von seinem unwiderstehlichen Groove. Auch rhythmisch lässt die Astera nichts anbrennen.

Um diesen Artikel nicht ausufern zu lassen, habe ich mich bei der Bildauswahl vom Firmenbesuch auf die Fotos aus der Schreinerei beschränkt. Denn das Verlöten von Frequenzweichen kann man auch anderswo sehen, aber nur schwerlich eine solch Holzverarbeitung. Hier werden übrigens zugeschnittene Bretter abgelagert
Um diesen Artikel nicht ausufern zu lassen, habe ich mich bei der Bildauswahl vom Firmenbesuch auf die Fotos aus der Schreinerei beschränkt. Denn das Verlöten von Frequenzweichen kann man auch anderswo sehen, aber nur schwerlich eine solch Holzverarbeitung. Hier werden übrigens zugeschnittene Bretter abgelagert


  • BETONart-audio SYNO supreme

    Zurück in die Zukunft oder voran in die Steinzeit? Jörg Wähdel, der Chef und Gründer von BETONart-audio macht das Beste daraus und hat sich bei seinen Lautsprechersystemen für beide Wege entschieden. Die SYNO supreme gibt es erst seit September dieses Jahres, das Basismodell SYNO ist seit zwei Jahren auf dem Markt. In den achtziger Jahren gab es einen Werbeslogan für Beton: Es kommt darauf an, was man daraus macht. Das gilt auch heute noch. Wähdel…
    07.12.2018
  • AudioSolutions Figaro S

    AudioSolutions Flaggschiff, die „Jubiläums-Vantage“ zum fünfjährigen Firmenbestehen, ist in meinen Augen schon jetzt eine Ikone – leider für mich in naher Zukunft unbezahlbar. Glücklicherweise darf ich in diesem Test einen erschwinglichen Vorgeschmack mit dem Figaro S aus der neusten Serie der litauischen Lautsprecherschmiede erleben. Zur Abwechslung mal ein Lautsprecher, der sich auch ohne die Hilfe einer Spedition, von einem Haufen Freunde bei der Aufstellung und eines Bankkredits ins heimische Wohnzimmer schaffen lässt. Der Figaro S…
    26.11.2018
  • Bohne Audio BB-12

    Das größte Bohne Audio System BB18 begeisterte mich auf der High End, das zweitkleinste, die BB-10 habe ich bereits getestet. Genau in der Mitte der Bohne Audio Angebotspalette positioniert sich die BB-12. Das dürfte sie für viele High-Ender besonders interessant machen. Nachdem ich im Frühjahr eines der beiden Einstiegsmodelle von Jörg Bohne, dem Chef von Bohne Audio testen konnte, faszinierte mich auch sein Topmodell auf der diesjährigen High End. Von den unzähligen Sessions, die ich…
    13.11.2018
     
  • BLOCKAUDIO Shelf Block

    Recently, the new BLOCKAUDIO Shelf Block loudspeakers have been presented at the High End show in Munich. Not very surprisingly, that from there they found their way straight into my listening room. The High End in Munich had ended just a few hours before, and the BLOCKAUDIO team, Jiri Nemec and Daniel Oudes, brought their latest creation directly afterwards to my home. BLOCKAUDIO is known to our readers particularly because of their spectacular pre/power amp…
    24.08.2018
  • Q Acoustics Concept 500

    Meine erste Begegnung mit Q Acoustics fand auf der diesjährigen High End statt. Einige Wochen später hat der Concept 500, das zwei-Wege-Flaggschiff des britischen Herstellers, seinen Weg zu mir gefunden. Es gilt herauszufinden, ob der gute erste Eindruck, den diese Marke bei mir hinterlassen hat, bestehen bleibt. Der Concept 500 ist nicht einfach nur irgendein Lautsprecher, sondern durch und durch bis in das letzte Detail durchdacht und kompromisslos umgesetzt. So vereint er das geballte Wissen…
    06.08.2018
  • BLOCKAUDIO Shelf Block

    Vor kurzem wurden die neuen BLOCKAUDIO Shelf Block Lautsprecher noch auf der High End in München vorgestellt. Von dort fanden sie ihren Weg direkt in meinen Hörraum. Die High End in München endete erst wenige Stunden vorher und schon brachte das BLOCKAUDIO-Team, Jiri Nemec und Daniel Oudes, ihre neueste Schöpfung zu mir nach Hause. BLOCKAUDIO kennen unsere Leser bisher vor allem durch deren sensationelle Vor-Endstufenkombination, die Dirk Sommer im Vorjahr sicher zurecht als Verstärker-Entdeckung des…
    19.06.2018
 
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen