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Dynaudio Special Forty

28.08.2017 // Wolfgang Kemper

Die verstellbaren Spikes sollte man nutzen. Unterlegscheiben schonen den Boden
Die verstellbaren Spikes sollte man nutzen. Unterlegscheiben schonen den Boden

Mit dem Audia Flight FLS 10 offenbart sich deutlich, was ich erhofft hatte – und dies sogar noch in überraschend ausgeprägtem und erfreulichem Maße. Der Audia Flight hat die Spezial Forty richtig gut im Griff. Die Beiden können hervorragend miteinander. Gregory Porter singt jetzt noch mit erheblich mehr Energie, wirkt eine Spur schlanker im Grundton, was mir zusagt. Vor allem ist es die Detail-Zeichnung, die klar zulegt. Dies geht zusammen mit einer verbesserten, präziseren Strukturierung der Bühne, die sich nach hinten noch mehr öffnet, aber nicht in einer unrealistischen Endlosigkeit verendet. Das war zwar schon mit der Spectral gut, wenn auch nicht so überzeugend ausgeprägt, und ist deshalb sicher überwiegend der Qualität der Dynaudio geschuldet. Der Audia Flight kann ihr Darstellungs-Vermögen einfach noch besser nutzen. Mit ihm liegt eine ungeheure Spannung in der Musik, die diese fesselnde Begeisterung auslöst, die nur absolut stimmigen Kombinationen gelingt. In den mittleren und oberen Tonlagen ist die Jubiläums-Dynaudio in puncto Auflösung und Klangfarbe meinen riesigen und teuren Triangle Grand Concert keinesfalls unterlegen. Vorwiegend im Bass kommen die über 50.000 Euro Mehrpreis für meine Boliden zum Tragen. Niemand würde ernsthaft erwarten, dass so ein kleinvolumiger, eleganter Lautsprecher im Tiefbass mit derart großen Boxen gleichzieht. Die Frage ist nur, worauf ich verzichten muss. Dies beantwortet der tägliche Umgang mit der Dynaudio. Ich habe früh morgens vor dem Frühstück, tagsüber und spät abends gehört. Dazu kam entsprechend meiner Stimmung unterschiedlichste Musik, digital wie analog. Zu jeder Tageszeit begrüßte mich die Special Forty mit einem angenehm ansprechend Klang, der mir Spaß machte, weiter in die Musik einzutauchen. Die Special Forty gehört zu der Spezies, die keine Nervigkeit generiert, wenn man sich mal etwas weniger entspannt vor die Anlage setzt. Gerade daran lässt sich die Qualität von Lautsprechern – und auch anderen Komponenten – festmachen. Wünschenswert ist eben, dass sie geeignet sind, jederzeit für Entspannung und Genuss zu sorgen. Genau dies garantiert die Dynaudio in höchstem Maße. Tiefbass vermisse ich nicht, weder bei klassischen Stücken noch bei Jazz-Titeln.

Die auf massivem Aluminium monierten Anschlüsse nehmen keine Mehrfach-Verkabelung auf
Die auf massivem Aluminium monierten Anschlüsse nehmen keine Mehrfach-Verkabelung auf

Eine meiner aktuellen Standard Test-CDs ist das Album Companion von Patricia Barber in der MFSL-Version. In einer ausführlichen Hörsitzung mit meinem Freund waren wir der Auffassung, hier wäre etwas mehr Luftigkeit und Hochton-Energie zu wünschen. Das ist eine typische Situation, wo man das verwendete Lautsprecherkabel hinterfragt und austauscht, um dessen Einfluss zu verifizieren. Bei klassischer Musik und Jazz von kleinen Ensembles wie Jimmy Giuffre 3, ECM 849644-1 mit Jimmy Giuffre an der Klarinette, Paul Bley am Piano und Steve Swallow am Kontrabass, machte das JIB Boaacoustic Argon Lautsprecherkabel einen exzellenten Eindruck. Besonders schwierige, orchestrale Werke wie die Orgelsymphonie von Camille Saint-Saëns mit den Bostoner Symphonikern unter Leitung von Charles Munch konnte die Special Forty in Verbindung mit dem Argon bravourös wiedergeben. Das Orchester klang nie eingeengt oder gar harsch. Um nun Patricia Barber gerecht zu werden, ersetzte ich das Argon durch das teure Shunyata Andromeda. Das tat ihrem Auftritt wirklich gut. Die Musik spielte deutlich offener und freier, wie entfesselt. Das faszinierte und zog uns in den Bann. Nur mit der Orgel-Symphonie ging es gar nicht. Da überzeichnete das Shunyata in den oberen Tonlagen und verlieh dem Klangbild eine unangenehme Härte. Das Orchester klang gepresst. Mein gern genutztes Real Cable kam nicht zum Einsatz, weil die Special Forty kein Bi-Amping-Anschlussfeld besitzt. So nahm ich eines der QED Silver Spiral, mit denen meine Triangle verbunden ist. Das entpuppte sich als goldrichtig. Patricia Barbar behielt ihren dynamischen, weiträumigen und mit nuancierten Klangfarben inszenierten Live-Charakter. Die Musiker spielten zum Greifen nahe. Die Bostoner Symphoniker boten das mächtige Werk des französischen Komponisten mit beeindruckender Wucht dar. Dabei ließen sich die Melodien einzelner Instrumente oder Gruppen sehr schön und ohne Anstrengung verfolgen. Frei und großartig stand der üppige Klangkörper im Raum.

Dynaudios aufwändige Weiche macht Bi-Wiring oder Bi-Amping wohl auch überflüssig
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