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Chord BLU MkII, Teil 2

20.10.2017 // Dirk Sommer

Ein Filter mit einer Million Taps zu realisieren, ist genauso unmöglich, wie zu sagen, ich reise mal eben zu Alpha Centauri und bin am Nachmittag zurück, glaubte Rob Watts. Für den Chord BLU MkII programmierte er nun ein solches Filter. Aber für die Tagesreise ins All hat er noch keine Lösung.

Deshalb traf ich ihn dann auch nicht auf besagtem Planeten, sondern im Pump House in Maidstone. Am liebsten hätte ich mir ja schon vor der Beschäftigung mit seinem famosen BLU MkII, einem als CD-Laufwerk verkleideten, einzigartigen Up-Scaler, dessen technische Besonderheiten erklären lassen. Da es so gut wie unmöglich war, in Rob Watts' Terminkalender Platz für einen Abstecher nach Gröbenzell zu finden, besuchte ich ihn zusammen mit G8-&-Friends-Geschäftsführer Olaf Adam, der sich in Deutschland um den Vertrieb von Chord kümmert, am Sitz der Elektronik- und Digital-Spezialisten. Firmenchef John Franks hatte das Gebäude eines alten Pumpwerks 1997 erworben und komplett für seine damals noch junge Firma renovieren lassen. Als ich ein Jahr später das damals vor allem für seinen Endstufen im professionellen Bereich bekannte Unternehmen besuchte, waren dort acht Mitarbeiter beschäftigt. Inzwischen sind es 35! Dabei werden die Platinen von Subunternehmern bestückt und auch die aus dem Vollen gearbeiteten Gehäuse stammen von britischen Zulieferern. Nur die Endmontage und Prüfung der Geräte findet nach wie vor in Handarbeit im Pump House statt. Die Fertigung des sehr erfolgreichen Mojo ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt, denn die hat ein Subunternehmer in der Nachbarschaft komplett übernommen. Aber auch das verhindert nicht, dass beim Hugo 2 und beim BLU MKII die Anzahl der Aufträge noch immer die der verfügbaren Geräte übersteigt: Es kommt zu – wenn auch moderaten – Lieferzeiten.

Hier ein BLU MkII noch ohne CD-Laufwerk
Hier ein BLU MkII noch ohne CD-Laufwerk

Aber ich war nicht für einen Firmenbericht nach Maidstone gereist – die Bilder in diesem Artikel dürften trotzdem einen recht guten Eindruck des Pump House vermitteln –, sondern um von Rob Watts mehr über seinen in Anspielung auf die Million Taps „M Scaler“ genannten Up-Sampler zu erfahren. Wie im ersten Teil des Artikels nachzulesen war, rechnet dieser sowohl die Signale vom CD-Laufwerk als auch solche, die mit 44,1 Kilohertz oder einem Vielfachen davon am USB-Eingang ankommen, auf bis zu 705,6 Kilohertz hoch – bei 48 Kilohertz oder einem Vielfachen dieses Wertes sind es dann entsprechend 768 Kilohertz. Darüber, dass das Up-Scaling selbst ganz normalen CDs oder 44,1-Kilohertz-Files einen bisher nicht gehörten Live-Charakter entlockt, habe ich bei der klanglichen Beschreibung des BLU MkII ja schon ausgiebig geschwärmt. Ich kann Ihnen nur dringend empfehlen, den Up-Scaler egal, ob mit CD oder über USB selbst einmal zu hören.

Der Xilinx XC7A200T, dessen enorme Rechenleistung ein Filter mit einer Million Taps und ein Up-Scaling auf auf über 700 Kilohertz erst möglich macht, konsumiert signalabhängig bis zu 10 Ampere
Der Xilinx XC7A200T, dessen enorme Rechenleistung ein Filter mit einer Million Taps und ein Up-Scaling auf auf über 700 Kilohertz erst möglich macht, konsumiert signalabhängig bis zu 10 Ampere


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