tests/17-09-18_chord
 

Chord BLU MkII, Teil 1

18.09.2017 // Dirk Sommer

Der Beschäftigung mit dem BLU MkII habe ich seit seiner Vorstellung bei den Norddeutschen Hifi-Tagen entgegengefiebert. Nicht etwa, weil ich reumütig zur Fraktion der CD-Hörer zurückgekehrt wäre. Auch wenn der BLU auf den ersten Blick ausschaut wie ein CD-Laufwerk, liegen seine Werte im Inneren: Für mich ist er der momentan spannendste Upscaler überhaupt.

Das hat natürlich auch damit zu tun, dass der BLU MkII perfekt zu Chord Electronics' Wandler DAVE passt, der mich bei seinem Test klanglich derart beeindruckte, dass ich schließlich trotz aller guten Vorsätze, so schnell nicht wieder in kurzlebige Digital-Technik zu investieren, einen DAVE erwarb. Abgesehen von der Befürchtung, dass es bald noch leistungsfähigere FPGAs geben wird, mit denen Rob Watts, der schon seit Jahren für die Entwicklung von allen Chord DACs verantwortlich ist, dann einen noch besseren Wandler konstruieren könnte, lebe ich seitdem in Sachen Wandler glücklich und zufrieden. In den Ausführungen zu seinem DAC hatte Rob Watts postuliert, dass es sein Ziel sei, ein Filter mit einer Länge von mindesten einer Million Taps – beim DAVE sind es „nur“ 164.000 Taps – zu realisieren, um Transienten möglichst realitätsnah wiedergegeben zu können und der rein analogen Musikreproduktion noch ein Stückchen näher zu kommen. Womit ich in diesem Artikel keinesfalls die alte Diskussion „analog versus digital“ wiederbeleben möchte. Darin müsste dann ja nicht nur eine Bewertung der klanglichen Nachteile der mechanischen Kopiererei im Presswerk, sondern auch eine Betrachtung der Qualität der Analog-Digital-Wandlung einfließen. Dazu sei lediglich angemerkt, dass Rob Watts noch in diesem Jahr den Prototypen seines ADCs fertigstellen will. Man darf gespannt sein.

Da die Eingangswahl – CD-Laufwerk, USB- oder BNC-Anschluss – automatisch erfolgt, wirkt die Geräteoberfläche sehr aufgeräumt
Da die Eingangswahl – CD-Laufwerk, USB- oder BNC-Anschluss – automatisch erfolgt, wirkt die Geräteoberfläche sehr aufgeräumt

Inzwischen hat unter Musik- und Technikbegeisterten die Glaubensfrage „CD oder Streaming“ die alte Analog-Digital-Diskussion abgelöst. Den Kollegen Jürgen Saile interessiert Musik von der Festplatte nicht einmal aus Gründen der Bequemlichkeit, Wolfgang Kemper ist für beides offen, hat sich aber – soweit ich weiß – noch nicht endgültig festgelegt. Roland Dietl kann ich mir nur schwerlich ohne seine Laptops mit einer CD hantierend vorstellen und ich habe mich einmal für Festplatten entschieden und diesen Entschluss inzwischen nicht wieder in Zweifel gezogen. Aber egal, ob Musik von der CD oder der Festplatte: Der BLU MkII ist für die Anhänger beider Lager gleich interessant. Denn im BLU arbeitet ein Field Programmable Gate Array, mit dem sich ein Filter mit der magischen Million Taps realisieren lässt, der Xilinx XC7A200T. Er verfügt über die nötige Rechenleistung, braucht für seine hochkomplexen Berechnungen aber bis zu zehn Ampere Strom bei einer Betriebsspannung von fünf Volt. Dabei ist die Bereitstellung von 50 Watt für ein Netzteil kein Problem. Viel schwieriger ist es, für den FPGA und sein Schaltungsumfeld trotz stark schwankenden Strombedarfs stabile Arbeitsbedingungen zu schaffen. Und deswegen hat es Rob Watts vorgezogen, den Upscaler nicht mit dem Wandler in ein und demselben Gehäuse mit demselben Netzteil unterzubringen. So kann der FPGA im DAVE vom Leistungshunger des Xilinx XC7A200T unbehelligt seine Aufgabe als D/A-Wandler ausführen, während der Xilinx im BLU für das Upscaling sorgt.

Der magnetisch zentrierte Puck ist im Deckel des CD-Fachs befestigt
Der magnetisch zentrierte Puck ist im Deckel des CD-Fachs befestigt


  • Chord Hugo TT 2 mit Chord M Scaler

    Eigentlich hätte ich es wissen können: Die Vorliebe unseres Chefredakteurs für die Wandler von Chord ist hinlänglich bekannt und meine Begegnung mit dem kleinen Hugo 2 war alles andere als unangenehm. Aber dass der neue Hugo TT 2 bei mir einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen könnte, habe ich dann doch nicht erwartet. In der Chord internen DAC-Hierarchie rangiert der Hugo TT 2 zwischen dem Top DAC Dave und dem kleineren, tragbaren Hugo 2. Während der…
    02.04.2019
  • The Chord Company Signature XL

    Wie im Artikel über den Besuch bei der Chord Company bereits versprochen, folgt nun der Testbericht über die Neuauflage der legendären Signature-Reihe. Während der Entwicklung der ChordMusic-Serie gemachte Erfahrungen und Erkenntnisse inspirierten zum Signature XL. Es markiert eine neue Qualitätsstufe innerhalb der Signature-Serienhistorie. Den Vertriebschef von DREI H, dem deutschen, in Hamburg ansässigen Vertrieb von the Chord Company – und Melco –, erkenne ich bei unserem Treffen sofort. Das Erkennungszeichen: die Tragetasche mit The-Chord-Company-Aufdruck. Praktisch.…
    28.12.2018
  • Playback Designs Merlot DAC und Syrah Server

    Wie wäre es mit einer Server-Wandler-Kombination, die praktisch alle Formate und Abtastraten problemlos abspielen kann, ihren ganz eigenen klanglichen Charakter hat und obendrein noch einfach zu bedienen ist? Interessiert? Dann erkunden Sie doch gemeinsam mit mir den DAC Merlot mit dem dazu passenden Server Syrah von Playback Designs. Der Merlot ist das Herzstück der Sonoma Serie von Playback Designs, der die anderen Geräte aus dieser Linie, den Syrah Musik-Server, den Analog-Digital-Wandler-Pinot sowie die OpBox zum…
    15.10.2018
     
  • Ein Besuch bei der Chord Company

    In den letzten Monaten hatten Kollegen immer mal wieder Interesse an einem Kabel aus dem umfangreichen Chord-Portfolio bekundet. Aber Mika Dauphin, der Chef des in Deutschland für Chord zuständigen Drei H Vertriebs, hatte alle Anfragen abschlägig beschieden und stattdessen einen Besuch in Südengland vorgeschlagen: Und das war gut so. Doch bevor ich Ihnen verrate warum, möchte ich – nicht zuletzt, weil selbst einem unserer Autoren die Tatsache nicht präsent war – noch einmal ausdrücklich darauf…
    10.10.2018
  • artistic fidelity arfi-dac2xt

    Dieser D/A-Wandler der gehobenen Preisklasse kommt ohne verchromte Frontplatte aus, trägt weder den Namen eines Komponisten noch den einer Gottheit, sondern heißt schlicht: arfi-dac2xt. Er besitzt keinen der vertrauten AES/EBU-, S/PDIF- und USB-Eingänge, akzeptiert PCM nur bis 192 Kilohertz und kein DSD. Wirklich spannend! Das ist übrigens nicht im mindesten ironisch gemeint: Denn der dac2 aus artistic fidelitys XT-Serie kann mit einer Reihe hochinteressanter, weil eigenständiger Lösungen aufwarten. Sein Entwickler Ralf Koschnicke nimmt keine Rücksicht…
    21.08.2018
  • B.audio B.dpr

    Als sich das Team des noch jungen Unternehmens B.audio zum Besuch in der Redaktion bei Hifistatement ankündigte, waren Dirk Sommer und ich in freudiger Erwartung. Denn mit im Gepäck hatten Sie ihr Erstlingswerk, einen klassischen Digital-Analog-Wandler, der „klanglich das ‚Digital‘ aus Digital-HiFi entfernen soll“. Wir freuen uns immer, wenn Unternehmen uns ihre Geräte zum Test anbieten. Bei Newcomern sind wir hier immer offen, aber auch kritisch und mitunter etwas skeptisch, wenn besondere Versprechungen gemacht werden.…
    30.04.2018
 
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen