artistic fidelity arfi-dac2xt

21.08.2018 // Dirk Sommer

Intern ist der arfi-dac2xt weitestgehend modular aufgebaut: Die digitalen Eingangsmodule, die Clock plus Clockverteilung, das Digital- und das Analogteil des DAC, die Lautstärkeregelung, die symmetrischen Ausgangsverstärker und der unsymmetrische Zusatzausgang sitzen alle voneinander separiert, solide verschraubt auf einem großen Mainboard, das gleichzeitig auch die Versorgungsspannungen verteilt. Das Netzteil ist in einem eigenen Metallgehäuse gekapselt. Danach folgt eine aufwändige, mehrstufige Gleichstrom-Spannungsversorgung. Die zweite Stufe generiert getrennt die Spannungen für die analogen Verstärkerschaltungen, den Analogteil der Wandlerboards und alles Digitale – strickt voneinander getrennt.. Auf den Wandlerboards und den digitalen Baugruppen sitzen dann nochmal lokale Spannungsaufbereitungen für den jeweils eigenen Bereich. Dass macht zusammengenommen 21 Stufen in drei Ebenen und schafft dadurch eine hohe Unabhängigkeit der verschiedenen Baugruppen untereinander. Die digitalen Signalverbindungen und die Clock-Verteilung entspricht den High-Speed-Standards, die von SATA-Festplatten bekannt sind: Was im Computer Datenraten von sechs Gigabyte pro Sekunde zulässt, sollte bei Audio und seinen im Vergleich dazu sehr niedrigen Taktraten bis knapp unter 50 Megahertz in Sachen Jitter über jeden Zweifel erhaben sein, merkt der Entwickler dazu an.

Die Wandler-Chips stammen von Burr-Brown
Die Wandler-Chips stammen von Burr-Brown

Wie erwähnt war Ralf Koschnicke mit A/D-, D/A-Wandler, dem Musikserver und dem USB-Wiedergabeinterface nach Gröbenzell gekommen. Wir haben dann im meinem Hörraum den Wandler über drei Lichtleiter mit dem Server verbunden, zum Warmwerden unter Strom gesetzt und einige meiner Testalben auf die SSD-Platten des arfi-muse2xt überspielt. Nach Stunden intensiven Meinungsaustausches unter freiem Himmel sind wird dann schließlich doch in das von den Verstärkern nett vorgewärmte Arbeitszimmer gegangen und haben erst kurz meine Digitalkette und schließend das arististic-fidelity-Duo gehört. Trotz des nicht unbeträchtlichen Preisunterschiedes fehlte mir bei den Acousence-Komponenten nicht das mindeste. Sie beeindruckten zwar nicht in der ein- oder anderen Einzeldisziplin, sondern nahmen mich schon bei den ersten Tönen mit ihrer enorm stimmigen und klangfarbenstarken Spielweise für sich ein. Die Wiedergabe schien von technischen Artefakten und auch dem geringsten Anflug von Härte befreit. Erfreulicherweise standen die Geschlossenheit der Präsentation und der musikalische Fluss nicht im Gegensatz zu Spielfreude und Emotionalität. Schon jetzt steht für mich fest, dass die artistic fidelity für Musikfreunde die perfekte Wahl sein könnten, die nicht mit Filtern experimentieren möchten und sich nicht von einem – vielleicht nur kurzfristig faszinierenden – Klangspektakel blenden lassen.

Die beschrifteten Lundahl-Übertrager nehmen sich des Signals der Analog-Eingänge an. Das mit Kupferfolie geschirmte Kabel verdeckt den Raum zwischen den beiden darunter liegenden größeren Lundahl-Übertragern, die für die Strom/Spannungs-Wandung nach den DAC-Chips zuständig sind
Die beschrifteten Lundahl-Übertrager nehmen sich des Signals der Analog-Eingänge an. Das mit Kupferfolie geschirmte Kabel verdeckt den Raum zwischen den beiden darunter liegenden größeren Lundahl-Übertragern, die für die Strom/Spannungs-Wandung nach den DAC-Chips zuständig sind

An dieser Einschätzung ändert sich auch wenig, wenn der arfi-dac2xt seine Daten vom Melco N1ZH/2 über den Aries Femto und das USB-Lichtleiter-Modul statt vom muse2xt an den arfi-optical-USB-Eingang geliefert bekommt. Um nicht die Plattitüde vom „analogen Klang“ zu bemühen, versuche ich es einmal andersherum: Der Wiedergabe des arfi haftet so gut wie nichts von dem an, was man gemeinhin mit CDs oder höher aufgelösten digitalen Files verbindet. Im direkten Vergleich punktet der Chord Electronics DAVE mit einem vor allem in der Tiefe minimal weiter ausgedehnten Raum. Das mag allerdings auch daran liegen, dass er den Hochtonbereich minimal stärker betont, als dies der arfi tut. Der präsentiert die hohen Frequenzen einen Tick geschmeidiger und sanfter, einfach eine Spur weniger technisch. Bisher habe ich den dac2xt mit seinem USB-Lichtleiter-Modul so betrieben, wie er ausgeliefert wird. Dabei bezieht das Lichtwellenleiter-Modul seine Energie über die USB-Verbindung vom Aries Femto. Die Spannung dürfte hier nicht ganz so stark verunreinigt sein wie etwa die aus einem Laptop. Da das USB-Modul über eine Buchse für eine externe Stromversorgung verfügt, probiere ich einmal ein SBooster-Netzteil aus der ersten Baureihe aus. Das ermöglicht es dem arfi, die Illusion eines noch etwas größeren Raumes zu schaffen, mit einer Spur mehr Spielfreude zu Werke zu gehen und ein Stückchen offener zu klingen. Auch das ein oder andere Detail tritt nun stärker in den Blickpunkt. Da der Preis für das Netzteil damals deutlich unter 200 Euro lag, eine ähnliche klangliche Verbesserung durch ein Kabel aber eine höhere Investition verlangte, kann ich allen arfi-Besitzern nur empfehlen, einmal mit einer linearen Stromversorgung zu experimentieren.


  • Playback Designs Merlot DAC und Syrah Server

    Wie wäre es mit einer Server-Wandler-Kombination, die praktisch alle Formate und Abtastraten problemlos abspielen kann, ihren ganz eigenen klanglichen Charakter hat und obendrein noch einfach zu bedienen ist? Interessiert? Dann erkunden Sie doch gemeinsam mit mir den DAC Merlot mit dem dazu passenden Server Syrah von Playback Designs. Der Merlot ist das Herzstück der Sonoma Serie von Playback Designs, der die anderen Geräte aus dieser Linie, den Syrah Musik-Server, den Analog-Digital-Wandler-Pinot sowie die OpBox zum…
    15.10.2018
  • artistic fidelity isolator und USB-Audio-Interface

    Vor kurzem hat sich Dirk Sommer ausführlich mit dem arfi-dac2xt von artistic fidelity beschäftigt und ihn als Überraschung des Jahres bezeichnet. Ein Alleinstellungsmerkmal dieses Gerätes ist das „arfi-optical“-Konzept. Grund genug für mich, sich mit dem externen USB-Modul zum Anschluss beliebiger Digitalquellen im Zusammenspiel mit dem afi, einem reinen Digitalinterface, noch einmal ausführlich zu beschäftigen. Will man seine Musiksammlung digital verwalten und speichern, kommt man ohne einen Computer in irgendeiner Form nicht aus. Aus klanglicher Sicht…
    28.09.2018
  • B.audio B.dpr

    Als sich das Team des noch jungen Unternehmens B.audio zum Besuch in der Redaktion bei Hifistatement ankündigte, waren Dirk Sommer und ich in freudiger Erwartung. Denn mit im Gepäck hatten Sie ihr Erstlingswerk, einen klassischen Digital-Analog-Wandler, der „klanglich das ‚Digital‘ aus Digital-HiFi entfernen soll“. Wir freuen uns immer, wenn Unternehmen uns ihre Geräte zum Test anbieten. Bei Newcomern sind wir hier immer offen, aber auch kritisch und mitunter etwas skeptisch, wenn besondere Versprechungen gemacht werden.…
    30.04.2018
     
  • Advance Acoustic WTX-Microstream

    Ein Netzwerk-Streamer inklusive Digital-Analog-Wandler für kleines Geld kann durchaus mehr bieten als man dies auf den ersten Blick glauben mag. Der Advance Acoustic WTX-Microstream ist vielseitig im Hinblick auf die erreichbaren Portale und zudem beinahe unsichtbar. Auf den ersten Blick mag man diesem kleinen Teil nicht viel zutrauen. In der Blister-Verpackung nehmen die drei Netzsteckeradapter für die unterschiedlichen internationalen Steckdosen jeweils ungefähr den gleichen Platz ein wie das Steckernetzteil und der WTX-Microstream selber. Der für…
    06.04.2018
  • Mytek Liberty DAC

    Mytek bringt schon seit vielen Jahren die Technologie aus den Tonstudios in die Hi-Fi-Zimmer der digital hörenden Anhängerschaft. Der neuste Digital/Analog-Wandler Liberty DAC nimmt nur 1/3 Rackbreite in Anspruch. Die Breite ist zwar zu Hause weniger relevant, dafür aber umso mehr seine klanglichen Eigenschaften. Frisch in New York erdacht und in Polen gebaut, reiht sich der Liberty als kleinster stationärer DAC in das Herstellerportfolio von Mytek ein. Er nutzt den bereits in der ersten Generation…
    23.03.2018
  • Rockna Wavedream NET und Signature DAC

    Bisher habe ich mich nur einmal kurz mit der hochinteressanten roon-Software auseinandergesetzt. Rocknas NET Server läuft mit roon und die Beschäftigung mit dem Wavedream Edition DAC vor beinahe zwei Jahren hat wirklich Spaß gemacht: zwei Gründe also, um Tom Habkes Angebot für einen Test von Roknas Wavedream NET und Signature DAC freudig anzunehmen. Auch wenn meine erste Begegnung mit roon sich nicht in einem Artikel niedergeschlagen hat, weil der DAC, der über Ravenna mit dem…
    08.01.2018
 
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen