tests/18-09-24_lab12
 

Lab12 Gordian

24.09.2018 // Wolfgang Kemper

Als wichtige Basis-Information zeigt der Gordian seine Polarität und Erdung an. Deren Richtigkeit soll man prüfen, bevor eine Komponente an einen der sechs Ausgänge angeschlossen wird. Ist die Polarität des Gordian falsch, steckt man seinen Netzstecker um. Wie schön wäre es doch, würde er auch Polarität und Erdung aller angeschlossenen Komponenten erkennen und benennen. Das macht er leider nicht. Ich bin davon überzeugt, dass Stratos Vichos von Bestellungen geradezu überschüttet würde, täte der Gordian auch dieses. Also ist es von großer Wichtigkeit, alle Geräte phasenrichtig anzuschließen. Der heiße Kontakt der Schuko-Dosen ist, von vorn betrachtet; stets rechts. Ich habe einmal versehentlich meine Spectral-Endstufe falsch angeschlossen. Das führte zu einem deutlich vernehmbaren Qualitätsverlust in Puncto Hochton-Intensität und Auflösung. Würde ein Problem mit der Erdung angezeigt, sollte man dem Gordian für die Aufdeckung dieses Defektes sehr dankbar sein und einen Elektriker das Stromnetz prüfen lassen.

Der EMI-Wert erscheint in Millivolt
Der EMI-Wert erscheint in Millivolt

Mit dem linken Stellknopf auf der Front kann der Benutzer des Gordian die unterschiedlichen Informationen anwählen. Die erste Information gibt gleichzeitig die vier Werte für die aktuelle Spannung im Netz, die Netzfrequenz mit ihren Abweichungen von den idealen 50 Hertz, die aktuellen Ampere und viertens die Leistung in Watt an. Nach der Drehung im Uhrzeigersinn werden die Totalen Harmonischen Verzerrungen (THD) aufgelistet. Das sind hier die auf der Netzfrequenz von 50 Hertz liegenden Oberwellen-Schwingungen. Die Werte werden für Volt und Current (Strom) in Prozent angezeigt. Wenn Sie beide Werte miteinander multiplizieren, entspräche dies der THD der Leistung. Weil mich der THD-Wert des Stroms ob seiner hohen Prozentzahl erschreckte, habe ich mal die Veränderung protokolliert, die durch das Zuschalten einzelner Geräte geschieht. Schon mit nur im Standby oder gar nicht eingeschalteten Verbrauchern, zeigt mir der Gordian einen C-THD von 42 Prozent an. Als ich als erstes den Antelope DAC-Vorverstärker aus dem Standby aktivierte, stieg der Wert, stets etwas schwankend, um fünf Prozent. Mit der NAD 2200 PE gab es dann einen Sprung nach oben auf 59 Prozent. Erstaunlicherweise – und das regt mich zum Grübeln über die bösen Auswirkungen von Computern an – taumelte der C-THD nach Einschalten meines Dell-Laptops und Aktivierung von Audirvana plus für Windows zwischen 55 und 59 Prozent, sank also ein wenig. Im Spielbetrieb um die Mittagszeit bewegte sich die Strom-THD zwischen 55 und 70 Prozent. Am späten Nachmittag stieg der Wert sogar bis 90 Prozent. Als ich Herrn Flöter auf diese erschreckend hohen Werte ansprach, sagte er, dass nach seiner Erfahrung Einzelwerte praktisch keine Rückschlüsse zuließen und dass es auch keinen Schwellwert gäbe, der gut von schlecht trennt. Vielmehr ist das Zusammenwirken unterschiedlicher Störeinflüsse relevant. Nach seiner Praxis mit dem Gordian sind solche Prozent-Angaben nicht unnormal.

Die Fourier-Berechnung für Storm oder Spannung mit dazugehörigem Dämpfungsfaktor sieht man jeweils für einen Abschnitt von 300 Hertz
Die Fourier-Berechnung für Storm oder Spannung mit dazugehörigem Dämpfungsfaktor sieht man jeweils für einen Abschnitt von 300 Hertz

Jeder von uns weiß, dass die Netzspannung 230 Volt bei 50 Hertz betragen soll. Es ist auch eine klare Sache, wenn durch Drehen am Lautstärkeregler im erstgenannten Anzeigefenster die Leistungsangabe deutlich nach oben geht. Aber mit den THD und auch den folgenden Messwerten tue ich mich zum Teil in ihrer Interpretation schwer. Dennoch sind diese Werte nicht uninteressant, wie die eben erwähnte unerwartet positive Veränderung durch den Computer zeigt. Und es wird noch spannender. Drehen Sie den linken Wahlknopf weiter im Uhrzeigersinn, wird der Gleichspannungsanteil im Stromnetz angezeigt. Diese Angabe dient nur der Information und wird im Gordian bei der Filterung nicht berücksichtigt. Denn alle Filtermethoden, die erprobt wurden, hinterließen musikalisch nachteilige Eindrücke. Die DC-Filterung wirkte sich stets unterschiedlich bei den angeschlossenen Hifi-Geräten aus, auch durchaus klanglich zum Nachteil. So hält es Stratos Vichos für sinnvoller, es dem Anwender zu überlassen, bei Bedarf an dieser Stelle geräteindividuell zu ergänzen. So kann beispielsweise mit entsprechenden Filtern von HMS oder einem Trenntrafo von MudrAkustik oder Audioplan dem Problem bei Bedarf begegnet werden.


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