tests/18-12-14_melco
 

Melco D100-B

14.12.2018 // Wolfgang Kemper

Den ersten Hörtest habe ich an meinem MacMini gemacht, indem ich die CD Klangraumwelten von EternalArts mit schönen Beispielen klassischer Musik und anderer mit natürlichen Instrumenten und Stimmen per Copy and Paste im AIFF-C-Format direkt vom Melco D100 kopierte. Ich verglich mehrere Musikstücke mit der vor Jahren mit meinem Plextor Plexwriter II und dbpoweramp unter Windows generierten Datei. Der Unterschied war leicht wahrnehmbar und zeichnete sich durch eine wärmere Tonalität zugunsten des neuen Melco-Imports aus. Für mein Empfinden entsprach diese klangliche Balance der Natürlichkeit der Musik deutlich besser. Die sympathische Wärme der Klangfarben ging keineswegs zu Lasten von Feinheiten in der Musik. Da ich aber nicht weiß, ob diese bequeme Art des Kopierens der CD per Copy and Paste möglicherweise nur auf iTunes-Niveau stattfindet, wechsele ich in die Windows-Welt.

Der Blick auf die obere Platte des mehrschichtigen Sandwichs für die Beruhigung des Laufwerks
Der Blick auf die obere Platte des mehrschichtigen Sandwichs für die Beruhigung des Laufwerks

Zum direkten Vergleich installierte ich den Plextor und den Melco D100-B mit gleicher Verkabelung an meinen Rechner. Nacheinander rippte ich nun von beiden mit dbpoweramp und benannte die AIFF-Ordner entsprechend, um nachher erkennen zu können, von welchem Laufwerk das Musikstück stammte. Zum Hör-Vergleich legte ich die gewünschten Tracks in beiden Varianten in einen Ordner und spielte diesen über Audirvana plus ab. Dabei waren die beiden Ripp-Alternativen namentlich nicht unterscheidbar, lagen aber direkt hintereinander. So konnte ich bequem einen Blind-Test durchführen. Der klangliche Unterschied entsprach insgesamt dem, was ich zuvor am Apple-Rechner gehört hatte, jedoch noch ein wenig ausgeprägter. Nicht nur bei den Klangraumwelten, sondern auch bei anderen Genres wie The Well von Jennifer Warnes konnte der Melco die Vorzüge seines Klang-Charakters zur Geltung bringen. Im blinden Vergleich war das Erkennen der Melco-Version keine Schwierigkeit. So deutliche Laufwerk-Unterschiede kannte ich nicht von meinen bisherigen Konfigurationen. Um die Größenordnung etwas zu erklären: Sie sind vergleichbar mit klanglichen Veränderungen durch Ripp-Software unterschiedlichen Niveaus. Die Funktion als reiner CD-Spieler unter Windows mit Foobar als Steuerungs-Software gefiel mir etwas weniger gut als die Wiedergabe der Datei von der Festplatte mit meinem gewohnten Audirvana Plus.

Die weich gummierte Unterseite der oberen Platte
Die weich gummierte Unterseite der oberen Platte

Noch überzeugender war für mich der Einsatz des D100-B am Melco HA-N1A H60/2. Dort brillierten die von ihm im Flac-Format in die Datenbank eingelesenen Musiktitel durch eine überlegene Präsenz und Dynamik. Auch hier gefiel der Klang, weil wieder jegliche Härten oder Harschheit fehlte. Was ich oben mit musikalischer Wärme bezeichnete, trat auch hier wieder zum Vorschein. Keineswegs ist damit irgend etwas Negatives zu assoziieren. Die Transparenz und Auflösung im Detail sind erstklassig. Noch nie hat mir der Melco-Server so gut gefallen. Der D100-B ist die perfekte Ergänzung. Im reinen Player-Betrieb am Melco überzeugt die Wiedergabe ebenfalls. Die Unterschiede zum gleichen Stück von der Datenbank sind gering. Doch würde ich die mit dem D100-B gerippte Datei vom Server favorisieren. Allerdings wage ich nicht, die geringen Unterschiede zu benennen. Somit ist der Melco D100-B für beide Einsatzmöglichkeiten bestens geeignet.


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