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Chord Hugo TT 2 mit Chord M Scaler

02.04.2019 // Roland Dietl

Nach einem langen Tag möchte ich eigentlich nur ein wenig Musik hören und wähle das Album Hell Freezes Over von den Eagles (Eagles Hell Freezes Over - XRCD). Bereits nach wenigen Takten fällt mir ein derartig druckvoller und rollender Bass auf, dass ich die Einstellungen meines Subwoofers überprüfe – aber hier ist alles in Ordnung. Auf dem Album Classic meets Cuba verbinden die Klazz Brothers bestens bekannte Klassik-Stücke mit den Elementen des Swing und Latin Jazz sowie der nahezu unendlichen Vielfalt kubanischer Rhythmen. Im Titel „Kubanischer Tanz“ kommen der Bass am Anfang und dann die einsetzenden Claves (Klanghölzer) mit dem Piano einfach Klasse rüber – die Musik vibriert. Auch in „Dreams“ aus dem bekannten Album Rumors von Fleetwood Mac (Fleetwood Mac: Rumors - 24bit/96kHz) verleiht der Hugo TT 2 dem Schlagzeug eine Knackigkeit, die den Spaßfaktor gewaltig steigen lässt. Weiter geht es mit „Temptation“ in der Interpretation von Diana Krall (Diana Krall: Girl in the other Room): Auch hier beeindruckt die kraftvolle Basswiedergabe, aber der Hugo TT 2 kann weit mehr. Er gibt das Timbre der Stimme von Diana Krall geradezu meisterhaft wieder. Jeder Klavieranschlag steckt voller Mikro-Information und feinste Details der räumlichen Platzierung der einzelnen Instrumente werden sauber und klar freigelegt. Der ausgeprägte Live-Charakter von „High Life” (Jazz at the Pawnshop Volume I - LIM UHD 71) ist mit dem Hugo TT 2 noch einmal erheblich ausgeprägter als mit vielen anderen DACs, die ich kenne. Das liegt zum einen an der bestechend klaren räumlichen Platzierung der einzelnen Instrumente und zum anderen an der fantastischen Luftigkeit und Leichtigkeit der Wiedergabe.

Das umfangreiche Anschlussfeld des M Scaler
Das umfangreiche Anschlussfeld des M Scaler

Gerade letztere Eigenschaft in Verbindung mit den stupenden dynamischen Fähigkeiten macht gute Klassik-Aufnahmen zum Erlebnis. Immer wieder gerne höre ich die Overtüre zu „Russlan and Ludmilla“ von Glinka mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Georg Solti (Decca Legacy Volume One - FIM UHD 89). Wann hört man diese Ouvertüre schon mit solchen Verve? Solti treibt das Orchester mit seinen Tempi-Vorgaben immer wieder an die Grenzen des Spielbaren. Mit dem Hugo TT 2 zeigt die Aufnahme, was in ihr steckt. Das Klangbild wirkt noch dreidimensionaler als sonst und die mitunter etwas angestrengt klingenden Streicher bestechen mit mehr Farbenreichtum und Luftigkeit. Das Klangbild gewinnt dadurch an räumlicher Tiefe und Durchhörbarkeit.

Das speziell für die Verwendung mit dem Hugo TT 2 konfektionierte Lautsprecherkabel aus der Hyper Serie von Atlas
Das speziell für die Verwendung mit dem Hugo TT 2 konfektionierte Lautsprecherkabel aus der Hyper Serie von Atlas

Bestechend ist, was der Hugo TT 2 mit seinem Gespür für Timing und Räumlichkeit aus guten HiRes-Aufnahmen herausholt. Eine ausgezeichnete Aufnahme des „Violinkonzerts in D-Dur, KV 218“ von Mozart ist die Fassung mit Marianne Thorsen und den TrondheimSolistene (Mozart: Violin Concertos - Marianne Thorsen & TrondheimSolistene – 2L). Die Aufnahme liegt mir sowohl im PCM-Format mit 192 kHz als auch in der 2016 neu abgemischten Version in PCM 176 kHz non-MQA vor. Die ursprüngliche Fassung besticht durch ihre große räumliche Tiefe und die vollen runden Klangfarben, während beim Remix die Instrumente insgesamt näher an den Hörer heran rücken und die Streicher sowie insbesondere die Solovioline oben herum mehr Brillanz haben. Ich bin immer wieder zwischen beiden Aufnahmen hin- und hergerissen, tendiere mit dem Hugo TT 2 aber zur Erstfassung. Denn damit bleibt die enorme räumliche Tiefe erhalten, aber diese wird nun mit mehr Leben gefüllt, weil die Staffelung der Instrumente im Raum wesentlich besser herausgearbeitet wird. Damit bilden Solistin und Orchester eine gelungene Einheit. Erstaunlicherweise geht dies nicht zu Lasten der großartigen vollen Klangfarben, die mit dem Hugo TT 2 zusätzlich noch die gewisse „Prise“ Brillanz erhalten. Nach dem uns Rob Watts bei seinem Besuch in der Redaktion von Hifistatement demonstriert hatte, dass der Hugo TT 2 in der Lage ist, Lautsprecher direkt anzutreiben, konnte ich nicht umhin, das mit meinem Jota-System auszuprobieren. Die beiden Jota-Säulen haben einen recht guten Wirkungsgrad und der Bassbereich wird vom Subwoofer übernommen, so dass ich mit verschiedenen 20-Watt-Class A-Endstufen sehr gute Erfahrungen gemacht habe.


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