tests/19-04-09_iotavx
 

IOTAVX SA3 + PA3

09.04.2019 // Matthias Jung

So aufgeräumt die Vorderseite, umso opulenter geht es hinten zu. Ein Paar Lautsprecher kann an den IOTAVX SA3 angekabelt werden. Neben gleich fünf Hochpegeleingängen gibt es nicht nur einen Phono-MM-Eingang, sondern auch gleich noch einen Vorstufen-, einen Tape und Subwooferausgang. Digitaler Quellen nimmt sich der IOTAVX entweder über S/PDIF koaxial oder optisch per Toslink an. Am sogenannten „Extension Port“ kann ein Bluetooth-Adapter eingesteckt werden. Dieser war beim Testgerät dabei, unterstützt den aptX Codec und ist mit 25 Euro sehr preisgünstig. Ein kleiner, etwas wackeliger Schiebeschalter erlaubt es, die beiden Endstufen des Verstärkers zu brücken, um mit einer gleich beschalteten Endstufe PA3 jeweils als Monoblock zu fungieren. Dazu gibt es noch einen Eingang für ein Firmwareupdate und Triggerbuchsen, um die Beleuchtungsintensität und Betriebsbereitschaft mit etwaigen weiteren IOTAVX-Geräten abzugleichen.

Im Inneren des SA3 geht es munter so weiter. Ein fetter Ringkerntrafo, pro Kanal knapp 55000 Mikrofarad Siebkapazität und für verschiedene Lastbereiche zwei Typen bipolare Transistoren in einem sehr sauberen Aufbau mit durchweg guten Bauteilen. Reichlich dimensionierte Kühlkörper bieten genug Reserve für die in klassischer A/B-Schaltung aufgebaute Endstufensektion.

Die Lautstärkeregelung erfolgt über ein analoges Lautstärke-Chipset, das durch den Regler digital angesteuert wird. Hier gibt es keinen Verschleiß, außerdem kann neben Balance auch noch eine Klangregelung aktiviert werden. Der Wolfson-Chip im DAC des SA3 nimmt alle Daten bis zu 24 bit 192 Kilohertz entgegen. Da es keinen Re-Clocker gibt, ist der Verzicht auf einen USB-Eingang nur konsequent. Aber mal im Ernst, was soll für den Preis denn noch alles in dem Ding drin sein? Dabei ist die Verarbeitung hochwertig, die Buchsen sind verschraubt, und überhaupt macht das alles überhaupt nicht den Eindruck eines Einsteigerverstärkers.

Ungewöhnliche Anschlussvielfalt und Variabilität. Die Lautsprecheranschlüsse sind normalerweise mit Plastikkappen verschlossen, die sich einfach entfernen lassen, um Bananenstecker benutzen zu können
Ungewöhnliche Anschlussvielfalt und Variabilität. Die Lautsprecheranschlüsse sind normalerweise mit Plastikkappen verschlossen, die sich einfach entfernen lassen, um Bananenstecker benutzen zu können

Mit 45 an acht beziehungsweise 90 Watt an vier Ohm steht für die meisten Anwendungen genug Leistung zur Verfügung. Wem es nach mehr gelüstet, der kann zusätzlich zur Endstufe IOTAVX PA3 greifen. Diese kommt im gleichen Gehäuse wie der Vollverstärker daher, teilt sich mit diesem auch die Technik – bis auf die fehlende Vorverstärkersektion – und die Leistungsdaten im Stereobetrieb. Der Clou ist die bereits angesprochene Möglichkeit, die Endstufe der SA3 und PA3 jeweils im Monobetrieb zu nutzen. Dazu werden beide Geräte auf der Rückseite mittels Schiebeschalter auf „mono“ gesetzt, der linke Vorstufenausgang das SA3 mit dem linken Eingang des PA3 verbunden und jeweils ein Lautsprecher mit den Plusklemmen an Voll- und Endverstärker verbunden. Mit nun 100 Watt an ach und 180 an vier Ohm sollte es kaum noch Leistungsprobleme geben, exotische Konzepte und extrem leistungsgierige Lautsprecher mal außen vor gelassen.


  • SPL Performer m1000

    Die Zeiten, in denen ich mit Digitalem fremdelte, sind längst vorbei: Heute höre ich sogar, ob ein LAN-Switch mit Clock besser klingt. Bei Endstufen ist es mit der digitalen Aufgeschlossenheit aber nicht weit her: Da müssen es schon ein fetter Trafo und reichlich Siebkapazität sein. An beidem mangelt es den SPL Performern nun wirklich nicht. SPL – oder Sound Performance Laboratory – ist wohl der Hersteller, an den ich beim Musikhören am häufigsten denken muss.…
    17.04.2019
  • Woo Audio WA11 Topaz

    Der Woo Audio Topaz ist eine Kopfhörer/DAC-Kombination, deren Anschlüsse und Akku-Speisung sie für den mobilen Einsatz prädestinieren. Ihre Abmessungen und 90 Quadratzentimeter Alcantara legen andererseits aber den Betrieb auf dem Schreibtisch oder in der Nähe der heimischen Anlage nahe. Ich habe beide Varianten ausprobiert. Beginnend mit dem iPod hat sich der Markt für digitale Audio-Player und im weitesten Sinne portable Kopfhörer deutlich stärker entwickelt als der für die übrigen Zweige der Hifi-Technik. Dabei haben sich…
    12.04.2019
  • Chord Hugo TT 2 mit Chord M Scaler

    Eigentlich hätte ich es wissen können: Die Vorliebe unseres Chefredakteurs für die Wandler von Chord ist hinlänglich bekannt und meine Begegnung mit dem kleinen Hugo 2 war alles andere als unangenehm. Aber dass der neue Hugo TT 2 bei mir einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen könnte, habe ich dann doch nicht erwartet. In der Chord internen DAC-Hierarchie rangiert der Hugo TT 2 zwischen dem Top DAC Dave und dem kleineren, tragbaren Hugo 2. Während der…
    02.04.2019
     
  • Mytek Brooklyn Bridge

    Der dritten Neuauflage des Brooklyn DAC spendiert Mytek die Fähigkeit zum Streamen. Die Brooklyn Bridge – und ich meine nicht das Bauwerk – verspricht damit noch mehr Flexibilität und unkomplizierte, sogar kabellose Einbindung in die heimische Stereokette. Genau genommen ist die Brooklyn Bridge gar keine Bridge, sondern viel eher eine Streamer-DAC-Vorverstärker-Kombi. Die Benennung nach der Verbindungsbrücke zwischen Manhattan und Brooklyn war aber wohl zu verlockend. Verständlich, schließlich ist Myteks Firmengeschichte untrennbar mit New York City…
    25.03.2019
  • Lumiks Performance Line 2 – SAT K2 PS & SUB W 45 PS

    In der oberbayrischen Lautsprecher-Manufaktur Lumiks werden ausschließlich Satelliten-Systeme gefertigt. Dabei geht es dem Inhaber Wolfgang Kühn nicht um einen Kompromiss zwischen bestem Klang und Wohnkultur. Im Gegenteil, er treibt beide Aspekte auf die Spitze. Lautsprecher-Hersteller im Allgemeinen verbindet genau das, was sie wunschgemäß eigentlich von einander unterscheiden soll: Der Anspruch, in der jeweiligen Preisklasse den best klingenden Lautsprecher anzubieten. Von dieser Motivation wurde Wolfgang Kühn eher nicht geleitet. Ihn beflügelte in all den Jahren, seit…
    12.03.2019
  • SOtM sNH-10G, sCLK-OCX10, sPS-500 und Keces P8

    Roland Dietl hat das sNH-10G in einer großzügigen SOtM-Umgebung ausprobiert und ist begeistert. Das ist zwar schön, war aber nicht geplant: Ich hatte das Switch für den Test in meiner Kette und den Vergleich mit dem Telegärtner-Switch bestellt. Beide hole ich jetzt nach und stelle fest: Temporärer Verzicht kann auch seine guten Seiten haben. Hifistatements Netzwerkspezialist hat mir eine Menge Arbeit abgenommen, indem er in seinem Bericht nicht nur ausführlich den Aufbau und die Besonderheiten…
    04.03.2019
 
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen