tests/19-07-16_audioexklusiv
 

Audio Exklusiv R7

16.07.2019 // Dirk Sommer

Die P7 macht aber schnell klar, dass die ungemein lebendige Einstein-Vorstufe im besagten Frequenzspektrum auch nicht völlige vornehme Zurückhaltung walten lässt. Die Audio Exklusiv verzichtet auf jegliche noch so kleine – und oft auch euphonische – Abweichung vom Pfad der Linearität und harmoniert so mit der hochauflösenden Aeon Fine nahezu perfekt: Denn trotz des Verzichts auf jegliche noch so leichte Überbetonung im oberen Frequenzbereich verwöhnt sie den Zuhörer mit noch mehr Detail- und feinsten Rauminformation als The Preamp. Dabei bleibt das Klangbild immer auf der angenehmen, ausgewogenen Seite. Da gibt es nicht den leichtesten Anflug von Rauigkeit oder Nervosität. Die P7 erlaubt entspanntes Hören, ohne der musikalischen Darbietung Spannung zu nehmen. Einfach ideal!

Das Gehäuse für die Signalverarbeitung: Die Koppelkondensatoren sind True-Copper-Typen von Intertechnik
Das Gehäuse für die Signalverarbeitung: Die Koppelkondensatoren sind True-Copper-Typen von Intertechnik

Unter den Stücken, die ich unbedingt mal mit der Audio Exklusiv erleben wollte, ist das dank Studiotechnik ungemein vielschichtige „Malinye“ von der LP Codona 2: Collin Walcott, Don Cherry und Nana Vasconcelos sind hier mit einer Vielzahl von Melodie- und Perkussionsinstrumenten zu hören. Das Klangbild sprüht vor Farbigkeit, Pauken kommen mit Macht, der Hall sorgt für einen tiefen imaginären Raum und Don Cherrys Pocket Trumpet schwebt über allem – und das, obwohl eine weitreichende Höhenabbildung nicht zu den Paradedisziplinen der Aeon Fine zählt: Die beiden mächtigen Alublöcke begeistern mich mehr und mehr, zum Beispiel mit der ungeheuren Dynamik der Trompete zu Anfang auf der selten gehörten, zweiten Seite von Codana 2.

Das System zur Lautstärkeregelung von Khozmo mit zwei Widerstandsleitern pro Kanal
Das System zur Lautstärkeregelung von Khozmo mit zwei Widerstandsleitern pro Kanal

Damit der Artikel nicht in eine kritiklose Schwärmerei ausartet, will ich nicht unerwähnt lassen, dass es bei der Bedienung der P7 eine kleine Ungereimtheit, sprich zwei unterschiedliche Mute-Schaltungen gibt – übrigens aus gutem Grund: Zum einen werden die Ausgänge während der Hochlaufphase des Verstärkers stumm geschaltet, was auch die LED über dem Lautstärkesteller signalisiert: Rot steht für Mute, blau für Betriebsbereitschaft. Diese Mute-Schaltung lässt die auch über den kleinen Drehknopf links auf der Frontplatte aktivieren oder deaktivieren. Aber auch die metallene Fernbedienung für die Lautstärke besitzt eine Mute-Funktion, bei deren Einschalten auf dem zweistelligen Display statt der Zahlen von 00 bis 63 lediglich zwei kurze Striche angezeigt werden. Diese Mute-Schaltung, die in die Lautstärkeregelung des Khozo-Systems integriert ist, kann auch nur wieder per Fernbedienung ausgeschaltet werden. Die beiden Mute-Schaltungen sind also völlig unabhängig voneinander. Das mag ungewöhnlich sein, stellte nach einer kurzen Phase der Gewöhnung aber nicht das geringste Problem dar. Und zur Gewöhnung an die P7 hatte ich glücklicherweise jede Menge Zeit, denn bis diese nach Wochen den Hörraum für einen kurzen Termin im Fotostudio verlassen musste, habe ich ausschließlich mit ihr gehört und mich auch beim Test der Keces und des Aries G1 mit gutem Gefühl auf sie verlassen.


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