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AudioMaster21 The GoldBug

09.05.2025 // Dirk Sommer

Wenn Audio Freak respektive dessen Inhaber Markus Wierl einen Tonabnehmer von AudioMaster für einen Test vorschlägt, lehne ich nicht ab: Seine letzte Empfehlung, der MK Audio Röhren-Phonoentzerrer samt Übertrager, überzeugte mich rundum, obwohl ich bis dahin Step-Up-Trafos eher ablehnend gegenüber stand. Das GoldBug weckt also hohe Erwartungen.

Das liegt nicht nur daran, dass Audio Freak diesen Tonabnehmer aus Italien importiert, sondern vor allem an seiner Entstehungsgeschichte: AudioMaster ist „das italienische Highend Urgestein Joseph Szall“, wie es Markus Wierl auf seiner Website formuliert. Der ist ebenfalls zu entnehmen, dass der Analogfan schon in seiner Studienzeit von der EMT-Tondose begeistert war und zwar insbesondere von der mit dem von Dr. Weinz entwickelten Paroc-Schliff. Das Kürzel steht für PARabolic Oval Cone und bezeichnet einen eher scharfen Schliff, der aber dennoch bei älteren, oft gespielten Scheiben etwas verzeihender war als der damals in audiophilen Kreisen ebenfalls sehr populäre van-den-Hul-1-Schiff, der bei unzureichender Justage aber auch mehr Spuren im Vinyl hinterließ als die Nadel von Dr. Weinz. Im Linn Ittok des Autors spielte zu Studentenzeiten ebenfalls ein aus der Tondose ausgebautes EMT mit Paroc-Nadel. Trotz aller Ferien- und Nebenjobs reichte es nämlich nach dem Erwerb eines Audiolabor Konstant nicht mehr für die Traum-Arm-System-Kombination von Erhard Breuer. Den Generator des EMT von seinem für den Rundfunk-Einsatz konzipierten Gehäuse befreit hatte übrigens der damalige Audiolabor-Vertriebler und heutiger Freund und Kollege Wolfgang Kemper.

Während ich dem EMT über ein Jahrzehnt treu blieb, fand Joseph Szall bald darauf ein anderes Objekt der Begierde: Er begeisterte sich für das GoldBug Mrs Brier. Dem in Japan gefertigten Tonabnehmer sagte man nicht nur einen „schönen Klang“ nach, sondern er war auch optisch etwas Besonderes: Die japanische Pfeifenmacherin Yoshiko Sugano fertigte dafür ein Holzgehäuse, das Assoziationen an einen Käfer weckte. Aber auch für Joseph Szall blieb sein Tonabnehmer-Favorit aus pekuniären Gründen ein Traum. Um dem nahe zu kommen, erwarb er schließlich ein GoldBug mit defektem Abtastdiamanten, das den gleichen Generator wie das Mrs. Brier besaß, und ließ es von Dr. Weinz mit einer Paroc-Nadel instandsetzen. Etwa 40 Jahre später leistete er sich dann ein GoldBug Mrs Brier, was ihn letztendlich dazu inspirierte, The GoldBug unter dem Dach von AudioMaster21 wieder aufleben zu lassen.

Das Gehäuse des GoldBug besteht aus Ebenholz
Das Gehäuse des GoldBug besteht aus Ebenholz

Den Generator dafür bezieht er aus Fernost, den Boron-Nadelträger mit der Paroc-Nadel vom japanischen Analogspezialisten Ogura. Während eines recht langen Telefongesprächs – da waren unter anderem die Rabox, einige deutsche Lautsprecherentwickler und das Konstant Thema – erzählte mir Joseph Szall, dass er in Sachen Holzverarbeitung einiges vom Sonus-Faber-Gründer Franco Serblin gelernt und die Korpusform resonanztechnisch mit einem elaborierten Simulationsprogramm, das er auch in seinem Hauptberuf nutze, optimiert habe. Er habe sich beim Goldbug für ein Gehäuse aus Ebenholz entschieden, das der Laufruhe es Systems zugute kommen soll. In der benötigten, geringen Größe sei das edle Holz glücklicherweise kein entscheidender Kostenfaktor. Nur für ausladendere Objekte liege der Grammpreis für Ebenholz mit dem für Silber in etwa gleichauf.


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