tests/19-10-15_spl
 

SPL Phonitor xe

15.10.2019 // Jürgen Saile

Hersteller von professionellen Audiogeräten haben es traditionell schwer in der HiFi-Szene. Warum weiß ich eigentlich auch nicht so recht, vielleicht, weil keine audiophilen Bauteile verbaut werden und nur das zum Zug kommt, das die Spezifikationen optimal erfüllt. Ohne Guru-Effekt.

Die Firma Sound Performance Lab aus Niederkrüchten – der Name könnte von Loriot stammen! – stellt seit 30 Jahren Geräte für den professionellen Bereich, mittlerweile aber auch für die HiFi-Szene her. Einige Inventionen, die im Profibereich nicht mehr wegzudenken sind, gehen auf das Konto dieser Firma. Zum Beispiel der De-Esser, mit dem bei Aufnahmen die Zisch-Laute über eine Phasenkorrektur eliminiert werden können. Dies interessiert uns aber als HiFi-Freak nur am Rande, hier geht es deshalb um einen Kopfhörerverstärker aus diesem Hause. SPL bietet vier verschiedene Modelle an, bei dem hier vorgestellten Phonitor xe handelt es sich um einen bis an die Zähne bewaffneten Verstärker. Dieser kann zusätzlich noch mit einem selbstentwickelten DAC Modul ausgerüstet werden.

Ursprünglich hatte der Phonitor in der HiFi-Szene gar nichts verloren, er war für den Toningenieur entwickelt worden, um damit Musik mit dem Kopfhörer mischen zu können. Allerdings haben die Fans mittlerweile festgestellt, dass man damit auch im häuslichen Umfeld hervorragend Musik hören kann. Wer nun bereits im Vorfeld meint, dass diese Geräte nur sachlich nüchtern und völlig uninspiriert Musik machen können, macht einen großen Fehler. Deshalb dieser Bericht.

Die Farbe der Frontplatte kann ausgewählt werden, zur Verfügung stehen schwarz, rot und silber
Die Farbe der Frontplatte kann ausgewählt werden, zur Verfügung stehen schwarz, rot und silber

Rein äußerlich kann der Phonitor xe seine professionellen Gene nicht verbergen. Das sieht man schon allein an den Ausstattungsdetails, die man sonst bei keinem HiFi-Kopfhörerverstärker zu sehen bekommt. So existiert eine extra für den HiFi-Bereich optimierte Matrixschaltung. Dahinter verbergen sich mehrere Einstellmöglichkeiten, mit denen die veränderte räumliche Abbildung bei Kopfhörern denen einer Lautsprecherwiedergabe angepasst werden kann. Im Gegensatz zum reinen Profimodell Phonitor 2 entfallen hier diverse Einstellmöglichkeiten, die lediglich für das Abmischen von Aufnahmen benötigt werden. Zunächst einmal finden wir einen sechsstufigen Crossfeed-Schalter. Mit dieser Schaltung kann der extreme links/rechts-Effekt bei Kopfhörerwiedergabe vermindert werden. Der rührt daher, dass über den Kopfhörer das linke Ohr die leiseren und zeitlich verzögerten Schallanteile vom rechten Kanal nicht mitbekommt und umgekehrt. Schaltet man nun den Crossfeed-Effekt dazu, werden frequenzkorrigiert Anteile des linken Kanals dem rechten in geeignetem Verhältnis dazu gemischt und umgekehrt. Das Ergebnis kann man in etwa mit dem Einfluss verschiedener Raumgrößen auf eine feste Lautsprecheraufstellung vergleichen.


  • Waversa Isolator-Ext1

    Weder die CD noch Streaming machten es einfacher, auf höchstem Niveau Musik zu genießen. Man muss einen hohen Aufwand treiben, wenn die digitale der analogen Wiedergabe nahekommen oder sie übertreffen soll. Sobald Computer oder das Internet im Spiel sind, kämpft man gegen hochfrequente Störungen und Rauschen – zum Beispiel mit Waversas Isolatoren. Wer nur die Artikel an dieser Stelle über den Wrouter, den Wdac, den Wcore und den WsmartHub gelesen hat – die übrigens wegen…
    21.09.2021
  • Burson Funk

    Dies ist wohl ein eher ungewöhnliches Gerät: eine Kombination aus Kopfhörer- und extrem puristischem Vollverstärker. Darüber hinaus wird der Funk auch noch von einem externen Schaltnetzteil versorgt. Für mich ist die Beschäftigung mit so einem Kistchen wirklich nicht alltäglich – was aber keinesfalls heißt, dass ich keine Verwendung dafür hätte. Natürlich vergeht eine Menge Zeit beim Testen von Komponenten im meinem Hörraum. Aber auch wenn die Kette dort noch so gut klingen mag: In meiner…
    17.09.2021
  • Ferrum OOR

    Anfang des Jahres stellten Finn Corvin Gallowsky und ich Ihnen das erste Produkt von Ferrum vor: das Netzteil Hypsos, das Spannungen im Bereich von fünf bis 30 Volt bereitstellt und uns mit seiner Flexibilität und seinen klanglichen Auswirkungen auf die angeschlossenen Geräte überzeugte. Der Kopfhörerverstärker OOR ist nun Ferrums zweites Produkt. Unsere Begeisterung für das universell einsetzbare Netzteil – es deckt einen sehr großen Spannungs- und Leistungsbereich ab – hatte übrigens zur Folge, dass wir…
    14.09.2021
  • Amphion Argon 7LS

    Heute wird es auf den Spuren meines Namens finnisch. Der Standlautsprecher Argon 7LS der finnischen Firma Amphion ist in meinem Hörraum zu Besuch. Amphion baut schon seit über 20 Jahren HiFi-Lautsprecher, aktuell erregen ihre Studiolautsprecher allerdings mehr Aufsehen. Damit das nicht so bleibt, ist es Zeit für einen Argon-Test. Von immer mehr Kollegen aus der Tontechniker- und Künstlerwelt vernehme ich Begeisterung über ihre Studiomonitore von Amphion. Die Lautsprecher der Finnen, die für das Wohnzimmer konzipiert…
    07.09.2021
  • Audioquest Jitterbug FMJ

    Seit knapp sechs Jahren sind Jitterbugs feste Größen in meiner Kette. Einer sitzt zwischen Auralic Aries Femto und Mytek Manhattan II, der andere an einem USB-Eingang der TimeMachine. Inzwischen hat Audioquest sein Erfolgsmodel neu aufgelegt und mit einem Metallgehäuse versehen: den Jitterbug Full Metall Jacket oder kurz FMJ. Da in der Zwischenzeit die TimeMachine nicht mehr als Router fungiert, sondern lediglich der Datensicherung dient und sie ebenso wie der aktuelle Router per Lichtwellenleiter und ADOT-Medienkonvertern…
    03.09.2021
  • Auralic Altair G2.1

    Auralics Altair G2.1 schließt die Lücke zwischen dem preisgünstigen Altair G1, der Streamer, Server, Digital-Analog-Wandler und Vorverstärker All-In-One vereint und den Einzelkomponenten der G2.1 Serie. Der Altair G 2.1 besitzt zudem analoge Eingänge, sogar für Phono MM. Seine Ausstattung lässt kaum Wünsche offen. Fangen wir doch mal gleich mit Kritik an, oder, fairer formuliert, mit einem unerfüllten Wunsch meinerseits: Ich hätte lieber einen anpassbaren Phono-MC Eingang statt des Phono MM. Damit hätte ich das Thema…
    31.08.2021

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.