tests/19-12-10_pro-ject
 

Pro-Ject CD Box RS2 T

10.12.2019 // Wolfgang Kemper

Der Blick von oben ins Innere erklärt den Aufbau des RS2 T
Der Blick von oben ins Innere erklärt den Aufbau des RS2 T

Nun gilt es, den Einfluss des Mutec-Reclockers zu verifizieren Das Klavier-Konzert Nr. 1 von Ludwig van Beethoven, interpretiert von Ronald Brautigam und dem Norköping Symphony Orchestra, sollte da Aufschluss bringen. Zum Vergleich wurde der Pro-Ject per symmetrischer Verbindung direkt an den DA-Wandler angeschlossen. Zusätzlich lieferte er den Datenstrom vom koaxialen SPDIF-Ausgang an den Mutec zur Aufarbeitung. Theoretisch wäre die symmetrische Kabelverbindung direkt an den Wandler etwas höherwertiger. Dennoch konnte der Mutec die Musikalität noch leicht steigern, indem er den Streichern zusätzlich Schmelz und den Instrumenten einen wärmeren, angenehmen Charakter verlieh. Es klang so authentischer. Überrascht hat das nicht. Warum sollte das Reclocking des Mutec nicht auch auf hohem Niveau zu noch mehr Musikalität führen? Im Testbericht von Roland Dietl lässt sich lesen, dass sogar ein kaskadierter zweiter Mutec noch einmal den Klang verbessert. Auch die AES/EBU-Verkabelung zwischen Pro-Ject und D/A-Wandler sollte nicht unterschätzt werden. Denn als ich das DH-Labs Silver Sonic zum D/A-Wandler gegen ein Boaacoustic Krypton wechselte, geriet Beethovens Werk noch eindrucksvoller. Das Orchester musizierte noch homogener und die Klangfarben waren minimal prächtiger als mittels des Mutec. Die Pro-Ject CD-Box spielt jetzt auf einem Niveau, wie ich CD ewig lange bei mir zuhause nicht erlebt habe.

Das Netzteil ist nicht abschaltbar. Der Netzschalter am Gerät schaltet nur die CD-Box selber aus
Das Netzteil ist nicht abschaltbar. Der Netzschalter am Gerät schaltet nur die CD-Box selber aus

Bleibt noch die spannendste Frage zu beantworten: Wie schlägt sich die Pro-Ject-CD-Box im Wettstreit mit Windows 10 und AudiophileOptimizer 3.0 samt Audirvana plus? Um gerechte Verhältnisse bei der Verkabelung zu schaffen, schließe ich die RS2 T wieder mit dem Silver Sonic-Kabel an den Mutec an und verbinde diesen mit dem D/A-Wandler mittels des Boaacoustic Krypton. Der Rechner wird per Audioquest Diamond USB mit dem Mutek verknüpft. So profitieren beide Quellen von der für meine Anlage stimmigen, wärmeren Zeichnung des Boaacoustic-Kabels. Der klangliche Unterschied fällt auch jetzt wieder zugunsten der Pro-Ject-CD-Box aus, wenn auch nicht ganz so eindeutig. Nehmen wir Telarcs Aufnahme der Carmina Burana mit Robert Shaw, und zwar den vierten Teil „The Court of Love“. Die wurde seinerzeit in CD-Auflösung per dB-Poweramp mittels eines Plextor-Laufwerks von mir ins AIFF-Format konvertiert. Das Computer-Setup tönt wärmer, jedoch vergleichsweise verhangen. Die Streicher, Holzbläser und das Klavier zu Beginn zeichnet der Pro-Ject konturierter und umgibt sie und auch die folgende Triangel und den Knabenchor mit etwas mehr Raum. Mir gefällt das besser, weil das Klangbild klarer wirkt und etwas mehr Licht und Raum im Spiel sind. Jennifer Warnes´ Album The Well offenbarte dann die Stärken des Pro-Ject noch überzeugender als Carl Orffs Carmina Burana: Die Genauigkeit und Konturenschärfe sind die Stärken der CD Box. Offenheit und Präzision sind ihr positives Merkmal, gepaart mit musikalischem Fluss und jeglicher Abwesenheit von unerquicklichen Artefakten.

Der Blick auf die Rückseite: Da gibt’s eigentlich keine Fragen. Die I2S-Schnttsteller ist nur mit Pro-Ject-Geräten kompatibel
Der Blick auf die Rückseite: Da gibt’s eigentlich keine Fragen. Die I2S-Schnttsteller ist nur mit Pro-Ject-Geräten kompatibel


  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026
  • Aavik Acoustics R-588

    Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588. Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung…
    26.06.2026
  • Qln Prestige Three Gen 2

    Mit Lautsprechern der schwedischen Marke Qln haben wir uns bei Hifistatement bisher noch nicht beschäftigt. Ein Versäumnis – wie sich gleich zeigen wird. Also kommen wir schleunigst zum Test der brandneuen QLN Prestige Three Gen 2, einem eleganten Standlautsprecher in klassischer Zwei-Wege-Bestückung mit ambitioniertem Anspruch. Die Ursprünge von Qln reichen bis ins Jahr 1977 zurück. Die fundamentale Zielsetzung der damaligen Gründer ist von Beginn an audiophiler Natur, nämlich einen Lautsprecher zu entwickeln, der die Klangbühne…
    23.06.2026
  • Vertere Ruby one

    Die Beschäftigung mit dem Vertere Xtrax vor beinahe anderthalb Jahren hatte richtig Spaß gemacht. Daher nahm ich das Angebot von Andreas Kayser, dem Inhaber des deutschen Vertere-Vertriebs Beat Audio, das neue Topmodell Ruby one zu testen, gerne an. Dafür habe ich sogar eine meiner selbstauferlegten Regeln für Tests gebrochen. Dazu später mehr. Vorrangig freute ich mich darauf, nach Monaten endlich mal wieder längere Zeit nur Schallplatten zu hören. Außerdem unterscheiden sich Xtrax und Ruby one…
    19.06.2026
  • Canor Foundation Line Virtus I4S und Verto D4S

    Die neue Vollverstärker und Digital/Analog-Wandler der Canor Foundation Line erfreuen nicht allein wegen ihrer eleganten Optik, sondern auch dank ihrer Preise. Die kostspieligeren Komponenten aus dem Hause Canor verwöhnten stets mit beeindruckender Musikalität und waren daran gemessen preiswert. Profitiert die Foundation Line von deren Genen? Auf der Canor Website findet man in der Beschreibung des Virtus-I4S-Vollverstärkers gleich als Überschrift den Hinweis, dass mit „modernsten, teilweise aus der Referenzserie adaptierten Technologien und Konzepten für ein überzeugendes…
    16.06.2026
  • Spendor A1.2

    Spendor hat seinen Klassiker A1 verfeinert. Der wichtigste technische Unterschied ist eine zusätzliche Verstrebung, die jetzt direkt hinter dem Tiefmitteltöner sitzt und über eine Sorbothane-Dämpfung mechanisch gekoppelt ist. Dadurch sollen störende Resonanzen reduziert werden. Wir haben uns die Evolutionsstufe A1.2 angehört. Einleitend möchte ich kurz auf meine persönliche Perspektive zu diesem Lautsprecher eingehen. Denn was um Himmels Willen interessiert einen Hochwirkungsgrad-Junkie eine kleine Regalbox mit bescheidenem Wirkungsgrad? Tatsächlich habe ich mir diesen Lautsprecher selbst für…
    02.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.