tests/19-12-10_pro-ject
 

Pro-Ject CD Box RS2 T

10.12.2019 // Wolfgang Kemper

Dieses reine Audio-CD-Laufwerk wurde auf der Basis des StreamUnlimited CD-Pro-8 Top-Laders in Verbindung mit dem Servosystem CD-84 entwickelt. Das Laufwerk-Gehäuse selber ist aus einem massiven Aluminium-Block gefräst. Der Blue-Tiger-CD8-4-Servo ist hierbei im Alu-Block integriert. Durch einen ausgeklügelten Materialmix aus Aluminium und Elementen aus reinem Karbon sowie einer neuen Aufhänge-Mechanik und Vibrationsdämpfern auf dem steifen Kohlefaser-Chassis ist die Player-Einheit sehr stabil und gleichzeitig mechanisch wirksam isoliert. Pro-Ject spricht in diesem Zusammenhang von einem Gravitations-Design mit zentralem Massepunkt. Ein Aluminium-Magnet-Puck klemmt die CD im Spielbetrieb fest auf das Laufwerk. Auf der Website des Herstellers ist der Aufbau des Laufwerkes recht ausführlich beschrieben und auch anschaulich bebildert.

Die kleine Fernbedienung aus Aluminium bietet sinnvollen Komfort
Die kleine Fernbedienung aus Aluminium bietet sinnvollen Komfort

Werfen wir erst einmal einen Blick auf das Gerät, das im funktionalen Design mit klaren, harten Linien und Kanten dank geringer Abmessungen zur Aufstellung nur wenig Platz benötigt. Auf der Front nimmt das Display den größten Raum ein. Im Spielbetrieb kann man hier die Titelnummer, die Zeit und, falls in den Metadaten der CD vorhanden, auch den Titel des jeweiligen Musikstückes in Laufschrift lesen. Links davon befindet sich der kleine aber solide Kippschalter, mit dem das Gerät eingeschaltet wird. Mit der beiliegenden Fernbedienung lässt sich die CD-Box in der On-Position des Kippschalters ins Standby versetzen. Das externe Schaltnetzteil besitzt einen Euro-Anschluss, so dass sich das mitgelieferte Netzkabel problemlos gegen ein höherwertiges – in meiner Kette ein Audioquest NRG – austauschen lässt. Rechts vom Display befinden sich vier Taster für die Basis-Steuerung: Start, Stopp, Pause, Vor und Zurück. Mehr gibt es am Gerät nicht. Denn den eigentlichen Bedienungskomfort liefert die hübsche kleine Fernbedienung aus Aluminium. Mit ihr kann das Display in zehn Helligkeitsstufen eingestellt werden. Auch ist weiße Schrift vor schwarzem Hintergrund oder andersherum wählbar. Beim Abspielen einer CD ist der Deckel des Gerätes zu schließen. Ein Mikroschalter aktiviert dadurch den Einlesevorgang. Der erwähnte Puck muss nicht zwingend aufliegen, sollte es aber wegen der beruhigenden Arretierung der CD. Rückseitig wartet Pro-Jects große CD-Box mit vier Ausgängen auf. Das sind SPDIF-koaxial-Cinch, optisches Toslink und das symmetrische AES/EBU. Eine weitere Schnittstelle ist mit I2S beschriftet und als HDMI-Buchse ausgeführt. Dieser Anschluss ist entgegen meiner Hoffnung nicht kompatibel mit meinem PS-Audio DirectStream-DAC, der seinerseits zwei solcher Eingänge besitzt. Nach Auskunft von Pro-Ject in Wien ist aktuell hier einzig die Pro-Ject-Pre-Box-RS2-Digital anschließbar, die dann auch mit einem Masterclock-Signal den Wandler der Pre Box synchron taktet. I2S ist halt nicht genormt und somit das Zusammenspiel von fremden Fabrikaten schon wegen der Kontaktbelegung ungewiss.

Ein Blick auf das federnd aufgehängte, neu entwickelte Laufwerk
Ein Blick auf das federnd aufgehängte, neu entwickelte Laufwerk

Deshalb lasse ich I2S außer Acht und stelle für diesen Test folgende drei Fragen: Wie klingt der Pro-Ject RS2 T im Vergleich zu meinem Wadia-Laufwerk? Wie bewährt er sich im Vergleich mit gerippten Computer-Files unter Windows 10 Pro mit AudiophileOptimizer und Audirvana Plus? Ist mit dem Reclocker Mutec MC-3+ Smart Clock USB auch hier noch eine Verbesserung möglich? Als erstes schließe ich den RS2 T zum Vergleich mit dem Wadia Transport, der mit einem Philips CDM-1-Laufwerk auch nicht schlecht ausgestattet ist, an den Mutec Reclocker an. Denn der Wadia profitiert eindeutig von der Regeneration durch den Mutec und begegnete dem Pro-Ject somit auf höherem Niveau. Die Fairness gebietet daher, den Österreicher ebenfalls an den Mutec anzuschließen. Später klären wir dann den Einfluss des Mutec auf die CD-Box. Der Unterschied ist in dieser Konfiguration recht ausgeprägt. Der Wadia sieht dabei bezüglich seines klanglichen Gesamteindrucks und seiner Tonalität durchaus gut aus. Dennoch zeigt ihm der Pro-Ject seine Grenzen. Als Beispiel nehme ich das Album Memory Lane des Cécil Verny Quartets: Die CD-Box klingt wie von Schlacke und Schleier befreit, präzise, klar, konturiert und artikuliert. Irgendwie scheint es, als ließe man helles Tageslicht in den Hörraum fluten. Aus dieser Exaktheit resultiert dann auch der Eindruck von gesteigerter Feindynamik und zusätzlicher Tiefe im Raum. Trotz der Fähigkeit, das Klangbild sozusagen pixelgenau zu malen, überzieht diese analytische Wiedergabe nicht ins Lästige. Die Klangfarben und die Größenzeichnung von Cécil Vernys Stimme, die Ihrer Background-Sänger sowie die Instrumente – Kontrabass, Drums, Percussion, Piano, Keyboard – klingen glaubhaft realistisch und gefallen auch wegen der Offenheit und der Luft, die sie umgibt. Die Leichtigkeit in der Zeichnung geht einher mit dem rhythmisch packendem Fluss der Jazz-Live-Darbietung. Weitere CDs bestätigten diesen Eindruck in gleicher Weise, mal mehr, mal weniger ausgeprägt.


  • Canor Virtus A3

    Zur diesjährigen HighEnd stellte Canor den Virtus A3 Hybrid-Vollverstärker vor. Der lockt mit einem integrierten Digital-Analog-Wandler und einer diskret aufgebauten Phono-Vorstufe für MM- und MC-Tonabnehmer. Sowohl seine Technik als auch die Ausstattung bieten Ungewöhnliches. Vor allem aber soll er klanglich beeindrucken. Das slowakische Entwickler-Team konnte mich bereits vor einem Jahr überzeugen: Der Vollverstärker Virtus I2 aus der Premium Line musizierte in meinem Hörraum wie keiner zuvor in dieser Preisklasse. Der war ein gestandener Röhren-Vollverstärker. Auch…
    28.11.2025
  • Dan D’Agostino Progression S350

    Dan D’Agostino ist eine Legende im Verstärkerbau. Er folgte wohl nie einer Mode, sondern vertraut bei allen Entwicklungen seinem Gehör und seiner Leidenschaft für den guten Klang. Mehr als 50 Jahre baut er nun schon Verstärker, immer mit dem Ziel, das „Wesen der Musik hörbar zu machen“. Erfüllt auch der S350 diese hoch gesteckten Ambitionen? Die Progression S350 ist die kleinste Stereoendstufe im Gesamtprogramm. Optisch trägt sie alle charakteristischen Merkmale einer echten D’Agostino. Angefangen mit…
    25.11.2025
  • iFi Silent Power USB iPurifier Pro & Pulsar USB

    Ohne iFis iDefender+ würde das PC-Audio-Setup in meinem Arbeitszimmer überhaupt nicht störungsfrei funktionieren. Dementsprechend ist es für mich eines der besten Tools im Bereich Computer-Audio. Der iPurifier Pro vereint seine Fähigkeiten mit denen eines iSilencer+ und noch mehr Features in einem Gehäuse. Außerdem teste ich das Pulsar USB-Kabel. iFi ist seit Jahren eine Konstante für hochqualitative Audio-Produkte zu fairen Preisen. Zuletzt wurde die Sparte für Stromversorgung, Kabel und Signal-Verbesserer unter SilentPower zusammengefasst. Noch bevor wir…
    21.11.2025
  • Eversolo T8

    Der Eversolo T8 ist als Streaming-Transport ein neuer Baustein einer Konzeption, die auf Trennung der digitalen Komponenten setzt. Dennoch ist er nicht allein für Perfektionisten konzipiert, sondern bietet sogar Einsteigern vielfältige und sinnvolle Möglichkeiten. Die bislang allerorts hochgelobten Eversolo Streamer besitzen integrierte Digital/Analog-Wandler, sind teils auch als Vorverstärker nutzbar oder wie der Eversolo Play sogar als all-in-one Streamer, DAC und Vollverstärker. Mit dem T8 eröffnet Eversolo auf den ersten Blick eine neue anspruchsvolle Produktreihe, in…
    18.11.2025
  • Chord Huei

    Auf kompromisslos Weise transferiert Chord Electronics sein digitales Know-how in die analoge Welt und präsentiert uns den kompakten Phono-Vorverstärker Huei. Das massive Aluminiumgehäuse beherbergt moderne SMD-Technik auf kleinstem Raum, womit die Briten den Beweis antreten wollen, dass Vinylgenuss kein großes Gehäuse braucht. Jetzt mal ehrlich, dieses ganze Hifi-Zeugs nimmt doch ohnehin schon genug Platz im Wohnzimmer ein und ich persönlich bin dankbar für jedes Gerät, dass ein wenig sparsamer mit dem auf dem Rack verfügbaren…
    11.11.2025
  • HMS Armonia Carbon

    Sie haben vermutlich davon gehört, dass Hans Manfred Strassner, den man mit Fug und Recht als Vordenker hinsichtlich audiophiler Kabelentwicklung nicht nur in Deutschland anerkennen darf und sollte, sein Unternehmen HMS Elektronik aus Altersgründen zum 1.1.2024 an die International Audio Holding B.V., Inhaber der Marken Siltech und Crystal Cable, übergab. Dies ist inzwischen eine ganze Weile her, und nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Niederländer verbesserte Versionen des übernommenen Portfolios vorstellen. Dass seit…
    07.11.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.