tests/20-03-04_soul
 

Soul und Soul E

03.03.2020 // Wolfgang Kemper

Hier können Sie die Sortierauswahl vorgeben, zum Beispiel alle Komponisten mit „B“ und Künstler mit „K“, falls Sie Beethoven mit Karajan suchen
Hier können Sie die Sortierauswahl vorgeben, zum Beispiel alle Komponisten mit „B“ und Künstler mit „K“, falls Sie Beethoven mit Karajan suchen

Der Soul E ist ein Classe-D-Leistungsverstärker mit hohem Wirkungsgrad und wenig Verlustwärme. Was ihn signifikant von vielen digitalen Endstufen unterscheidet ist erst einmal die Tatsache, dass er eine Eigenentwicklung des Drei-Mann-Teams ist. Standard-Module wie Icepower oder Hypex findet man im Soul E nicht. Cliff Baier schilderte mir weitere wichtige Merkmale im Aufbau des Soul E: Ein geschirmter Trafo filtert Störungen aus dem 230-Volt-Stromnetz. In der Eingangsstufe agieren Ultra-Low-Noise-Spannungsregler. Verwendet werden weiterhin Ultra-Fast-Recovery-Gleichrichterdioden und MKP-Koppelkondensatoren von Jantzen (Alumen-Z) mit zusätzlichem Bypass von Glimmerkondensatoren höchster Qualität. Das optimierte Low-Impedance-Design begegnet den hohen Classe-D Schaltfrequenzen mit einem speziellen Ausgangsfilter.

Die informative Darstellung des aktuell wiedergegebenen Titels
Die informative Darstellung des aktuell wiedergegebenen Titels

Als Cliff Baier mir die beiden Geräte vorbeibrachte, legte er Wert darauf, die Endstufe mit mir zu hören, auch wenn sie noch brandneu und nicht eingespielt war. Ich tat ihm den Gefallen und installierte sie anstelle der Air Tight Monos an den Analysis Audio. Im Primare-Player lag Sotho Blue von Abdullah Ibrahim und Ekaya. Aus dem Kalten dauerte es eine gute halbe Stunde bis alles stimmte und die Soul E beweisen konnte, dass meine Erfahrungen mit digitalen Leistungsverstärkern sich hier nicht wiederholen würden. Schon allein der musikalische Fluss und das Rhythmusgefühl ließen aufhorchen. Nach einigen Tagen des Einspielens und wieder für mich allein, verkabelte ich den Soul gleichzeitig mit den Air Tight und der Soul E. So brauchte ich nur die Lautsprecherkabel umzustecken. Zuerst genoss ich das Zusammenspiel des Soul mit den Röhren-Monos. Der Soul verlieh der Musik eindeutig mehr Raum und Transparenz als ich dies von meinem Antelope Zodiac plus gewohnt war. Die Kombination des Soul mit der Soul E entpuppte sich im direkten Vergleich zu den Air Tights zwar als tonal andere, aber allemal gleichwertige Alternative. Das ist bei dem Preisunterschied von weit mehr als dem Fünffachen beachtlich – oder auch erschreckend. Nehmen wir zwei Beispiele: Das Album Sotho Blue von Abdullah Ibrahim & Ekaya intoniert der Soul E mit schlankerem Grundton. Dagegen setzte er einen erheblich nach hinten vergrößerten Raum und gesteigerte Nuancierung, bei der die vier Blasinstrumente, die Saxophone und die Posaune, deutlich detailreicher zu Gehör kamen. Das Gefühl, das Arrangement klinge zu schlank, stellt sich dabei keineswegs ein. Die Bläsersätze ertönen druckvoll mit kräftigem Fundament und glaubwürdigen Klangfarben. Allen Titel des Albums konnte der Soul E feinsinniger differenzieren, und das machte eindeutig mehr Spaß. Die eingängige Bassmelodie im Titel „Calypso Minor“ hatte mit dem Soul E gleichzeitig Volumen und Kontur. Das änderte sich auch nicht bei lauten Pegeln, denn an Leistung mangelt es so schnell nicht und das Klangbild blieb frei und dynamisch unbegrenzt.

Der Aufbau des Soul E ist übersichtlich
Der Aufbau des Soul E ist übersichtlich


  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026
  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.