tests/20-03-10_soundspace
 
Test.
Deutsch English|

Soundspace Systems Pirol

10.03.2020 // Dirk Sommer

Nach ersten telefonischen Kontakten traf ich den Entwickler dann während der Messe in Warschau, wo er in einem recht kleinen Hotelzimmer die Pirol vorführte. Die jeweils auf die Zimmerwände abstrahlenden Tieftöner, der geringe Wandabstand und die für meinen Geschmack etwas zu euphonische Bassfülle ließen mich daran zweifeln, dass sich die Pirol in meinem Raum wohlfühlen würden. Als ich dann auch noch ihr Gewicht erfragte, schien mir ein Test ausgeschlossen. Aber der Entwickler blieb trotz meiner Einwände tiefenentspannt, erklärte, dass er für den Transport über einen elektrischen Treppenlift verfüge, und gab gern zu, dass der Basspegel ein wenig opulent eingestellt sei, um auch bei dem auf Messen eher flüchtigen Hineinhören Eindruck zu hinterlassen. Keine fünf Minuten und ein paar Tipps auf dem Trackpad und der Tastatur eines Laptops später bewies die Pirol, dass sie trotz ihrer verschwenderischen Membranfläche und der wandnahen Aufstellung auch in einem eher keinen Raum im Tieftonbereich sehr exakt, kontrolliert und melodiös agieren konnte: Ich lud Michael Plessmann und seine Pirol in meinen Hörraum ein.

Der Tiefmitteltöner arbeitet auf diese Öffnung auf der Rückseite. Soundspace Systems spricht hier von einer offenen Schallwand. Der regelbare Bändchen-Hochtöner soll für mehr Luftigkeit sorgen
Der Tiefmitteltöner arbeitet auf diese Öffnung auf der Rückseite. Soundspace Systems spricht hier von einer offenen Schallwand. Der regelbare Bändchen-Hochtöner soll für mehr Luftigkeit sorgen

Als er dann aber mit einem Begleiter, besagtem elektrischen Treppenlift und zwei riesigen Flightcases vor der Haustür stand, war ich nicht mehr so sicher, ob die Einladung wirklich eine gut Idee gewesen war. Aber das eingespielte Duo – oder inklusive Treppenlift auch Trio – bewältigte den Transport in die dritte Etage, wobei die ersten beiden per Aufzug überbrückt wurden, zwar nicht gerade spielend, jedoch routiniert und gekonnt. Nun stehen die Boliden im Hörraum, die Aktiv-Module beziehen ihren Strom über zwei Audioquest Tornado, und die beiden Vorstufenausgänge der fantastischen Audio Exklusiv R7 versorgen sowohl die Einstein-Endstufe als auch die Bass-Elektronik der Pirol.

Der Supravox-Tiefmitteltöner ohne Staubschutzkappe
Der Supravox-Tiefmitteltöner ohne Staubschutzkappe

Es nahen die Minuten der Wahrheit: Bei bisher unbekannten oder nur unter Messebedingungen gehörten Komponenten entscheidet sich in der ersten Minuten, ob deren Test Pflicht oder Freude wird. Unabhängig von gewissenhaftem Feintuning erkennt man mit einem wohlvertrauten Teststück schnell, ob ein Schallwandler zum Raum und den eigenen Vorlieben passt. Schon nach ein paar Takten hat mich die Pirol für sich eingenommen: Es gibt keine tonalen Auffälligkeiten und trotz des wohlig kräftigen Bassfundaments spielen die Lautsprecher sehr lebendig und mitreißend. Sie kennen das Phänomen gewiss: Verwöhnt eine Box mit reichlich Tieftonenergie, wirkt sie oft ein wenig behäbig und rhythmisch weniger spannend. Nicht so die Pirol: Die gibt sich ungemein spielfreudig und lässt den Zuhörer keinesfalls unbeteiligt. Schon jetzt ist für mich klar: Da muss Michael Plessmann einiges verdammt richtig gemacht haben. Das heißt natürlich nicht, dass die Pirol nicht positiv auf ein bisschen Feintuning sowie tiefergehende Modifikation reagieren würde. Doch dazu gleich mehr. Ich bin jedenfalls sicher, dass die weitere Beschäftigung mit der Soundspace Systems zum lustvollen Teil der Arbeit zählen wird.


  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026
  • Keces Ephono+

    Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben. Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des…
    23.12.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.