tests/20-04-01_keces
 

Keces E40

01.04.2020 // Finn Corvin Gallowsky

Da ich schon seit langer Zeit keinen CD-Player mehr nutze und alle CDs, die ich aus Sammler- und Nostalgiewert noch als echten Datenträger kaufe, sofort rippe, besitze ich kein klassisches Gerät für den Anschluss per Line-Eingang. Deshalb liegt es mir nahe, einfach mal den Ausgang meines Brooklyn DAC+, der über den Mutec Reclocker MC-3+ USB vom Melco Server gespeist wird, an den analogen Eingang des kleinen Vollverstärkers zu hängen. Mir wird schlagartig bewusst, welches enorm große Potential der Keces mitbringt. Der interne Wandler des E40 wird von meinem Mytek DAC samt Reclocker zwar abgehängt und es wäre schlimm, wenn dies nicht so wäre, schließlich kostet nur der DAC schon fast viermal so viel wie der Vollverstärker. Die Verstärkersektion allerdings läuft in dieser Konfiguration zu Höchstform auf. Es ist schier unglaublich, wie viel Dynamik, Räumlichkeit und Kontrolle aus so einem kleinen Gehäuse möglich ist. Die vorher bemängelte Ungenauigkeit im Bassbereich ist verschwunden. Ich bin wirklich schwer beeindruckt. Keces macht hier meiner Meinung nach alles richtig! Warum? Dieser Vollverstärker ist perfekt für den Einstieg oder den Aufbau einer Zweitanlage, denn sein Herzstück, die Verstärkereinheit, ist beeindruckend gut. Für den Anfang hat man ein solides Startpaket. Dank USB- und Phono-Eingang kann man sowohl analog als auch digital sofort loslegen. Kommt dann der meist unvermeidbare Wunsch, die Wiedergabe zu verbessern, ist mit einem externen DAC, hochwertigen CD-Spieler, der Optimierung des Betriebssystems des Zuspielcomputers, einem Server oder hochwertigeren Phonoverstärker viel zu holen. Vor- und Endstufe des Vollverstärkers werden einen dabei garantiert nicht im Stich lassen und mit jeder Verbesserung der Kette aufblühen und den geneigten Hörer mit Spielfreude überschütten. Die Mission, neue Musikhörer zur Stereoanlage zu bekehren, dürfte als erfüllt bezeichnet werden.

STATEMENT

Der Vollverstärker Keces E40 ist ein ideales Einstiegsgerät, bei dem man nicht lange nachdenken muss. Klar, schnörkellos und ohne viel unnötiges Beiwerk liefert der kleine Amp genau das, worauf es ankommt: einen ausgezeichneten Grundsound, der mit jeder Verbesserung der Peripherie mitwächst. Nicht zu vernachlässigen ist dabei seine extrem kleine Bauform und somit vielseitige Anwendbarkeit auch auf begrenztem Raum.
Gehört mit
Computer ThinkPad 470s, Intel i5-6300U @ 2,4GHz, 12GB DDR4-RAM @ 2400MHz, Windows 10 (Roon, foobar2000)
Router & Zubehör TP-Link Archer C7 AC1750, Sagemcom FAST5460, Netgear ProSAFE GS108 (mit Keces P3)
Server Melco N1 AH 60/2
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Sbooster BOTW Eco P&P)
Endstufe NAD C 275BEE
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP FiiO X7 Mark II mit AM3A (FiiO Music App, BubbleUPnP, TIDAL)
Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 9 (BubbleUPnP, foobar2000 controller pro, TIDAL)
Kopfhörerverstärker ifi iDSD micro Black Label
Kopfhörer Dan Clark Audio (Mr. Speakers) Ether 2
In-Ears & Zubehör Etymotic ER4SR, Ikko Audio OH10 Obsidian, Vision Ears VE6 X2, ifi IE-Match
Kabel Sommer, Vovox, Cordial, Intona, Furutech, Belden
Herstellerangaben
Keces E40
Leistung 2 x 50W bei 8Ω, 2 x 65W bei 4Ω
Frequenzgang 10Hz – 100kHz
Stromstärke 15A Peak pro Kanal
THD+N <0,008% bei 1kHz A-Weighting, <0,02 % bei 1 kHz A-Weighting für Phono MM
S/NR 110dB A-Weighting, 82dB für MM Phono
Eingangsimpedanz 36 kΩ, 47 kΩ für Phono MN
Kopfhörerausgang 100mW bei 32Ω
D/A Wandler PCM bis 48kHz / 16-bit
Stromeingang 220V-240V
Leistungsaufnahme max. 180 Watt
Gehäuse 3mm Vollaluminium
Abmessungen (BxTxH) 220 x 220 x 66 mm
Gewicht 4kg
Preis 600 Euro

Vertrieb
Robert Ross Audiophile Produkte GmbH
Anschrift Schulstraße 1
18375 Ostseebad Prerow
Telefon +49 38233 455
E-Mail r.ross@robertross.de
Web www.robertross.de


  • Scansonic HD M15.2

    Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle…
    15.05.2026
  • Chord Company ChordMusic Kabel

    Ich hatte schon einiges über die Kabel der englischen Chord Company gehört, aber bisher noch nicht das Vergnügen, eines davon in meiner Anlage zu hören. Deshalb war meine Vorfreude ausgesprochen groß, als ich den Auftrag erhielt, XLR-Verbindungen und Lautsprecherkabel der Top-Linie mit dem Namen ChordMusic einem ausführlichen Test zu unterziehen. Die Chord-Produkte werden seit 2017 von DREI H in Deutschland und Österreich vertrieben. Da ich in Hamburg lebe und der Vertrieb ebenfalls in der Hansestadt…
    13.05.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.