tests/20-07-06_psaudio
 

PS Audio Stellar M1200, Stellar Gain Cell Preamplifier, Stellar PowerPlant 3

06.07.2020 // Wolfgang Kemper

Der HC-Kippschalter ist enorm wichtig, denn er ermöglicht die Verwendung leistungsgieriger Endstufen
Der HC-Kippschalter ist enorm wichtig, denn er ermöglicht die Verwendung leistungsgieriger Endstufen

Im dynamischen Verhalten limitierte der Power Plant trotz seiner theoretisch eher zu knappen Leistung keineswegs und so war dann für mich ab jetzt der HC-Schalter tabu, weil es mit ihm etwas weniger gut klang. Bei anderen Endstufen kann er allerdings sinnvoll oder eben zwingend sein. Deshalb machte ich den gleichen Versuch mit den stromgierigen AirTights. Sobald diese durch die interne Relais-Freigabe spielbereit waren, schaltete der PowerPlant3 die Stromzufuhr ab und blinkte aufgeregt nun in Rot mit der Leistungs-LED. Ein Komplett-Reset war fällig. Danach war alles wieder in Ordnung, denn ich hatte nun den HC-Modus eingeschaltet. So konnte der Gain Cell gleich einmal seine Qualitäten an den Röhren demonstrieren.

Ein Ausstattungsmerkmal ist das per Fernbedienung einschaltbare MuliWave. Dieses beeinflusst die Form des neu generierten Sinus dahingehend, dass die angeschlossenen Geräte wegen einer zeitlichen Veränderung der Sinuskurve in der Amplituden-Spitze mehr Strom speichern können. Weil MultiWave einzig über die Fernbedienung zu- oder abschaltbar ist, kann ich bequem umschalten. Ja, ein Unterschied ist zu hören. Aber ich habe Mühe, diesen qualitativ einzuordnen. Im Blindvergleich durch mehrfaches Betätigen der Fernbedienung ohne mitzuzählen und bei geschlossenen Augen, fiel meine Wahl stets auf die Variante ohne MultiWave. Das indizierte das fehlende Blaulicht der zugehörigen LED. Ohne MultiWave empfand ich die Darstellung als minimal fokussierter, was mir persönlich etwas besser gefiel. Aber bitte, diese Option mag andernfalls ausgeprägter und vorteilhaft sein. Die sporadisch anzuwendende Funktion CleanWave entmagnetisiert die Trafos angeschlossener Komponenten. Deren Magnetisierung baut sich über die Zeit durch im Wechselstrom übliche leichte Asymmetrie auf, so PS Audio. Diesen Effekt kann man also nicht jederzeit abrufen, um die Wirkung zu prüfen.

Die Output-LED konnte ich mit den M1200 im regenerierten Modus trotz hoher Lautstärke nicht in den gelben Warnzustand oder gar ins Rot treiben
Die Output-LED konnte ich mit den M1200 im regenerierten Modus trotz hoher Lautstärke nicht in den gelben Warnzustand oder gar ins Rot treiben

Eines macht der Stellar Power Plant 3 auch unter recht guten Stromvoraussetzungen wie den meinen: Er gestaltet die Musik nicht nur ein wenig gestaffelter und besser durchhörbar, sondern, und dies wird bei längerem Hören zunehmend deutlicher, angenehm entspannter. Mir kam es beim Umstecken auf das alternative Netzfilter so vor, als würde der PS Audio eine ansonsten vorhandene minimale Rauheit eliminieren und so das Hören stressbefreit ermöglichen. Ein technischer Grund für das Können des P 3 ist seine mit 0,008 Ohm ungewöhnlich niedrige Ausgangsimpedanz, sagt man bei PS Audio. Diese gestatte enorme Dynamik auch bei großen Pegelsprüngen in komplexer Musik wie etwa orchestralen Werken. Was diesen wichtigen Punkt Dynamik bei Stromfiltern oder Stromaufbereitern anbelangt, kann ich versichern, dass hier keinerlei Kompression stattfindet, einen dynamischen Zuwachs konnte ich unter meinen Bedingungen jedoch auch nicht hören. Seine Berechtigung erwarb sich der PowerPlant 3 jedoch schon durch die auf sein Konto gehende leicht verbesserte Raumabbildung und vor allem durch die Reinheit, die er bei allen Musik-Genres als Wohltat einbrachte und damit das Hörvergnügen steigerte.


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