tests/20-09-22_audioquest
 
Test.
Deutsch English|

Audioquest Mythical Creatures – FireBird

22.09.2020 // Dirk Sommer

Das ThunderBird aus der Mythical-Creatures-Serie habe ich Ihnen schon vorgestellt und auch verraten, dass die beiden anderen dazugehörenden Mythischen Wesen sich ebenfalls im Hörraum tummeln. Die spezielle Technologie der Kabel ist bereits abgehandelt. Da sollte der Bericht über das FireBird eine völlig unbeschwerte Angelegenheit sein. Eigentlich.

Bei der Beschäftigung mit den USB-, Firewire- und Ethernet-Kabeln hatte es sich gezeigt, dass es bei Audioquest völlig ungefährlich ist, sich mit einer Gruppe von Kabeln unterschiedlicher Qualitätsklassen zu beschäftigen: Analog zum Preis bekommt man nicht nur immer wertvollere Materialien, sondern auch bessere klangliche Ergebnisse. Kein Wunder also, dass ich spontan zustimmte, als Robert Hay, Audioquests Marketing Direktor für Europa, vorschlug, sich das Trio der Mythical Creatures einmal zu Gemüte zu führen. Da mich Garth Powells Netzaufbereiter und -kabel mit ihrer ZERO- und Ground-Noise-Dissipation-Technologie – und vor allem der der Dynamik außerordentlich zuträglichen Power-Corretion-Schaltung – bis heute begeistern, war ich natürlich gespannt, was die Übertragung einiger seiner Entwicklungen auf Lautsprecherkabel bewirken würde.

Das FireBird ist mit rot/schwarzem Geflecht überzogen. Auch die roten Metallteile sollen wohl Feuer suggerieren
Das FireBird ist mit rot/schwarzem Geflecht überzogen. Auch die roten Metallteile sollen wohl Feuer suggerieren

Ich gebe gerne zu, dass es mir ausgesprochen verlockend erschien, sich nur einmal ausführlich mit der Technologie der Kabel auseinandersetzen zu müssen, dabei aber die drei besten Kabelmodelle von Audioquest hören zu können. Von den FireBirds bestellte ich keine Bi-Wiring-Kombination mit nur einem Pärchen Anschluss-Kabel auf der Verstärkerseite, sondern jeweils ein BASS- und ein ZERO-Kabel. Der Gedanke dahinter: So ließe sich einfach herausbekommen, ob es vielleicht sinnvoller ist, eine Bi-Wiring-Lösung des Thunderbird oder ein ZERO der darüber angesiedelten FireBird-Serie zu wählen. Da Robert Hay auch noch anbot, vom Top-Kabel, dem Dragon, neben der Bi-Wiring-Kombination auch noch ein ZERO mitzuschicken, schien mir auch ein Vergleich FireBird-Bi-Wiring zu Dragon-Zero eine gute Idee zu sein. Das kommt davon, wenn man nicht früh genug die Preislisten studiert. Ich hatte vermutet, dass sich ein Zero der höheren Qualitätsstufe in etwa in der Preisregion des Bi-Wiring-Modells des direkt darunter angesiedelten Kabels bewegt. Aber weit fehlt: Liegt das Pärchen Drei-Meter-Bi-Wiring-Kabel beim ThunderBird knapp unter 10.000 Euro, steht ein FireBird-Zero bereits mit fast dem Doppelten in der Preisliste. Und wenn ich den Preis eines Dragon – 34.000 Euro für das Zero, 25.900 Euro für das BASS – verrate, dürfte ich damit wieder eine Diskussion darüber entfachen, ob ein Kabel dieses Kalibers im Umfeld meiner Kette sinnvoll sein kann: Ist es nicht wirklich. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ich maximal die Zwei-Meter-Variante bräuchte, die mit fast 10.000 Euro weniger in der Preisliste steht. Aber wenn Sie fragen, ob es mich reizt, solche Pretiosen in meiner Kette zu hören, muss ich ehrlich bekennen: ja!

Doch erst einmal zurück zum FireBird: Das Vollbereichs Kabel ZERO unterscheidet sich vom günstigeren ThunderBird nicht nur durch das Material: Die Hälfte der Leiter besteht hier aus Silber, das bei Audioquest unter „Solid Perfect Surface Silver“ firmiert, die andere Hälfte aus „Perfect Surface Copper+“, also Kupfer mit feinstens polierter Oberfläche. Zudem besitzt das FireBird „Sonic Signature Conductors“, einen Mix aus Leitern verschiedener Materialien und Querschnitte, die die gewünschte klangliche Struktur sicherstellen sollen. Die vier Kupferleiter des ThunderBird hingegen bestehen aus vier Kupferleitern gleichen Querschnitts. Eine Kombination verschiedener Querschnitte und Materialien – Perfect Surface Copper und Long Grain Copper – gab es hingegen schon beim ThunderBird-BASS-Kabel. Beim FireBird-Bass sind es beim Plus-Kabel drei Kupfer- und ein Silber-Leiter. Das Minus-Kabel weist exakt die doppelte Menge an Leitern auf, von der die eine Hälfte aber nur mit den Anschlüssen am Verstärker verbunden ist. Sie hat keinen Anteil an der Übertragung des Musiksignals, sondern dient nur der Rauschableitung. Nähere Erläuterungen und einige Skizzen finden Sie in Garth Powells White Paper, von dem ich Ihnen auch eine Übersetzung ins Deutsche anbieten kann.


  • Spendor A1.2

    Spendor hat seinen Klassiker A1 verfeinert. Der wichtigste technische Unterschied ist eine zusätzliche Verstrebung, die jetzt direkt hinter dem Tiefmitteltöner sitzt und über eine Sorbothane-Dämpfung mechanisch gekoppelt ist. Dadurch sollen störende Resonanzen reduziert werden. Wir haben uns die Evolutionsstufe A1.2 angehört. Einleitend möchte ich kurz auf meine persönliche Perspektive zu diesem Lautsprecher eingehen. Denn was um Himmels Willen interessiert einen Hochwirkungsgrad-Junkie eine kleine Regalbox mit bescheidenem Wirkungsgrad? Tatsächlich habe ich mir diesen Lautsprecher selbst für…
    02.06.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    The first, rather lengthy article about Wilson Benesch' Prime Meridian system dealt solely with the turntable unit, consisting of the OMEGA Drive, ALPHA Drive, the FrACTal damping system in which the motor and tonearm are mounted, and the R1 Rack. Now, in addition to introducing the tonearm and cartridge, we finally turn to the sound of the turntable. The fact that the Prime Meridian system's turntable is driven by a motor with one and a…
    29.05.2026
  • Galion Audio TS34

    Der kanadische Hersteller Galion Audio hat seinen KT88-bewehrten Vollverstärker TS120 SE als Basis für die Entwicklung eines günstigeren Modells mit EL34-Röhren genommen, den TS34. Ein interessantes Feature ist die Möglichkeit, zwischen Class A und Class AB umzuschalten, was ihn von vielen anderen EL34-Designs unterscheidet. Mir war Galion Audio bis zum Test des Röhrenvorverstärkes „Navy“ im Herbst des letzten Jahres noch nicht bekannt. Das junge Unternehmen aus Québec in Kanada wurde von Thomas Tan gegründet, der…
    26.05.2026
  • XACT N1 Switch

    Manchmal dauert es etwas länger, bis ein Test zustande kommt. Nicht immer ist ein Testgerät auf Hersteller- oder Vertriebsseite für Hifistatement verfügbar und dann müssen bei uns auch noch die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden sein. Doch nun hat endlich alles geklappt und ich kann Ihnen den XACT N1-LAN-Switch vorstellen. XACT ist die jüngste Marke von Marcin Ostapowicz, der seit 2010 in der High-End-Audio-Branche tätig ist und sich von Anfang an auf die Streaming-orientierte digitale Audiowiedergabe spezialisiert…
    22.05.2026
  • Aavik I-288

    Im dänischen Aalborg befindet sich eine Hifi-Schmiede der Extraklasse. Hier produzieren Michael Børresen und sein Team Produkte, die nicht nur elegant aussehen, sondern auch mit außergewöhnlichen technischen Features ausgestattet sind – wie der Vollverstärker Aavik I-288, den uns die Audio Group Denmark zum Test geschickt hat. Wenn man sich in der Hifi-Welt umsieht, könnte man meinen, dass die Audio Group Denmark zu den jüngeren Unternehmen in der Szene gehört. Doch man sollte sich nicht täuschen…
    19.05.2026
  • Scansonic HD M15.2

    Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle…
    15.05.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.