tests/20-10-06_ifi
 

iFi ZEN CAN

06.10.2020 // Finn Corvin Gallowsky

Sowohl der Sendy Aiva als auch die Vision Ears VE6 lassen sich mehr als laut genug in der ersten von vier Gain-Stufen betreiben. Für den hochohmigen beyerdynamic DT770 Pro 250 Ohm, den ich im Arbeitsalltag häufig zum schnellen Überprüfen von am Mischpult auflaufenden Signalen nutze, darf es dann schon mal die zweite Stufe mit sechs Dezibel zusätzlicher Verstärkung sein. Allerdings nur, um Signale vollständig zu durchleuchten und beispielsweise mittels eines Expanders das Grundrauschen eines Mikrofons herauszufiltern. Für das normale Musikhören werde ich auf der ersten Stufe glücklich und auch, wenn es laut wird, sind keine Verzerrungen in Hörweite. Der DT770 ist zwar weit davon entfernt, als audiophiler Traum zu gelten und fällt vor allem dem Sendy gegenüber stark ab, doch als Arbeitswerkzeug und hochohmiger Testkandidat beweist er, dass der ZEN CAN selbst in diesem Fall in der Null-Dezibel-Gain-Stellung genügend Leistung liefert. Für noch schwierigere Fälle steht eine zusätzliche Verstärkung von insgesamt 18 Dezibel zur Verfügung, was etwa einer Vervierfachung der gefühlten Lautstärke und einer Verachtfachung des Schalldruckpegels entspricht. Das sollte jeden Kopfhörer antreiben können. In einigen seltenen Fällen zwar nicht zu Höchstleistungen, in den meisten Fällen jedoch weit mehr als ausreichend. Trotz seiner kleinen Bauform und seines geringen Preises ist der ZEN DAC folglich ein sehr überzeugender Kopfhörerverstärker, der auch mit höherpreisigen Kopfhörern agil und zuverlässig zu arbeiten weiß.

Rechts neben dem Quellenwahlschalter befinden sich die vier Gain-Stufen von 0 bis 18 Dezibel
Rechts neben dem Quellenwahlschalter befinden sich die vier Gain-Stufen von 0 bis 18 Dezibel

Abschließend muss ich noch einmal den Bogen zum ZEN DAC schlagen, den ich ebenfalls bereits testen konnte. Ich kann es noch immer nicht glauben, dass man mit einer Kombi aus ZEN DAC und ZEN CAN für etwas über 300 Euro einen extrem musikalisch agierenden DAC und einen vielseitigen Kopfhörerverstärker bekommt, die es gemeinsam spielend mit höherpreisigen Komponenten aufnehmen können. Dass solch harte Konkurrenz nicht aus Fernost, sondern von einem renommierten High-End Hersteller selbst kommt, ist ungewöhnlich, aber durchaus erfreulich.

STATEMENT

Ein Preis-Tipp, mit neutralem Sound, genügend Power für nahezu jedes erdenkliche Kopfhörermodell und einer Ausstattung, die in diesem Preissegment unerreicht ist. Beim Betrieb von In-Ears tut sich der ZEN CAN durch seine Rauscharmut hervor. Er ist der ideale Spielpartner für den ZEN DAC und schlägt dessen bereits guten Kopfhörerverstärker nochmals.
Gehört mit
Computer ThinkPad 470s, Intel i5-6300U @ 2,4GHz, 12GB DDR4-RAM @ 2400MHz, Windows 10 (Roon, foobar2000)
Router & Zubehör TP-Link Archer C7 AC1750, Sagemcom FAST5460, Netgear ProSAFE GS108 (mit Keces P3)
Server Melco N1 AH 60/2
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Sbooster BOTW Eco P&P), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP HiBy R6 (HiBy Music App, BubbleUPnP, TIDAL)
Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 9 (BubbleUPnP, foobar2000 controller pro, TIDAL)
Kopfhörerverstärker iFi iDSD micro Black Label
Kopfhörer Sendy Audio Aiva, beyerdynamic DT-770 Pro 250 Ohm
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, Jays Q-Jays, iFi IE-Match
Kabel Sommer, Intona, Furutech, Belden, Glockenklang/Eupen
Herstellerangaben
iFi ZEN CAN
Eingänge T4.0V nominal @ 0dBF (4.4mm Pentaconn symmetrisch)
2.0V nominal @ 0dBFS (Cinch unsymmetrisch)
1.0V nominal @ 0dBFS (3,5 mm Klinke unsymmetrisch)ext
Max. Ausgangsleistung >15.1V/385 mW (@ 600 Ohm) (symmetrisch)
>11.0V/1890 mW (@ 64 Ohm) (symmetrisch)
>7.6V/196 mW (@ 300 Ohm) (unsymmetrisch)
>7.2V/1600 mW (@ 32 Ohm) (unsymmetrisch)
THD & N < 0.0007% (4V out, 600 Ohm, 1kHz) (symmetrisch)
<0.006% (@ 100 mW/1.27V 16 Ohm) (unsymmetrisch)
Signal-Rauschabstand >120dBA (@ 15.2V) (symmetrisch)
>118dBA (@ 7.6V) (unsymmetrisch)
Gain 0dB, 6dB, 12dB und 18dB
Frequenzgang 20Hz - 20kHz (+0dB / -0.03dB)
Energieverbrauch ~5W (ohne Signal)
~13W (maximales Signal)
Eingangsspannung DC 5V/2.5A
AC 100 -240V
50/60Hz
Abmessungen (BxTxH) 158 x117 x35 mm
Gewicht 515g
Garantie 12 Monate
Preis 185 Euro (Für die ersten 1000 Geräte direkt vom deutschen Vertrieb WOD-Audio mit iPower-Netzteil)
165 Euro (Für alle weiteren Geräte mit normalem Netzteil)

Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
Anschrift Westendstr. 1a

61130 Nidderau
Telefon +49 6187 900077
E-Mail info@wodaudio.de
Web www.wodaudio.de


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