tests/21-04-02_audioquest
 

Audioquest Thunderbird 48 (HDMI)

02.04.2021 // Dirk Sommer

Bei der Beschäftigung mit den Komponenten von Auralic schien es in Sachen Kabel noch Gewissheit zu geben: Die Lightning-Link-Verbindung nutzt HDMI-Buchsen und Kabel, und Auralic-Chef Xuanqian Wang empfahl als Upgrade zur recht guten, beigepackten HDMI-Verbindung Audioquests Diamond. Doch damit ist es nun vorbei.

Als ich versuchte, für den Test von Auralics Leo GX.1 und Vega G2.1 im Zusammenspiel mit dem Sirius G2.1 und dem Aries 2.1 ein drittes Diamond von Audioquest zu leihen, musste ich lernen, dass dieses nicht mehr produziert wird. Die drei Kabel an der Spitze der Hierarchie heißen jetzt wie bei den Netz- und Lautsprecherverbindungen Thunderbird, Firebird und Dragon. Robert Hay, Audioquests Marketing Direktor für Europa, brachte daher alternativ zu einem Diamond ein Dreier-Set Thunderbirds auf den Weg nach Gröbenzell. Leider traf das Päckchen erst nach dem Erscheinen des Tests ein: Der Vega G2.1 war inzwischen bei unserem Fotografen Helmut Baumgartner gelandet, der ihn in Kombination mit seinem kürzlich erworbenen Aries G2.1 ausprobieren wollte. Dabei konnte er zumindest eines der Thunderbirds schon ein wenig einspielen. Sobald der Vega dann wieder in meinen Hörraum zurückgekehrt war, liefen er und mein über das Thunderbird verbundener G2.1 noch einige Tage im Dauerbetrieb. Doch vor den ersten Hörerfahrungen noch ein kurzer Blick auf die Technik des neuen HDMI-Trios.

Die mit dem Statement in High Fidelity ausgezeichneten Stromaufbereiter und Netzkabel waren Garth Powells erste Entwicklungen für Audioquest, in denen seine Low-Z- und Noise-Dissipation-Techologie zum Einsatz kam. Danach widmete er sich der Übertragung seiner Erkenntnisse auf die Konstruktion von Lautsprecherkabeln. Die Ergebnisse waren nicht weniger beeindruckend als die bei der Netztechnik: Ich habe jedenfalls in meiner Kette kein besseres Lautsprecherkabel gehört als das Dragon in Bi-Wiring-Konfiguration. Und nun nahm sich der Perkussion- und Free-Jazz-Fan Garth Powell Audioquests HDMI-Kabeln an. Wie immer geht es ihm auch hier vorrangig um die Ableitung vor Einstreuungen vor allem im sehr hochfrequenten Bereich. So sind alle 19 Leiter – AV, eARC, Bezugsmasse, Steuerung und Stromversorgung – laufrichtungsgebunden. Die korrekte Richtung sollen zusammen mit dem Einsatz der Graphen- und der Global-Carbon-Schirmung eine effektive Rauschableitung garantieren. In allen Audioquest HDMI-Kabeln kommen eindrähtige Signal- und Masseleiter zum Einsatz. Für die Audio/Videoübertragung stehen vier symmetrische Kabelpaare bereit, die jeweils einzeln geschirmt sind. Übrigens sind die HDMI-Schnittstellen im Audiobereich nicht nur für Auralic die Verbindung der Wahl. So nutzt sie beispielsweise auch PS Audio für I2S-Signale. Leider konnten sich nicht alle Hersteller auf die von PS Audio vorgeschlagene Belegung der Stecker und Buchsen einigen. Bei einigen Geräten wie etwa dem Antipodes K50 ist die Belegung des I2S-Ausgangs daher für die Kommunikation mit Wandlern anderer Hersteller per DIP-Schalter konfigurierbar. Es macht also durchaus Sinn, sich mit dieser Alternative zu USB zu beschäftigen.

Die Laufrichtung der einzelnen Leiter, der Einsatz von der Graphen- und der Global-Carbon-Schirmung sind Bestandteile der Noise-Dissipation-Techologie
Die Laufrichtung der einzelnen Leiter, der Einsatz von der Graphen- und der Global-Carbon-Schirmung sind Bestandteile der Noise-Dissipation-Techologie

Als Numero drei in der Rangfolge muss das Thunderbird auf das 72-Volt-Dielectric-Bias-System verzichten, das mit seiner Spannung das Dielektrikum ausrichten und so unter anderem den Einspieleffekt vorwegnehmen soll. Gut also, dass das Thunderbird schon insgesamt über eine Woche mit Signalen traktiert wurde, bevor ich es nun mit dem Diamond vergleiche. Leider waren vorher im Rack ein paar Umstellungen nötig: Das Diamond ist nur 60 Zentimeter lang, reicht also nicht, um Aries und Vega zu verbinden, wenn sie in benachbarten Racks stehen. Ich musste die Auralic-Geräte daher übereinander stellen, wohl wissend, dass das nicht gerade ideal ist: Die Digital-Komponenten ruhen ja auf speziellen Füßen, in denen auf ihr Gewicht abgestimmte Federn für Entkopplung sorgen. Beim unten stehenden Auralic sind die Federn nun aber überlastet, seine Arbeitsbedingungen also nicht optimal. Dennoch ist die Auflösung des Aries/Vega-Duos mehr als ausreichend, um klar zu machen, dass das Diamond bei „Calypso Minor“ minimal dynamischer und eine Spur frischer agiert, das Thunderbird – wie man bei dem Namen erwarten könnte – noch ein wenig mehr Druck im Tieftonbereich entfaltet. Bei der AudiaZ Cadenza, die momentan in meiner Kette spielt, bevorzuge ich das Diamond, bin mir aber ziemlich sicher, dass ich zum Thunderbird tendierte, wenn die Göbel Epoque Aeon Fine wieder auf ihrem angestammten Platz steht.


  • Unison Research Unico PRE v2 und Unico DM v2

    Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn. Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der…
    07.04.2026
  • SendyAudio Egret

    Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis. Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt…
    03.04.2026
  • SOtM sMS-2000

    Roland Dietl benutzt in seiner verzweigten Digitalkette einige SOtM-Produkte – sowohl eigenständige Geräte als auch Platinen, die der Hersteller auf seiner Webseite unter Accessories auflistet – und ist von ihrer Qualität rundum überzeugt. Ich halte es mehr mit klassischen Komponenten. In einer solchen hat SOtM jetzt seine besten Lösungen gebündelt. Der sMS-2000 ist ein Streaming Transport mit der Möglichkeit, SSD-Disks zu integrieren. Der Hersteller beschreibt die Komponente so: „Das Herzstück des sMS-2000 bildet das hochgelobte…
    31.03.2026
  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026
  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.