tests/21-04-07_audiaz
 

AudiaZ Cadenza Silver Edition

07.04.2021 // Dirk Sommer

Die Frequenzweiche brachte Helmuth Weber leider nicht zum Fototermin mit. Immerhin konnte ich in Erfahrung bringen, dass es eine Impedanzlinearisierung gibt, so dass die Cadenza auch für Röhrenverstärker eine leicht zu treibende Last darstellt. Kondensatoren bezieht AudiaZ von Mundorf, Intertechnik und Duelund, Glimmer-Kondensatoren von BCM, Metallfolienwiderstände von Isabellenhütte und Folienspulen auch wieder von Mundorf. Auch beim Gehäuse wird nicht gespart: AudiaZ lässt es im europäischen Ausland aus hochdichtem Ahorn-Multiplex fertigen. Die Kammer für den Accuton-Cell-Mitteltöner ist zusätzlich mit einem schweren und elastischen Komposit-Material ausgekleidet. Dass Helmuth Weber auch bei der Auswahl des Dämpfungsmaterials – in den drei Kammern kommen drei verschiedene Absorber-Materialien zum Einsatz – nichts dem Zufall überlässt, dürfte inzwischen klar sein. Die Anschluss-Terminal stammen bei AudiaZ standesgemäß von WBT. Die silberne Innenverkabelung hatte ich ja schon erwähnt. Da selbst die Version in hochglänzendem Ebenholz-Furnier gegenüber den Klavierlack-Varianten in weiß und schwarz nicht aufpreispflichtig ist, fällt die Liste mit möglichen Extras extrem kurz aus: Man kann lediglich zwischen Keramik- und Diamant-Hochtönern wählen. Letztere erfordern eine Investition von zusätzlichen 8.000 Euro. Nach einem Besuch in meinem Hörraum entschied Helmuth Weber, die Variante mit dem Diamant-Hochtöner nach Gröbenzell zu bringen.

Die Accuton-Cell-Chassis werden in einer verchromten Metallplatte montiert
Die Accuton-Cell-Chassis werden in einer verchromten Metallplatte montiert

Bei meinem ersten Kontakt mit der fast fertigen Cadenza bei Chiemsee Hifi im Oktober letzten Jahres war mir schnell klar, dass die Entscheidung für den mir seit fast einer Dekade vertrauten Hochtöner die richtige war. Denn beim jüngsten AudiaZ-Schallwandler ist es gelungen, die nicht ganz so einfach in den Griff zu bekommenden Accuton-Chassis zu einer stimmigen Einheit zu verschmelzen. Es blieb übrigens nicht bei einem einmaligen Treffen in Rosenheim: Helmuth Weber und ich waren über das Thema Streaming ins Fachsimpeln geraten und stellten uns im Anschluss gegenseitig mal das eine oder andere Gerät zum Ausprobieren zur Verfügung. Beim meinem letzten Besuch im Hörraum von AudiaZ ermöglichte das Streaming auf sehr hohem Niveau, dass ich die Cadenza dank Qobuz mit mir vertrauten Songs hören konnte. Da klang vieles für meine Ohren schon so richtig, dass ich mit dem Verfassen eines sehr positiven Tests hätte beginnen können. Aber das entspricht ja nicht dem Stil von Hifistatement. Wirklich fundierte Aussagen kann man nur machen, wenn das Testobjekt die einzige Unbekannte in der Kette ist – unabhängig davon, wie gut einem das Ergebnis in fremder Umgebung auch gefallen mag. Also bat ich Helmuth Weber, die Cadenza vorbeizubringen und so aufzustellen, dass er mit ihrer Leistung zufrieden ist. Aber das gestaltete sich ein wenig komplizierter, als ich dachte. Denn er bestand darauf, die Boxen erst dann abschließend auszurichten, wenn sie sich 48 Stunden in meinem Hörraum akklimatisiert hätten. Und das habe mit der Ruhe nach dem Transport und dem Luftdruck zu tun. Zum Glück ist der Weg von Rosenheim nach Gröbenzell ja nicht so weit…

Der Mitteltöner wird mit drei Filtern linearisiert
Der Mitteltöner wird mit drei Filtern linearisiert

Ich hatte dadurch zwei Tage Zeit, die nur mal so aus der Lameng aufgestellten Cadenza auf den Positionen auszurichten, auf denen fast alle Lautsprecher in meinem Raum ihre klangliche Bestleistung bringen. Dabei habe ich die AudiaZ deutlich stärker eingewinkelt, als ihr Entwickler das in der Bedienungsanleitung empfiehlt. Aber so erweckten sie bei den einschlägigen Stücken die Illusion einer Bühne mit großer Tiefe und ließen ihren eigenen Standort nicht einmal mehr erahnen. Diese Aufstellung fand dann auch die Billigung von Helmuth Weber. Die Cadenza zählen jedenfalls nicht zu den Mimosen unter den Schallwandlern, bei denen ein paar Millimeter vor oder zurück, weiter nach rechts oder links und ein paar Grad mehr oder weniger Einwinkelung klanglich über Gut und Böse entscheiden. Ob das an der schrägen, dreieckigen Schallwand liegt? Natürlich lassen sich auch der AudiaZ durch eine penible Positionierung noch ein paar Prozent mehr Wohlklang entlocken, aber sie gewährt einem bei der Integration in den Raum recht große Freiheiten.


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