tests/21-04-07_audiaz
 
Test.
Deutsch English|

AudiaZ Cadenza Silver Edition

07.04.2021 // Dirk Sommer

Problematisch ist in meinem Raum aber erfahrungsgemäß die Ankopplung der Lautsprecher an die Fliesen, da der Boden unter ihnen wegen der Fußbodenheizung nicht homogen ist. Die Cadenza, in deren Boden sich die Öffnung des Bassreflexgehäuses befindet, wird mit Edelstahlfüßen oder alternativ mit Antispikes von Audioplan geliefert. Fürs erste hatte Helmuth Weber die harte Ankopplung gewählt. Da sich die Füße von Harmonix, erst die TU-666ZX und später dann die TU-666M, unter der Kawero! Classic bestens bewährt hatten, probieren wir nun die TU-666M – oder mit vollem Namen: BeauTone Million – unter den Cadenza: Die Klangfarben wirken noch harmonischer, die Räume größer, die Wiedergabe wurde noch kohärenter. Ich wäre mit dem bisher Erreichten völlig zufrieden gewesen, aber Helmuth Weber fehlt noch ein Tick Auflösung und Brillianz im Hochtonbereich. Gerade bei Sängerinnen, deren Wiedergabe ihm besonders am Herzen liegt, könne seine Cadenza noch ein wenig mehr. Davon konnte er mich auch schnell überzeugen: Er tauschte das Göbel Lacorde Statement gegen ein AudiaZ-Silber-Lautsprecherkabel und schon erklangen Stimmen, wie vom Entwickler der Cadenza gewünscht. Ich muss jedoch gestehen, dass ich später wieder auf die Lacorde-Kabel zurück wechselte, da mir ein wenig mehr Druck im Tieftonbereich und eine völlig ansatzlose Dynamik wichtiger sind als schöne Stimmen.

Beim Hochtöner hat man die Wahl die zwischen einer 30-Millimeter-Keramik-Membran oder einer ebenso großen aus Diamant. Diese ist natürlich aufpreispflichtig
Beim Hochtöner hat man die Wahl die zwischen einer 30-Millimeter-Keramik-Membran oder einer ebenso großen aus Diamant. Diese ist natürlich aufpreispflichtig

Aber bevor ich mich in Geschmacksfragen verzettle: Die Cadenza reagieren sehr fein auf Veränderungen der vorgeschalteten Kette. Durch die Wahl der Ankopplung an den Boden oder der Lautsprecherkabel kann man den in jedem Fall stimmigen Klang ganz nach Gusto feintunen ohne den tendenziell eher gutmütigen, nie nervösen, ganzheitlichen Charakter der Cadenza zu verändern. Der prädestiniert sie für unangestrengtes, entspanntes Langzeithören. Dank der hohen, aber niemals überanalytischen Auflösung, der vorzüglichen Raumdarstellung und der dynamischen Spielfreude hält die Cadenza dabei auch über Stunden die Spannung hoch.

Helmuth Weber ist, wenn es um die Perfektionierung seiner Lautsprecher oder um das komplexe Thema Streaming geht, ein – im positiven Sinne – Getriebener: Momentan experimentiert er mit Clocks, Netzteilen, Modifikationen von Switches und Medienkonvertern. Hinzu kommt die Entwicklung von AudiaZ-Digital-Kabel für die verschiedensten Anwendungsfälle. Als dann die Integration der Cadenza in meinen Hörraum erfolgreich abgeschlossen war, baute er eine Reihe seiner aktuellen „Spielzeuge“ in meine Kette ein – und zwar alle gleichzeitig. Anschließend kehrten wir Schritt für Schritt zur Ausgangskonfiguration zurück. Und jedes mal machten die Cadenza die Änderungen zuverlässig hörbar.

Die Weiche wollte Helmuth Weber nicht enthüllen. Dafür brachte er einige der hochwertigen Bauteile mit ins Fotostudio
Die Weiche wollte Helmuth Weber nicht enthüllen. Dafür brachte er einige der hochwertigen Bauteile mit ins Fotostudio


  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026
  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026
  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.