tests/21-05-04_miller
 

Miller & Kreisel MPS2520P und V10

04.05.2021 // Wolfgang Kemper

Miller & Kreisel sind ein traditionsreicher Hersteller von Lautsprechern. Ihr guter Ruf begründet sich auf hochwertigen Kinosystemen und Studio-Monitoren. Vom deutschen Importeur Audio Reference bekamen wir die aktiven Kompaktboxen MPS2520P und den Subwoofer V10 zum Test. Die sollen einzeln und im Set ihre Stereo-Qualitäten beweisen.

Bei Miller & Kreisel denken einige von uns, die diese Ära erlebt haben, an Flamenco Fever, einer Direct-To-Disk-LP, die die Miller and Kreisel Sound Corporation unter dem Label M&K RealTime Records anno 1978 produzierte. Dieses Direktschnitt-Album gehörte damals zur Testplatten-Grundausstattung der Hifi begeisterten Szene. Anlässlich dieses Berichts habe ich mein Exemplar nach langem Suchen wiederentdeckt. Flamenco Fever wird jedoch nicht Bestandteil dieses Berichts, weil in meinem Test-Setup kein Vinyl-Dreher steht. Sie zeigt aber, welch audiophile Aktivitäten und Anstrengungen die Amerikaner Miller & Kreisel schon damals unternahmen. „Rikki Don´t Loose That Number“ ist einer der Erfolgstitel und wurde ein Ohrwurm der Band Steely Dan von ihrem Album Pretzel Logic, das vier Jahre vor Flamenco Fever veröffentlicht wurde. Dies ist insoweit von Bedeutung, als dass Steely Dan-Gitarrist und Bassist Walter Becker (†2017) die musikalisch-qualitative Ausrichtung bei M&K Sound zu schätzen wusste, als er 1973 dort um die Entwicklung eines Subwoofer-Monitor-Systems ersuchte, eben für das Mastering von Pretzel Logic. Angeregt von Walter Beckers Wunsch entwickelte man den ersten Balanced-Dual-Drive-Subwoofer der Welt – dies ist konstruktiv vergleichbar mit dem Compound-System von Dynaudio oder dem Isobarik-Prinzip von Linn – und leistete so auch einen Beitrag zum großen Erfolg dieses dritten Steely Dan-Albums. 1976 spezialisierte sich M&K Sound auf ein Satellitensystem namens David & Goliath und unterschied sich dadurch vom Trend der Mitbewerber, die seinerzeit immer voluminösere Boxen bauten. Ein Jahr später folgte der Volkswoofer, der erste Subwoofer der Welt mit integriertem und angepassten Leistungsverstärker. Seit 2007 ist Miller & Kreisel ein dänisches Unternehmen und hat seinen Firmensitz gar nicht so weit von der Open-Air-Concert-Location Roskilde entfernt und beinahe genauso nah am Zentrum Kopenhagens. Der Grund für diesen Standortwechsel ist die Nähe zum Chassis-Hersteller Scan-Speak, deren Systeme M&K in allen Lautsprechern einsetzt und die nach M&K Spezifikationen bei Scan-Speak gefertigt werden.

Die Bestückung der Monitore dient dem professionellen Einsatz im Studio
Die Bestückung der Monitore dient dem professionellen Einsatz im Studio

Selbst wenn M&K Sound heuer vorrangig die Zielgruppe Kinosound bedient, ist der qualitative Anspruch an naturgetreue Wiedergabe hoch, denn gerade im Studio- und Profi-Bereich genießt das Unternehmen ein hohes Renommee. So sieht der deutsche Importeur Audio Reference die aktiven und kompakten MPS2520P – das P steht für Professional – als Angebot an den anspruchsvollen Stereo-Fan, denn billig sind sie keineswegs. Wer möchte, kann mit einem Subwoofer oder auch derer zwei das Frequenzspektrum und den Schalldruck in den tiefen Tonlagen ausbauen. Der V10 Subwoofer hier ist nur eine Option von mehreren. Schon in der Auswahl liegt ein Vorteil gegenüber Standlautsprechern. Hochwertige Standboxen besitzen oftmals für kleine Räume überdimensionierte Tieftöner. Der Bass ist dann zu dominant und trübt den Gesamteindruck. Satellitensysteme erlauben die unabhängige und individuelle Kombination der Grund- und Hochton relevanten Satelliten mit einem oder zwei für den Hörraum sinnvollen Subwoofern.

Die drei senkrecht untereinander angeordneten Scan-Speak Kalotten bewirken eine gleichförmige Zylinderwelle, die der Abstrahlung im Nahfeld per Schalter angepasst werden kann
Die drei senkrecht untereinander angeordneten Scan-Speak Kalotten bewirken eine gleichförmige Zylinderwelle, die der Abstrahlung im Nahfeld per Schalter angepasst werden kann


  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026
  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026
  • Aavik Acoustics R-588

    Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588. Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung…
    26.06.2026
  • Qln Prestige Three Gen 2

    Mit Lautsprechern der schwedischen Marke Qln haben wir uns bei Hifistatement bisher noch nicht beschäftigt. Ein Versäumnis – wie sich gleich zeigen wird. Also kommen wir schleunigst zum Test der brandneuen QLN Prestige Three Gen 2, einem eleganten Standlautsprecher in klassischer Zwei-Wege-Bestückung mit ambitioniertem Anspruch. Die Ursprünge von Qln reichen bis ins Jahr 1977 zurück. Die fundamentale Zielsetzung der damaligen Gründer ist von Beginn an audiophiler Natur, nämlich einen Lautsprecher zu entwickeln, der die Klangbühne…
    23.06.2026
  • Vertere Ruby one

    Die Beschäftigung mit dem Vertere Xtrax vor beinahe anderthalb Jahren hatte richtig Spaß gemacht. Daher nahm ich das Angebot von Andreas Kayser, dem Inhaber des deutschen Vertere-Vertriebs Beat Audio, das neue Topmodell Ruby one zu testen, gerne an. Dafür habe ich sogar eine meiner selbstauferlegten Regeln für Tests gebrochen. Dazu später mehr. Vorrangig freute ich mich darauf, nach Monaten endlich mal wieder längere Zeit nur Schallplatten zu hören. Außerdem unterscheiden sich Xtrax und Ruby one…
    19.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.