tests/21-06-18_audirvana
 

Audirvana Studio

18.06.2021 // Wolfgang Kemper

Bei der Auswahl von Filtern öffnen sich durch Anklicken des Info-Butons detaillierte Beschreibungen
Bei der Auswahl von Filtern öffnen sich durch Anklicken des Info-Butons detaillierte Beschreibungen

Was gegenüber dem bisherigen Audirvana das neue Studio erheblich erweitert, ist der Zugang zu weltweitem Internetradio und zu Podcasts. Beides lässt sich regional selektieren, in Deutschland sogar bis auf einzelne Städte eingrenzen. Alternativ wird auch eine Selektion nach Sprache leicht gemacht. Für Internetradio gibt es zudem eine Auswahl nach Genre und Qualität, so dass man allzu mieses MP3 außen vorlassen kann. Das Musik-Auswahlmenü zeigt bei Eingabe eines Künstlers in die Suchmaske alle Angebote auf dem lokalen Speichermedium, also meiner Festplatte, alles von diesem Künstler bei den Streaming-Portalen (in meinem Falle nur Qobuz), alle Podcasts und Radiosender. Eine automatische Musik-Berieselung nach Ablauf einer von mir gewählten Musik erfolgt zu meiner Freude nicht. Den Bedienkomfort sehe ich gegenüber dem Vorgänger sehr sinnvoll gesteigert. So kann durch das Setzen von Filtern Musik nach vielerlei Kriterien selektiert werden. Dass MQA nicht unter Dateitypen, sondern im Sortiermenü selektiert wird, ist kein Problem mehr, sobald man es weiß.

Der Mini-Player mit schwarzem Hintergrund zeigt hier die Daten eines MQA-Files
Der Mini-Player mit schwarzem Hintergrund zeigt hier die Daten eines MQA-Files

Die Preisgestaltung von Audirvana Studio weckt beim mir hohe Erwartungen hinsichtlich klanglicher Fortschritte gegenüber dem Vorgänger. Da gibt es nun beides: Enttäuschung und Grund zur Freude. Relevante Klangmerkmale auszumachen, die beide Software-Varianten voneinander unterscheiden, ist mir nicht gelungen, wenn ich in Studio den ASIO-Treiber gewählt hatte, was im alten Audirvana die bestklingende Option war. Sobald ich jedoch das neue Kernel-Streaming aktiviere, ist der Gewinn unüberhörbar. Drei Beispiele: Es gibt eine Deluxe Edition von Gregory Porters Album Liquid Spirit, die nicht nur ein paar interessante Tracks mehr bietet, sondern in puncto Klangqualität deutlich gegenüber der ursprünglichen HighRes-Version zugelegt hat. Mit dem Kernel-Streaming erlebe ich dieses Album mit überlegener, strukturierter Freistellung von Instrumenten und Gregory Porters Stimme im Raum, mehr Explosivität und Leichtigkeit. Im Vergleich dazu wirkt die ASIO-Variante etwas eng und belegt. Die Luftigkeit der Darbietung mit Kontur und Klangfarben steigert die Freude beim Hören recht deutlich. Auch klassische Musik gewinnt, wie etwa der für Solovioline und Orchester arrangierte „Dance Of The Knights“ in Lisa Batiashvilis Album Visions of Prokofiev. Sehr viel klarer und konturenschärfer ertönt gleich zu Beginn die tiefe Trommel. Die Solo-Violine und vor allem die begleitenden Streicher werden mit dem Kernel-Streaming exakter reproduziert. Die Musik ertönt spannender und mitreißender. Dieses wie auch andere orchestrale Werke hören sich jedoch auch mit dem ASIO-Treiber sehr schön an. Dieser vergleichsweise dickliche Sound kann das Volumen des Orchesters sogar positiv beeinflussen. Aber sobald der Wechsel auf Kernel-Streaming erfolgt, wächst das Hörvergnügen dank der erheblich höheren Präzision und besseren Durchhörbarkeit. Ähnlich ging es mir auch beim Vergleich der beiden Soundtreiber beim Album Nightfall von Dieter Ilg und Till Brönner. Mit ASIO steht Dieter Ilgs Bass mit fettem Körper links im Raum, mit Kernel-Streaming tönt er exakter und ein bisschen weniger üppig. Das wirkt für mich schöner und vor allem authentischer.

Angebote auf allen Ebenen bei Eingabe eines Künstler-Namens
Angebote auf allen Ebenen bei Eingabe eines Künstler-Namens


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