Rega schließt die Lücke in seinem Portfolio für MC-Phonovorstufen. Die neue Aos positioniert sich zwischen der vergleichsweise einfachen Fono MC und der Referenz-Phonovorstufe Aura MC. Mit von der Aura abgeleiteter Technik und einem Preis von 2000 Euro dürfte sie im interessanten Sweet Spot für die meisten MC-Fans liegen.
Schon allein aufgrund ihrer bloßen Abmessungen wickelt mich dieses Gerät sofort um den Finger. Mit der ungefähren Grundfläche eines DIN-A4-Blatts und der schmalen Seite als Front entspricht das Gehäuseformat einer halben HiFi-Standardbreite. Knappe drei Kilogramm schwer und acht Zentimeter hoch bedeuten, dass weder Platzprobleme im Rack noch gefährliches Knacken in der Wirbelsäule beim Anheben zu erwarten sind, oder um es ganz konkret auf den Punkt zu bringen: Ein echtes Vernunftgerät zu einem Preis, mit dem man auf dem Teppich bleiben kann. Optisch und haptisch ist ohnehin alles im Lot: Das dezent gehaltene, schwarze Gehäuse kommt in seiner angenehmen Schlichtheit alles andere als marktschreierisch daher und zudem überzeugt die im Frühjahr 2026 eingeführte Aos mit sehr guter Verarbeitungsqualität. Pflicht bestanden. Überhaupt: Schon beim Test der Vor-/Endverstärker-Boliden Rega Mercury und Rega Solis zu Beginn dieses Jahres erwähnte ich, dass der Name Rega bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen in der analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer hervorruft. Insofern bin ich wohl ohnehin etwas voreingenommen, aber sei es drum: Wer wie ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder auch einen Planar 8 besaß, weiß, wovon ich rede, diese Dreher spielten beziehungsweise spielen in ihren jeweiligen Preisklassen immer ganz vorn mit.

Darüber hinaus möchte ich auch an dieser Stelle noch einmal kurz erwähnen, dass Roy Gandy, Gründer und langjähriger Kopf von Rega Research, nicht nur mit dem „Outstanding Contribution Award“ bei den What Hi-Fi-Awards 2025 für sein Lebenswerk geehrt wurde, sondern bereits im Oktober 2024 die Firma Rega nicht etwa an externe Investoren verkauft, sondern die volle Eigentümerschaft an einen Trust übertragen hat, von dem die Mitarbeitenden indirekt profitieren. Hundert Prozent seiner Anteile an der Rega Research Ltd. wurden in einen Employee Ownership Trust (EOT) eingebracht, welcher das Unternehmen im Interesse aller Mitarbeitenden besitzt. Dadurch ist Rega offiziell ein mitarbeiterbeteiligtes Unternehmen geworden. Die Mitarbeiter profitieren finanziell über Gewinnbeteiligungen, tragen aber kein unternehmerisches Risiko. Noch einmal: Chapeau, lieber Roy, für dieses nobles Verhalten.
Was die technische Kür anbelangt: Die Rega Aos MC ist eine ausschließlich für Moving Coils konzipierte Phonovorstufe. Die Verstärkerstufe in Class A ist zweistufig und vollständig diskret aufgebaut, rein analog und ohne digitale Steuerschaltungen im Signalweg. Dabei wurden wesentliche Konstruktionsmerkmale von der hauseigenen Referenz-Phonovorstufe Aura MC übernommen. Die Aos MC verfügt über eine diskrete Transistorverstärkung, zum Einsatz kommen spezielle rauscharme Feldeffekttransistoren (selektierte und gematchte J-FETs LSK170 und LSJ74 von Linear Systems als komplementäres Eingangspaar), mit symmetrischem Aufbau, Class-A-Betrieb und einer Temperaturkompensation durch eine selbstjustierende Servoregelung.
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