tests/21-07-13_transrotor
 

Transrotor Merlo Reference

13.07.2021 // Carsten Bussler

Hinsichtlich der Raumabbildung ist mir aufgefallen, dass der Hörer etwas weiter entfernt von der Bühne platziert zu sein schien als es bei meinem Clearaudio der Fall ist. Wo Letztgenanntes mich vergleichsweise eher in die vordersten Reihen vor die Bühne zerrt und die Musik unmittelbar, lautstark und sehr dynamisch, aber eben auch ein wenig diffuser in der Abbildung und bisweilen fast vorlaut präsentiert wird, spielte das MC-System von Transrotor etwas distanzierter, feinsinniger, subtiler und mit breiterer Raumabbildung. Unter dem Strich ist weder das eine noch das andere „richtiger“, sondern ich würde es eher als eine Frage des persönlichen Geschmacks sehen. Allerdings ist die weniger aufdringliche Art des Merlo Reference deutlich langzeittauglicher und erlaubt noch entspannteres Dauerhören. In dieser Hinsicht ist zum Beispiel das großartige 1989er-Album Bizarro (RCA Records) von Wedding Present ein ziemlich harter Prüfstein. Viele schnelle, teilweise helle und diffuse Gitarren können im falschen Setup schon mal leicht ins Unangenehme abdriften. Nicht so mit dem Merlo Reference. Ehrlich gesagt habe ich das Album noch nie so detailliert und angenehm gehört, sehr gut aufgelöst auch in den Präsenzlagen, einfach weniger aufdringlich und dabei präzise und schlackenlos im Tiefton. Zwar fehlte hier manchmal die letzte Brutalität im Vergleich zu meinem Clearaudio, das in tiefsten Lagen bei Bedarf mit Thors Hammer zuzulangen scheint, dafür fehlt ihm dabei wiederum der letzte Feinschliff in Sachen Tieftonpräzision, so, wie es das Merlo Reference konnte.

Gut geschützt wie ein Schmuckstück wird das Merlo Reference zusammen mit dem notwendigen Werkzeug geliefert
Gut geschützt wie ein Schmuckstück wird das Merlo Reference zusammen mit dem notwendigen Werkzeug geliefert

Das Stück „All I want is you“ von U2 (Rattle and Hum, Island Record, 1988) offenbarte eine weitere Sahneseite des Transrotor-Tonabnehmers, nämlich seine hohe Geschwindigkeit. Es schien in der Lage zu sein, irgendwie wieselflink alle verfügbaren Informationen sofort und unmittelbar aus der Rille zu kratzen und bewies dabei ein superbes Rhythmusgefühl. Tolle und authentische Klangfarben gab´s quasi als Nebenprodukt draufzu.

STATEMENT

Der MC-Tonabnehmer Merlo Reference von Transrotor ist ein richtiges Sahneteil, das wirklich jeden Cent mehr als wert ist. Klangfarbenprächtig, fein auflösend, schnell und subtil geht es zu Werke und vereint dabei Charaktereigenschaften, die es in dieser Kombination und Qualität anderswo selten zu finden gibt. Wer auf das letzte Quäntchen Tieftongewalt verzichten kann, bekommt hier einen auf angenehme Weise unaufdringlichen, kultivierten und hochpräzisen Tonabnehmer, der entspannten und tiefgründigen Langzeit-Musikgenuss garantiert.
Gehört mit
Plattenspieler Rega Planar 8
Vorverstärker Audio Note M2 Phono
Phonostufe Transrotor Phono III
Endstufe Sun Audio Uchida SV-2A3H Special Edition
Lautsprecher Odeon Rigoletto 2020
Zubehör Reson LSK Lautsprecherkabel, Audio Note AN-S Interconnect Pure Silver NF-Kabel, Netzleiste AudioQuest PowerQuest 3
Möbel Hi-Fi Racks Ltd, Rega Wandhalterung für Rega Planar 8
Herstellerangaben
Transrotor Merlo Reference
Prinzip Tonabnehmer MC
Frequenzgang 20Hz – 30kHz +/-1dB
Kanalgleichheit 1dB max. bei 1kHz
Kanaltrennung 27dB min. bei 1kHz
Ausgangsspannung 0,5mV +/-1dB bei 1kHz
Nadelnachgiebigkeit 18mm/N
Nadelgewicht 0,20mg
Abtastwinkel 20°
Nadelschliff HARMONIC
Nadeltyp nicht auswechselbar
Abschlusswiderstand 100Ohm
Belastungskapazität 100-500pF
Eigeninduktivität 12µH
Eigenwiderstand 8Ohm
Auflagekraft 1,5 – 2,0g (Nennwert: 1,7g)
Befestigungsbohrungen 12,7mm (0,5in)
Tonabnehmergewicht 5,7g
Preis 1200 Euro

Hersteller/Vertrieb
Räke HIFI Vertrieb GmbH
Anschrift Irlenfelder Weg 43
51467 Bergisch Gladbach
Telefon +49 2202 31046
E-Mail transrotorhifi@t-online.de
Web www.transrotor.de


  • Phonar Veritas M4.2 SE

    Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen? Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau…
    08.09.2026
  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026
  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.