tests/21-08-24_sendy
 

Sendy Audio Peacock

24.08.2021 // Dirk Sommer

Seit der Beschäftigung mit der nicht nur bei mobilem Musikgenuss klanglich rundum überzeugenden Kombination aus Lotoo PAW S1 und dem Sendy Audio Aiva ist letzterer mein Favorit in seinem Preissegment. Und deshalb habe ich mich auch bemüht, des Peacock, des neuen Topmodells von Sendy Audio, möglichst schnell habhaft zu werden.

Den ungemein positiven Eindruck, den der Aiva hinterlassen hat, konnte er übrigens im Test des wohl einzigartigen Weiss DAC502 bestätigen. Der – allerdings geschlossene – Audeze EL-8 Titanium, bisher meine erste Wahl, kam dem Aiva erst nach der Aktivierung der von Weiss mit Audeze speziell für den Achter entwickelten „Headphone EQ“-Entzerrung in Sachen Ausgewogenheit und tonaler Stimmigkeit annähernd gleich. Aber es soll hier ja nicht um den Aiva, sondern um den Peacock gehen. Der arbeitet natürlich auch nach dem magnetostatischen Prinzip, verfügt aber über einen Treiber mit einem Durchmesser von 88 Millimetern. Laut Hersteller kommt hier erstmals die patentierte „Quad-Former Technology“ zum Einsatz, die der deutsche Sendy-Audio-Vertrieb audioNEXT in seiner Pressmitteilung, die unserer News zum Peacock zugrunde liegt, beschrieben hat. An gleicher Stelle findet sich auch alles Wissenswerte über die Firma Dongguan SIVGA Electronic Technology Co., Ltd, die Inhaberin der Marke Sendy Audio, und die die Kopfhörer-Schmiede prägenden Personen, Mr. Zhou und Mr. Pan.

Bei der patentierten Quad-Former Technology befinden sich auf jeder Seite der Membran zwei Spulen, um die Membran über ihre gesamte Fläche gleichmäßig zum Schwingen anzuregen. Trotz Patent gibt Sendy Audio kein Bild der Spulen zur Veröffentlichung frei
Bei der patentierten Quad-Former Technology befinden sich auf jeder Seite der Membran zwei Spulen, um die Membran über ihre gesamte Fläche gleichmäßig zum Schwingen anzuregen. Trotz Patent gibt Sendy Audio kein Bild der Spulen zur Veröffentlichung frei

Da sich mir die Besonderheiten der Quad-Former Technology nicht vollständig erschlossen, vermittelte mir Carsten Hicking, einer der Inhaber von audioNEXT, einen Kontakt zu Collin Yang, Sendy Audios Produktmanager. Per Skype war dann schnell geklärt, dass sich auch beim Peacock eine mit Leiterbahnen bedruckte Membran zwischen zwei Magnet-Anordnungen bewegt. Beim Peacock trägt die Membran aber nicht nur eine Spule: Auf jeder Seite der Membran sind zwei Spulen aufgebracht, wobei die beiden Spulen auf einer Seite die Fläche besser abdecken sollen, als das mit einer Spule möglich wäre. Dadurch werde eine möglichst gleichförmige Bewegung der Membran auf der gesamten Fläche erreicht. Es habe mehr als zwei Jahre gedauert, die Membran aus einem Komposit-Material zu entwickeln und damit das optimale Verhältnis aus Dicke und Festigkeit zu erreichen. Das Material weise besonders im Stimmbereich eine hohe innere Dämpfung auf. Die Membran und die Magnete befinden sich in einem Gehäuse, das mit CNC-Maschinen aus Flugzeug-Aluminium gefräst wurde. Hier ist eine hohe Präzision beim Erstellen der Durchbrüche und Löcher nötig, um der Membranbewegung keinen unerwünschten, den Klang verfälschenden Widerstand entgegenzusetzen.

Die Ohrmuschel besitzt zwei Abdeckungen aus Stahl: Eine wurde schwarz lackiert, die andere mit 24-karätigem Gold beschichtet. Der daraus resultierende Eindruck erinnert an das Rad eines Pfaus
Die Ohrmuschel besitzt zwei Abdeckungen aus Stahl: Eine wurde schwarz lackiert, die andere mit 24-karätigem Gold beschichtet. Der daraus resultierende Eindruck erinnert an das Rad eines Pfaus


  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026
  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.