tests/21-08-24_sendy
 

Sendy Audio Peacock

24.08.2021 // Dirk Sommer

Für Schostakowitschs Symphonie Nr.15 aktiviere ich dann am Phonitor die Matrix-Schaltung, die die Wiedergabe über Lautsprecher emulieren soll: Damit vermittelt der Peacock eine sehr schöne Raumanmutung. Auch wenn ich keine exakte Tiefenstaffelung erkennen kann, besitzen doch alle Instrumentengruppen ihren festen Platz im Stereo-Spektrum, so dass eine aufdringliche Im-Kopf-Lokalisation vermieden wird. Nicht zuletzt dank des – trotz des nicht unbeträchtlichen Gewichts – hohen Tragekomforts des Sendy Audio höre diesmal nicht nur meine Testsequenz, sondern die gesamte Symphonie. Da wird schnell klar, welch große dynamischen Kontraste ich mir entgehen lasse, wenn ich mich sonst mit den ersten zwei, drei Minuten zufriedengeben. Der Peacock ist einfach ideal für's Langzeithören.

Das Kabel endet Verstärker-seitig in einem Pentaconn-Stecker, zwei Adapter gehören zum Lieferumfang
Das Kabel endet Verstärker-seitig in einem Pentaconn-Stecker, zwei Adapter gehören zum Lieferumfang

Aber meine ganze Begeisterung dürfte Ihnen wenig nützen, wenn ich die Leistungen des großen Sendy Audio nicht zu denen anderer Kopfhörer in Beziehung setze. Bleiben wir gleich in der Familie. Zuerst habe ich dreimal über den Peacock die ersten zweieinhalb Minuten von Abdullah Ibrahim und Ekayas „Calypso Minor“ gehört, dann bin ich zum Aiva gewechselt: Hier wird das Knarzen der Saiten des Basses deutlicher und zwar, weil die Bass-Drum und Ton des Basses weniger Energie besitzen. Auch Impulse kommen mit weniger Druck. Gegenüber dem Peacock wirkt das Tieftonfundament des Aiva ein wenig eingeschränkt. Zumindest bei diesem Stück ist es kaum reizvoll, den Aiva zu verwenden, wenn man den Klang des großen Sendy Audio noch im Ohr hat.

Wechseln wir zu Wagner, und zwar zum Symphonischen Ring in der Interpretation der Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Jonathan Darlington. Über den Aiva beeindruckt „Der Ritt der Walküren“ durch die dynamischen Steigerungen, bei denen der Aiva nie angestrengt wirkt. Auch bei den lauteren Passagen bleibt das Klangbild offen und detailreich. Der Peacock zaubert noch mehr Luft um die einzelnen Instrumentengrupppen, deren oft unterschiedliche Melodiebögen besser nachzuvollziehen sind. Der große Sendy Audio verwöhnt zudem mit einer besseren Durchzeichunung und einem Hauch mehr Spielfreude. Darüber hinaus agiert der Peacock auch in puncto Dynamik noch eine Spur dramatischer: Nicht nur preislich, sondern auch klanglich ist die Hierarchie bei Sendy Audio eindeutig.

Der Peacock mit seinem Transport-Case
Der Peacock mit seinem Transport-Case


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