tests/21-09-03_audioquest
 
Test.
Deutsch English|

Audioquest Jitterbug FMJ

03.09.2021 // Dirk Sommer

Seit knapp sechs Jahren sind Jitterbugs feste Größen in meiner Kette. Einer sitzt zwischen Auralic Aries Femto und Mytek Manhattan II, der andere an einem USB-Eingang der TimeMachine. Inzwischen hat Audioquest sein Erfolgsmodel neu aufgelegt und mit einem Metallgehäuse versehen: den Jitterbug Full Metall Jacket oder kurz FMJ.

Da in der Zwischenzeit die TimeMachine nicht mehr als Router fungiert, sondern lediglich der Datensicherung dient und sie ebenso wie der aktuelle Router per Lichtwellenleiter und ADOT-Medienkonvertern von der Anlage isoliert ist, sollte ich vielleicht einmal prüfen, ob der Jitterbug an dieser Stelle überhaupt noch Wirkung zeigt. Auf den zwischen Aries und Manhattan möchte ich jedoch keinesfalls verzichten, obwohl der Aries ein recht sauberes Signal ausgeben muss, wie das Experimentieren mit einem Mutec Reclocker an dieser Stelle gezeigt hat: Hier brachte der Mutec keine eindeutigen Verbesserungen. Man könnte wohlwollend formulieren, dass er für ein noch ruhigeres Klangbild sorgte, Roland Dietl und ich waren uns damals aber einig, dass er nach dem Aries eingesetzt die Wiedergabe langweiliger und spannungsloser erscheinen ließ. Ein Jitterbug hingegen tat an dieser Stelle, was er fast immer tut: Er ließ die imaginäre Bühne noch größer erscheinen, verbesserte die Durchhörbarkeit und stellte dynamische Kontraste noch beeindruckender dar. Und falls ich für Tests mal wieder Musik-Daten direkt aus der USB-Buchse des MacBooks benötige, ist ein dritter Jitterbug grundsätzlich mit von der Partie.

Eine der Neuerungen beim Jitterbug FMJ ist die Verschlusskappe, die mit dem Gehäuse verbunden und mit Carbon-Fasern zur HF-Schirmung durchwirkt ist
Eine der Neuerungen beim Jitterbug FMJ ist die Verschlusskappe, die mit dem Gehäuse verbunden und mit Carbon-Fasern zur HF-Schirmung durchwirkt ist

Doch nun zum neuen FMJ: Außer dem Material des Gehäuses wurde auch der Verschluss der rückseitigen USB-Buchse geändert. Er ist jetzt mit dem Gehäuse verbunden und in das Gummi sind zur Absorption von hochfrequenten Einstrahlungen Carbon-Fasern eingearbeitet. In der Produktinformation erwähnt Audioquest noch eine „diskrete Doppelschaltung zur Störungsableitung“, ohne jedoch mitzuteilen, ob diese auch schon im alten Jitterbug zu finden war und wie sie genau arbeitet. Mehr Erkenntnisse über den Jitterbug FMJ bekommt man wohl nur, indem man ihn ausprobiert. Während seine Entwickler empfehlen, ihn in Verbindung mit dem Dragonfly Black und Red zu verwenden, sprechen sie für den Betrieb mit dem Cobalt keine eindeutige Empfehlung aus, da dieser ebenfalls Teile der im Jitterbug eingesetzten Filter beinhaltet.

Der Jitterbug FMJ mit geöffneter Verschlusskappe
Der Jitterbug FMJ mit geöffneter Verschlusskappe

Für eine erste Annäherung probiere ich den Cobalt dennoch einmal mit dem alten und neuen Jitterbug aus. Und zwar mit Schostakowitschs Symphonie Nr.15 von einer externen USB-Festplatte. Als Player agiert Audirvana. Auch in Kombination mit dem DragonFly Cobalt bringt der Jitterbug deutliche klangliche Vorteile: Man bekommt eine realistischere Vorstellung des Aufnahmeraums. Auch wenn ich über Kopfhörer – hier den Sendy Audio Aiva – keine Tiefenstaffelung erleben kann, so sind die einzelnen Instrumentengruppen nun klarer voneinander getrennt, auch räumlich. Die Klangfarben sind wärmer und dem Hochtonbereich haftet nun nicht einmal mehr ein Anflug von Rauigkeit an. Und auch in Sachen Dynamik hat die Wiedergabe jetzt ein wenig mehr zu bieten. Aber dass der Jitterbug fast immer eine segensreiche Wirkung hat, wussten Sie und ich ja schon. Also den ersten Satz der Symphonie noch einmal und nun mit dem Jitterbug FMJ. Um es gleich vorwegzunehmen, groß sind Unterschiede hier nicht. Beim Wechsel zum neuen Modell fällt zuerst auf, dass die Musik nun noch ein klein wenig geschmeidiger fließt. Auch rhythmisch wirkt das Stück noch einen Hauch spannender – ein Eindruck der sich verstärkt, wenn wieder das Urmodell zwischen MacBook und DragonFly steckt. Wie so oft, scheint der Wechsel zum Besseren wenig spektakulär, der Weg zurück macht die zuvor erreichte Verbesserung dann aber ohrenfällig.


  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.