tests/22-06-21_bergmann
 

Bergmann Audio Modi und Thor

21.06.2022 // Wolfgang Kemper

Durch Drehen senkt und hebt man den Tangentialtonarm. Die Nadelspitze lässt sich feinfühlig platzieren
Durch Drehen senkt und hebt man den Tangentialtonarm. Die Nadelspitze lässt sich feinfühlig platzieren

Gregory Porters Interpretation von „Skylark“ gefiel mir mit dem Bergmann so gut, dass ich erst einmal die ganze Plattenseite genoss, um mich dann auf den direkten Vergleich zu besinnen. Die kräftigen Klangfarben von Gesang und Instrumentierung imponierten auch dank ihres musikalischen Zusammenhalts. Zwar lassen sich Details wie die einsetzende Snare und die folgenden Becken klar nachvollziehen, aber es drängt sich nichts auf. Werner Obst hat schon recht: Hier fließt die Musik. Der Wechsel zur digitalen Alternative war dann auch ernüchternd. Das Klangbild war etwas schlanker, die Stimme von Gregory Porter weniger kräftig und substantiell, alles nicht schlecht, aber nicht ganz so packend. Nun wollte ich dann doch wissen, was mein Bardo und Co. aus dieser Musik machen. Das Ergebnis lag klanglich irgendwo dazwischen, tonal etwas dichter am digitalen Setup. Aber so hatte ich seinerzeit meine Anlage auch abgestimmt. Digital und Analog sollten sich zumindest tonal nicht unterscheiden und ich mag es auch nicht allzu bassstark. Es ist also schwierig, den Bergmann Audio mit Tonabnehmer und Kabel, auf diese Weise qualitativ einzuordnen. Alle drei Varianten hatten mal ihre Vorzüge, abhängig von der Musik, wie sich bei weiteren Musikstücken herausstellte. Deshalb schließe ich hier dieses Vergleichs-Kapitel und widme mich lieber dem Genuss, den Modi, Thor, Takumi und Expression mir bereiten.

Das klare und schnörkellose Konzept des Thor schafft Vertrauen, weil man ihn sauber justieren und seine Funktionen verstehen kann
Das klare und schnörkellose Konzept des Thor schafft Vertrauen, weil man ihn sauber justieren und seine Funktionen verstehen kann

Ich lege also noch Seite drei und vier von Water auf und freue mich über den Wohlklang, der nichts vermissen lässt. Was hier überzeugt, ist die Ruhe, die dieser Plattenspieler der Musik zugrunde legt. Auch an der Transparenz, Exaktheit und räumlichen Abbildung dürfte die reibungslose Arbeit von Modi und Thor ihren beträchtlichen Anteil haben. Es fällt mit diesem Analog-Set enorm leicht, sich auf jede Art von Musik einzulassen und Freude daran zu haben. Ich wechsele das Genre und lege Vivaldis Vier Jahreszeiten in der Interpretation von Karl Münchinger mit dem Stuttgarter Kammerorchester auf (Stereo Laboratory, London Classics Vol.28). Hier habe ich beinahe das Gefühl, Vivaldi habe sein Meisterwerk für diesen Plattenspieler geschrieben. Homogen, gleichzeitig farbenprächtig gezeichnet gehen die Jahreszeiten leicht ins Ohr und die tiefen Streicher beeindrucken durch ungekannte Intensität. Hier ist das sehr, sehr schön. Bei Peter Greens anschließendem In The Skies erlebe ich aber für mein Empfinden ein wenig zu viel Volumen in den untersten Tonlagen. Begeisternd klang Eva Cassidy auf Nightbird dann wieder mit glaubwürdigen Klangfarben, die Ihre Stimme körperhaft und authentisch erscheinen ließen. Das gilt gleichsam für ihr Gitarrenspiel und die Begleit-Instrumentierung. Die in der Aufnahme eingefangene räumliche Atmosphäre des Blues Alley Clubs vermittelt das Gefühl, dabei zu sein.

Das Miyajima Laboratory Takumi L ergänzt den Bergmann Audio mit seinem wohlklingenden Charakter mit enorm viel Klangfarben und Detailreichtum. Es lässt genussvoll in die Musik eintauchen
Das Miyajima Laboratory Takumi L ergänzt den Bergmann Audio mit seinem wohlklingenden Charakter mit enorm viel Klangfarben und Detailreichtum. Es lässt genussvoll in die Musik eintauchen


  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.