tests/22-07-12_rose
 

Rose RS250

12.07.2022 // Finn Corvin Gallowsky

Mit ihren großformatigen Displays ziehen mich die Geräte des koreanischen Herstellers Rose unweigerlich an. Rein optisch steht vollkommen außer Frage, dass sich der Rose Server RS250 gut in meinem System macht. Wie sich das auf Android basierende System hinter dem großen Display schlägt, finde ich in diesem Test heraus.

Ein großes, dauerhaft aktives Touchdisplay und hochwertige Audiowiedergabe widersprechen sich nach einschlägiger HiFi-Narrative eigentlich – zumindest bisher. Auch ich gehöre noch zu der Generation, die größtenteils ohne Smartphones aufgewachsen ist und musste mich erst an Touchscreen-Konzepte gewöhnen. Der Abschied von meinem Nokia C5 mit Tasten fiel mir schwer, während im Freundeskreis das Touch-Smartphone bereits voll etabliert war. Inzwischen möchte ich auf Touchdisplays auf keinen Fall mehr verzichten. Sogar mein Notebook verfügt über eins. Dies war zwar eher eine Modeerscheinung und weniger alternativlos als in der Smartphone-Welt, dennoch erleichtert es die Bedienung im Alltag ungemein. Weshalb also sollte ich bei HiFi-Komponenten auf eine komfortable Bedienung per Touchscreen verzichten und mich mit friemeligen Menüs und Knöpfen abfinden? Dies waren meine Einstiegsvoraussetzungen für den Test des Rose RS250. Interessanterweise wird das Display recht schnell nebensächlich. Zwar ist es das Aushängeschild der Marke und hat auch mich angelockt, aber das überzeugende Gesamtkonzept des Rose RS250 wiegt weit schwerer als das praktische und optisch ansprechende Display.

Gemeinsam sind beide Geräte Server, Streamer, DAC, Ripper und CD-Player
Gemeinsam sind beide Geräte Server, Streamer, DAC, Ripper und CD-Player

Der Rose RS250 stellt gewissermaßen das kleine Geschwisterchen des Flaggschiff-Servers RS150B dar. Beide Server/Streamer verfügen ebenfalls über eine DAC-Funktion und analoge Ausgänge. Der RS150B überlässt die Wandlung einem ESS Sabre ES9038Pro. Jeweils vier Kanäle des Achtkanalwandlers werden wie üblich zu einem Kanal zusammengefasst. Der Rose RS250 arbeitet „nur“ mit einem ES9038 Q2M. Dieser Wandler verfügt nur über zwei Kanäle und ist von ESS eher zur Implementierung in mobilen Systeme vorgesehen. Abgesehen von den dem großen Modell vorbehaltenen symmetrischen, AES/EBU- und I²S-Ausgängen verfügt der RS250 über einen identischen Funktionsumfang. Auch er kann mit einer Festplatte ausgestattet werden und als klassischer Server fungieren, über DLNA oder per RoseConnect-App gesteuert werden, sämtliche Formate bis 768 Kilohertz und DSD512 abspielen und zusätzlich über Spotify, Tidal, Qobuz und Youtube streamen. Airplay, Bluetooth, Roon Ready, Spotify Connect und MQA gehören ebenfalls zum Funktionsumfang des RS250. Ein WiFi-Chip ist im RS250 im Gegensatz zum RS150B bereits verbaut. Der Vergleich zum RS150B zeigt, weshalb ich besonders gerne den kleineren RS250 Server testen wollte. Er verfügt zwar über einen weniger aufwendigen DAC, ist aber dank seiner USB- oder S/PDIF-Schnittstelle, zumindest was die Funktionen anbelangt, ein gleichwertiger Server/Streamer. Da ich, wie wohl viele HiFi-Liebhaber, bereits über eine hochwertige Kette mit tollem Wandler und einigem Zubehör wie dem Ferrum-Hypsos -Netzteil oder dem Mutec MC-3+ USB Reclocker verfüge, möchte ich den RS250 hauptsächlich als Server einsetzen. Seine Funktionalität als DAC ist für mich dabei eher nebensächlich.

Nicht benötigte Icons lassen sich über die Einstellungen aus dem Startmenü verbannen
Nicht benötigte Icons lassen sich über die Einstellungen aus dem Startmenü verbannen


  • Vertere Ruby one

    Die Beschäftigung mit dem Vertere Xtrax vor beinahe anderthalb Jahren hatte richtig Spaß gemacht. Daher nahm ich das Angebot von Andreas Kayser, dem Inhaber des deutschen Vertere-Vertriebs Beat Audio, das neue Topmodell Ruby one zu testen, gerne an. Dafür habe ich sogar eine meiner selbstauferlegten Regeln für Tests gebrochen. Dazu später mehr. Vorrangig freute ich mich darauf, nach Monaten endlich mal wieder längere Zeit nur Schallplatten zu hören. Außerdem unterscheiden sich Xtrax und Ruby one…
    19.06.2026
  • Canor Foundation Line Virtus I4S und Verto D4S

    Die neue Vollverstärker und Digital/Analog-Wandler der Canor Foundation Line erfreuen nicht allein wegen ihrer eleganten Optik, sondern auch dank ihrer Preise. Die kostspieligeren Komponenten aus dem Hause Canor verwöhnten stets mit beeindruckender Musikalität und waren daran gemessen preiswert. Profitiert die Foundation Line von deren Genen? Auf der Canor Website findet man in der Beschreibung des Virtus-I4S-Vollverstärkers gleich als Überschrift den Hinweis, dass mit „modernsten, teilweise aus der Referenzserie adaptierten Technologien und Konzepten für ein überzeugendes…
    16.06.2026
  • Spendor A1.2

    Spendor hat seinen Klassiker A1 verfeinert. Der wichtigste technische Unterschied ist eine zusätzliche Verstrebung, die jetzt direkt hinter dem Tiefmitteltöner sitzt und über eine Sorbothane-Dämpfung mechanisch gekoppelt ist. Dadurch sollen störende Resonanzen reduziert werden. Wir haben uns die Evolutionsstufe A1.2 angehört. Einleitend möchte ich kurz auf meine persönliche Perspektive zu diesem Lautsprecher eingehen. Denn was um Himmels Willen interessiert einen Hochwirkungsgrad-Junkie eine kleine Regalbox mit bescheidenem Wirkungsgrad? Tatsächlich habe ich mir diesen Lautsprecher selbst für…
    02.06.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    The first, rather lengthy article about Wilson Benesch' Prime Meridian system dealt solely with the turntable unit, consisting of the OMEGA Drive, ALPHA Drive, the FrACTal damping system in which the motor and tonearm are mounted, and the R1 Rack. Now, in addition to introducing the tonearm and cartridge, we finally turn to the sound of the turntable. The fact that the Prime Meridian system's turntable is driven by a motor with one and a…
    29.05.2026
  • Galion Audio TS34

    Der kanadische Hersteller Galion Audio hat seinen KT88-bewehrten Vollverstärker TS120 SE als Basis für die Entwicklung eines günstigeren Modells mit EL34-Röhren genommen, den TS34. Ein interessantes Feature ist die Möglichkeit, zwischen Class A und Class AB umzuschalten, was ihn von vielen anderen EL34-Designs unterscheidet. Mir war Galion Audio bis zum Test des Röhrenvorverstärkes „Navy“ im Herbst des letzten Jahres noch nicht bekannt. Das junge Unternehmen aus Québec in Kanada wurde von Thomas Tan gegründet, der…
    26.05.2026
  • XACT N1 Switch

    Manchmal dauert es etwas länger, bis ein Test zustande kommt. Nicht immer ist ein Testgerät auf Hersteller- oder Vertriebsseite für Hifistatement verfügbar und dann müssen bei uns auch noch die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden sein. Doch nun hat endlich alles geklappt und ich kann Ihnen den XACT N1-LAN-Switch vorstellen. XACT ist die jüngste Marke von Marcin Ostapowicz, der seit 2010 in der High-End-Audio-Branche tätig ist und sich von Anfang an auf die Streaming-orientierte digitale Audiowiedergabe spezialisiert…
    22.05.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.