tests/26-04-17_sotm
 

SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

17.04.2026 // Dirk Sommer

Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert.

Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als Datenlieferant mit Streamern oder Streaming Bridges hatte sich in allen bisherigen Tests als bestklingende Konfiguration erwiesen. Der Zugriff auf externe Festplatten per USB konnte klanglich nie überzeugen und selbst die Wiedergabe von auf internen SSDs abgelegten Musik-Files erreichte nicht hundertprozentig das Niveau der von einem NAS bezogenen. Bei der ersten Beschäftigung mit dem SOtM bin ich schlicht davon ausgegangen, dass das auch für diesen gilt. Dazu kam, dass es mir zwar gelang, eigene Files auf die serienmäßig in Geräten mit Intel i7-9700 Prozessor verbaute 500-Gigabyte-Platte zu überspielen, nicht aber, diese dann in Verbindung mit der JPLAY-App abzuspielen – was aber nicht an letzterer lag. In einer E-mail erklärte mir SOtMs Chefentwickler Il Won Lee dann später, wie ich die SSD in der Eunhasu-App aktivieren kann, was mit telefonischer Assistenz von Roland Dietl auch ohne Komplikationen gelang.

Auf der Hauptplatine ist Platz für eine zusätzliche NVMe-M2-Disk. Sie zu aktivieren erfordert bisher aber einige Linux-Kenntnisse. Bald soll das aber bequem in der Eunhasu-App möglich sein
Auf der Hauptplatine ist Platz für eine zusätzliche NVMe-M2-Disk. Sie zu aktivieren erfordert bisher aber einige Linux-Kenntnisse. Bald soll das aber bequem in der Eunhasu-App möglich sein

Ich hatte auch schon eine der beiden kryogen behandelten SSDs auf dem freien Platz für NVMe-M2-Disks im sMS-2000 eingesetzt. Doch dann musste ich von hifistatements Digitalspezialist, der ja schon länger SOtMs Motherboard sMB-Q370, das auch das Herzstück des sMS-2000 bildet, in seiner Kette benutzt, hören, dass es ihn eine Menge Zeit gekostet habe, die auf der Platine installierte SSD in Betrieb zu nehmen. Il Won Lee hatte angeboten, eine Platte per Chrome Remote Desktop zu konfigurieren, was jedoch eine halbe bis zu einer ganzen Stunde in Anspruch nehmen würde. In Kürze werde er aber eine Funktion zur Einbindung einer neuen SSD in Eunhasu integrieren. Ich werde mich also noch ein wenig gedulden und inzwischen eine größere Festplatte als Vorbereitung auf den Einbau kryogen behandeln lassen.

Aber welche Qualität die Wiedergabe der Files von einer integrierten Festplatte hat, kann ich ja auch mit ausgewählten Titeln von der kleinen 500-Gigabyte-Platte ausprobieren. SOtM setzt hier auf einen Speicher von Crucial. Übrigens stammen die SSDs, mit denen ich die Hard Disk meines Melco ersetzt habe, vom selben Hersteller. Da Unterschiede ja nicht nur bei Test-Tracks zu hören sein sollten, die besondere Anforderungen an die Wiedergabekette stellen, beginne ich einfach mit toller Weltmusik: „Houdouth“ von Anouar Brahem, John Surman und Dave Hollands Album Thimar. Die Klänge von Oud, Bassklarinette und Kontrabass ziehen einen sofort in ihren Bann, vor allem durch den ruhigen, aber intensiven Rhythmus und die Feindynamik der Bassklarinette: ein Genuss. Wenn der Track vom in den SOtM integrierten Speicher kommt, ändert sich – vertraut man seinem ersten Eindruck – so gut wie nichts. Nach dreimaligem Hin- und Herschalten kann ich aber wahrnehmen, dass der Kontrabass einen Hauch harmonischer rüberkommt, wenn das File vom Melco bezogen wird: Hier verbinden sich der Grundton des Kontrabasses und die Griff- und leicht schnalzenden Saitengeräusche zu einem homogeneren Ganzen. Die Klarinette umgibt ein ganz leichter Hauch mehr Luft. Aber wie oben erwähnt, sind das keine ohrenfälligen Differenzen, sondern Marginalien, die sich einem nur über eine extrem hochauflösende Kette erschließen.


  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.