Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett?
Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also gut zwanzig Prozent. Da kann man sich fragen, ob wir es hier mit einer gut versteckten Preiserhöhung zu tun haben. Die Antwort ist eindeutig: Nein. Vor gut zwei Jahren kaufte ich meinen A2, nachdem ich den kleineren A1 gehört und als sehr musikalisch empfunden hatte. Vom erheblich aufwändigeren A2 erwartete ich mehr Detailreichtum und großzügigeres Leistungsverhalten, was sich erfreulicherweise auch bewahrheitete. Ich stellte schnell fest, dass A1 und A2 sich tonal nicht unerheblich unterscheiden. Der A1 bietet mehr Grundtonwärme und zeigt sich weit weniger leichtfüßig im Ausarbeiten der feinen Nuancen in der Musik. Der A2 generiert mit seiner schnellen Kraftentfaltung stets ein sauber gezeichnetes, aber auch leicht ins Helle tendierende Klangbild. Dieser fein auflösende Charakter macht zwar ungemein Spaß beim Hören, ist jedoch in Kombination mit dem einen oder anderen Test-Gerät oder Kabel nicht unproblematisch, weil diese Tonalität kontraproduktiv sein kann, wenn der Rest der Kette nicht dazu passt. So ist die Kombination auch mit meinen Analysis-Audio Epsylon Vollbereichs-Bändchen schwierig. An den Phonar Veritas P9.2 SE hingegen klingt der A2 hervorragend, nachdem ich mir bei der Feinabstimmung mit der Verkabelung die gebührende Mühe gab. Inzwischen benutze ich bevorzugt das neue HMS Armonia Carbon Speaker Kabel, was seinerseits sogar auch eher den Diskant betont. Dennoch bereitet dieses Setup Hörvergnügen, gerade weil es nuancenreich und konturiert, niemals basslastig und aufgedunsen spielt. Räumlichkeit und Präzision gehören ebenfalls zu den Stärken des Soulnote A2. Was macht der A2 in der neuen Version nun anders?

Erst einmal sieht er anders aus. Wie jetzt bei allen neuen Soulnote Geräten der 2-er Linie ist sein Design mit dem der 3-er Linie identisch. Das mag auch begrüßenswert sein, denn 2-er und 3-er Linie werden gern miteinander kombiniert, wie auch im Testbericht meines Kollegen Roland Dietl über den Soulnote D-2 mit X-3. Den Klang beeinflusst das neue Gehäuse-Design nicht. Es wirkt auch nicht mehr oder weniger wertvoll und ist ebenfalls erstklassig verarbeitet. Das Prinzip des losen, schwingenden Deckels wird auch beim Neuen in gleicher Weise angewandt. Die Abdeckung besteht wieder aus zwei Lagen, einer gelocht schwarzen, und darüber einer mit großen rechteckigen Aussparungen in der Gehäusefarbe Schwarz oder Silber. Die lose Deckelkonstruktion hat nur an drei Stellen durch puffernde Verbindungen mit dem Boden Kontakt. Diese einzigartige Gehäusekonstruktion wählte Entwickler Hideki Kato zur Optimierung des Resonanzverhaltens. Auch wenn beim Antippen des Deckels Geräusche entstehen, bei denen man üblicherweise sagen würde: „Hier stimmt was nicht“, ist im Spielbetrieb keinerlei Vibration vernehmbar. Vielmehr vermeidet Hideki Kato auf diese Weise die sonst übliche starre Gesamtmasse, was hier im Zusammenwirken mit dem soliden Gehäuse aus Aluminium der Resonanzvermeidung dient. Einziges Manko: Man darf nichts auf den Verstärker stellen, was Puristen ohnehin nicht tun. Ergänzt wird diese Gehäuse-Konzeption durch die Aufstellung auf drei harten Standfüßen, die gegen mitgelieferte Spikes ausgetauscht werden können – je nach Untergrund.

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