tests/23-05-10_chord
 

Chord Electronics Ultima 6

10.05.2023 // Bert Seidenstücker

Mittig in der Front, ähnlich selbstbewusst wie der gesamte Auftritt, der farbig illuminierte Einschaltknopf. Rot bedeutet Aus, Grün signalisiert die Einschaltphase und mit dem Wechsel zu blau ist diese Sequenz erfolgreich beendet. Aber nicht nur der Einschalter zeigt Betriebsbereitschaft. Schon mit Beginn der Warmlaufphase wird der gesamte Maschinenraum gleichmäßig blau illuminiert. Mit einem Schieberegler oberhalb des Schalters (und unterhalb des prominent platzierten Markenschildes) in der sichtbaren Nut, lässt sich die Lichtinszenierung ein wenig dimmen. Das Farbenspiel sieht ziemlich cool aus, aber ein paar Lumen weniger hätten es, nach meinem Geschmack, wohl auch getan.

Auf der Rückseite befindet sich inmitten der Kühlkörper das genretypisch bestückte Anschlussfeld. Zwei überaus hochwertige Anschlussklemmen für Bananenstecker respektive Kabelschuhe auf der Ausgangsseite werden ergänzt von jeweils einem Paar XLR- und Cinch-Buchsen. Es kann nur eine Quelle angeschlossen werden, denn beide Eingänge führen parallel ohne Umschaltung das Signal nach Innen. Eine separate Erdungsklemme sowie ein 12 Volt Trigger-Anschluss für die Fern-(Ein-)Schaltung vervollständigen das Terminal. Etwas aus dem Rahmen der klassischen Kaltgeräte-Steckverbinder fällt die verbaute C19 Netzdose. Das Spiel mit verschiedenen Netzkabeln wird damit ein wenig aufwändiger.

Die Anschlussvielfalt geht nicht über das Übliche hinaus, aber die Art der Ausführung sehr wohl
Die Anschlussvielfalt geht nicht über das Übliche hinaus, aber die Art der Ausführung sehr wohl

Chord Electronics teilt alle seine Endverstärker in vier Haupt-Baugruppen auf. Netzteil, Kondensator-Speicherbank, Kleinstsignal-Verstärkerplatine und die eigentliche Verstärkung. Statt auf einen großvolumigen Ringkerntransformator vertrauen die Entwickler aus Maidstone auf ein aufwändig konstruiertes Schaltnetzteil. Akustisch völlig ruhig stellt es die benötigte Gleichspannung für die Leistungsabteilung zur Verfügung. Und wer nun glaubt, ein Class-D Verstärkermodul wäre damit obligatorisch, wird von 26 Ladekondensatoren auf einer Platine eines Besseren belehrt. Hier wird mit klassischen Transistoren verstärkt. Zweifellos würden zwei amtliche Speicherflaschen optisch mehr hermachen, aber hinter den Fabrikmauern von Chord stehen die schnellen Ladezyklen kleiner Kondensatoren deutlich höher im Kurs. Und so werden die Pikofarads bei allen Ultima Endverstärker auf viele Speicher verteilt, die optimal mit dem hauseigenen Netzteil harmonieren. Mit dieser wieselflinken und stabilen Triebfeder als Basis wird das Signal in den weiteren Verstärkungsstufen mithilfe einer Dynamic-Coupling-Technologie getauften Schaltung auf unerwünschte Verzerrungen und Rauschanteilen akribisch geprüft. Niedrigste Verzerrungswerte, hohe Betriebssicherheit und eine große Kontrolle über die angeschlossenen Lautsprecher sollen der Lohn für den Aufwand sein.

Farbenlehre, bei grün oder blau wird musiziert, bei rot stehen die Zeichen auf tonlosen Standby Betrieb. Einen harten Netzschalter gibt es nicht
Farbenlehre, bei grün oder blau wird musiziert, bei rot stehen die Zeichen auf tonlosen Standby Betrieb. Einen harten Netzschalter gibt es nicht


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