tests/23-05-12_siltech
 

Siltech Classic Legend 380 Serie

12.05.2023 // Klaus Schrätz

Die Siltech Kabel sind jeweils in einem edlen Karton inklusive Prüfzertifikat verpackt. Eine Menge Arbeit kam auf mich zu...
Die Siltech Kabel sind jeweils in einem edlen Karton inklusive Prüfzertifikat verpackt. Eine Menge Arbeit kam auf mich zu...

Selbstverständlich machte ich mir im Vorfeld Gedanken, wie so ein umfangreicher Test nun am sinnvollsten durchzuführen ist. Ich habe nun zuerst jedes Kabel (-Paar) einzeln getestet. Das heißt, ich habe eines meiner bislang verwendeten Kabel jeweils durch ein Kabel von Siltech getauscht und einen Hörtest durchgeführt. Danach kam mein eigenes Kabel wieder an diese Stelle und ein anderes wurde durch ein Sitech-Kabel ersetzt und gehört, und so weiter. Zum Schluss wurden dann alle eigenen Kabel einer Kette durch die Siltech.Kabel ersetzt und beide Ketten (digitale und analoge) wurden jeweils einem Hörtest unterzogen.
Doch zuerst kommen wir zu den Einzeltests. In welcher Reihenfolge führt man diesen am besten durch? Ich habe mich hier von meiner Intuition und von der Praktikabilität leiten lassen: Zuerst tauschte ich das Tonarmkabel von Ortofon, ein Kupferkabel, gegen das Siltech-Siberkabel aus.

Im Bild das aufwändig verarbeitete Tonarmkabel
Im Bild das aufwändig verarbeitete Tonarmkabel

Nach einer Einspielzeit von mehr als 150 Stunden – diese Einspielzeit habe ich der kompletten Serie gegönnt – legte ich das In-Akustik-Album Great Cover Versions auf den Plattenteller des Audiolabor Konstant. Das Tonarmkabel verband den Linn-Ittok-Tonarm inklusive Benz-Micro-ACE-M-Abtaster mit dem Roksan-Artaxerxes-X-Phono-Vorverstärker. Los ging es mit dem Stück „Sympathy For The Devil“, dargeboten vom Holländer Hans Theessink. Der Teufel ist bei Hans Theessink merklich langsamer und leiser unterwegs als beim Original von den Rolling Stones. Theessink beschreibt seine Höllenszenarien mit bluesig angerautem Kratzorgan und er lässt sich Zeit für verlockende Gitarrenexkursionen. Dieses schöne Stück lässt einem entsprechend Zeit, sich darauf einzulassen, der Song nimmt einen mit, macht vergessen, dass man hier ein Kabel testet. Dennoch: Das Silberkabel beweist, dass es den Klang absolut neutral wiedergibt, es wird hier nichts vermisst, man hört nur noch die Musik und verliert sich tatsächlich in den Gitarrenexkursionen Hans Theessinks. Als nächstes legte ich vom gleichen Album das Stück „Davy´s On The Road Again“ von Chris Thompson auf. Er nahm als Sänger den Titel bereits mit der legendären Manfred Mann´s Earth Band auf. Bei dieser neueren Einspielung wird das Stück im ungewohnten Jazz-Kontext und mit Big-Band-Sound wiedergegeben. Die ausdrucksstarken Bläsereinsätze gewinnen erheblich an Strahlkraft und kommen ohne jegliche Schärfe rüber. Die Bläser stehen nicht wie bisher mehr oder weniger diffus im Raum, sondern sind plötzlich sowohl in ihrer Größe als auch hinsichtlich ihrer Platzierung im Orchester wesentlich klarer umrissen. Damit gewinnt die Raumdarstellung der Aufnahme deutlich, nicht so sehr an absoluter Tiefe wie an Klarheit und Prägnanz.

Als nächstes tauschte ich das NF-Kabel zwischen Phonostufe und Vorverstärker aus. Hierzu muss ich sagen, dass mein SME-Kabel ebenfalls einen Silberleiter besitzt. Dementsprechend waren hier keine großen Klangunterschiede hörbar. Räumlichkeit und Höhenwiedergabe gewannen an Qualität, alle andere klanglichen Attribute blieben auf dem gewohnt hohen Level, hier tun sich die beiden Kabel nichts. Nun kamen die Lautsprecherkabel zum Einsatz. Ich hörte die gleichen Stücke wie zuvor, zusätzlich noch ein klassisches, „In The Hall Of The Mountain King“ aus der Peer Gynt Suite von Edward Grieg vom Album E. Grieg: Complete Symphonic WorksVol. I. Das Siltech -Kabel aus der 380er Serie trat gegen das Audioquest K2 an: Dieses ist um den Faktor Vier teurer als die Siltech-Kabel. Für mich war es also sehr überraschend, dass diese so gut klangen. Sie unterschieden sich zwar in Nuancen von den Audioquest-Kabeln, aber sind sie deshalb wirklich schlechter? Ich habe die beiden Kabelpaare wieder und wieder getauscht und gehört und nahm Unterschiede wirklich nur sehr nuanciert wahr. Während die Audioquests eine etwas sattere Basswiedergabe aufwiesen, überzeugten die Siltechs mit einer feineren Höhenwiedergabe und etwas strahlender klingenden Bläsern und Geigen. Stände ich vor der Wahl, mir Lautsprecherkabel für 10.000 oder 2.400 Euro zu kaufen, wobei die Klangunterschiede dermaßen gering sind, dann fiele meine Entscheidung ganz klar zu Gunsten des Siltech-Kabels aus.


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