tests/23-09-15_miyajima
 

Miyajima Laboratory Carbon

15.09.2023 // Klaus Schrätz

Miyajima Lab ist ein kleines Unternehmen um Noriyuki Miyajima, das in Fufuoka, Japan, ansässig ist. Mit seinen sechs Mitarbeitern produziert Miyajima unter anderem Tonabnehmer und Verstärker in exzellenter Qualität. Die Tonabnehmer sind klanglich grundsätzlich etwas Besonderes, denn sie faszinieren mit ihrer herrlich ungestümen Art.

Das Carbon ist ein Low-Output-MC-Abtaster, das Funktionsprinzip seines Generators unterscheidet sich jedoch deutlich von dem, was andernorts realisiert wird. Alle Stereo-Tonabnehmer von Miyajima Lab bedienen sich der sogenannten „Cross Ring“ Methode. Dabei wird das System aus Nadelträger und Spule nicht wie üblich mit einem Spanndraht fixiert. Der Spannfaden bringt laut Miyajima zwei potenzielle Probleme mit sich: Seine Spannung kann sich über die Zeit ändern, was die mechanischen Parameter der Aufhängung ändert. Außerdem verhindert er, dass der Spulenträger bei Auslenkung durch den Nadelträger an der wünschenswerten Stelle gekippt wird, die nämlich genau in seinem Zentrum wäre. Bei den Miyajima Tonabnehmern wandert ein Gummidämpfer vor den Spulenträger und der Nadelträger wird durch den Dämpfer geführt. Eine angespitzte Stellschraube, die von hinten in den Spulenträger ragt, fixiert ihn in einem fest definierten Punkt im Zentrum. Dadurch kann sich die Spule nur noch um den Drehpunkt bewegen und bleibt so im linearen Magnetfeld. Dazu kommt eine spezielle Wickeltechnik der Spulen (über Kreuz) auf ihren Träger. Die deutlich erhöhte Symmetrie gegenüber der klassischen Anordnung senkt Verzerrungen, der Wegfall des Spannfadens sorgt für Langzeitstabilität. Außerdem konnte der Hersteller so auf einen Metall-Spulenkörper verzichten und wickelt seine Spulen auf einen viel leichteren Kunstharzkern, wodurch Hystereseverzerrungen vermieden werden.

Das Gehäuse des Miyamjima Carbon besteht, anders als sein Name suggeriert, aus Satiné-Holz
Das Gehäuse des Miyamjima Carbon besteht, anders als sein Name suggeriert, aus Satiné-Holz

Zum Test stand mir das brandneue MC-Tonabnehmersystem „Carbon“ mit der Seriennummer 0009 zur Verfügung. Wie bei fast allen MCs der Miyajima Lab besteht das Gehäuse des Systems aus Holz, im Falle des Carbon kommt erstmals das exotische Satiné-Holz zum Einsatz und nimmt auf seine ganz eigene Art Einfluss auf den Klang des Tonabnehmers. Der geneigte Leser wird sich die gleiche Frage stellen wie ich mir auch: Wo kommt nun der Name Carbon her? Das Material des Gehäuses kommt ja nicht als Namensgeber in Frage. Nun, die Antwort liefert der sehr spezielle Aufbau des Nadelträgers. Es handelt sich um ein recht dünnes Aluminiumröhrchen, das bereits bei anderen Miyajima MC Modellen zum Einsatz kommt. Für das Carbon jedoch wollte Miyajima einen steiferen Nadelträger. Das erreichte er durch eine Füllung des Aluminiumträgers mit Carbon-Nano-Röhrchen. Diese glänzen mit sagenhaften Festigkeitswerten und erlauben ein deutlich verbessertes Abtastverhalten bei hohen Frequenzen. Um das zu nutzen, ist am Ende eine „Nude Line Contact“-Diamant-Nadel montiert. Deren geringe Masse ermöglicht es dem Carbon, einen weiten Frequenzgang von 20 Hertz bis 32 Kilohertz zu liefern.

Der Abtastdiamant besitzt einen Fine-Line-Schliff
Der Abtastdiamant besitzt einen Fine-Line-Schliff


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