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HoloAudio May KTE

07.11.2023 // Wolfgang Kemper

Die für jeden Kanal getrennte Stromversorgung
Die für jeden Kanal getrennte Stromversorgung

Dennoch: Bis heute verbessert der May Kitsuné seine Musikalität Tag für Tag, und zwar in Richtung Wärme und Grundton-Energie, was überwiegend bei Gesang zur Authentizität beiträgt. Dass dadurch die bemerkenswerte Nuancierung leidet, kann ich nicht feststellen. Der May macht zunehmend mehr Spaß. Was die räumliche Darbietung anbelangt – sie ist möglicherweise dem Doppelt-Mono-Konzept geschuldet – liegt diese in einer Größenordnung, wie ich sie noch mit keinem Gerät zuvor erleben konnte. Dabei ist die breite Bühne ein erfreulicher Aspekt, noch mehr gefällt mir die Auflösung und Tiefenstaffelung der Instrumente nach hinten. Der May Kitsuné schafft es in verblüffender Realitätsnähe, die Instrumente im Raum zu ordnen und ihnen eine eigene räumliche Kontur zu verleihen, so dass bei Live At The Loa - Summerwind vom Ray Brown Trio das Piano klar vor dem Schlagzeug platziert ist. Das trägt für mich erheblich zum Hörvergnügen bei und macht jeden Titel spannend. So erklären sich auch die langen Hörsessions. In dieser einen Woche, die der Holo jetzt bei mir musiziert, komme ich ausgesprochen schwer vom Hörplatz los. Diese enorme Auflösung steht zunehmend weniger im Widerspruch zur Klangfülle, die in den ersten Tagen womöglich ein wenig zu schwach ausgeprägt schien, wie der Soulnote überzeugend vermittelte. Inzwischen aber sieht dies anders aus. Zwar klingt Miles Davis' Komposition „Jean Pierre“ von Marcus Mitter noch immer knackiger und weniger üppig als über den wohlklingenden Japaner, aber nur der direkte Vergleich erlaubt diese Erkenntnis. Denn für sich allein ist die Musik, so wie der May KTE sie rüberbringt, auch bei „Jean Pierre“ packend und ein Vergnügen. Bei der überwiegenden Zahl von gehörten Musikstücken fehlt mir nichts an Grundton-Intensität, die ich auch nur manchmal bei Stimmen oder Klavier ein wenig zu vermissen meine. Das ist jedoch sehr von der Qualität der Aufnahme abhängig.

Der Blick in den D/A-Wandler überzeugt mit hochwertigen Bauteilen und sauberster Verarbeitung
Der Blick in den D/A-Wandler überzeugt mit hochwertigen Bauteilen und sauberster Verarbeitung

An einem Nachmittag haben ein Freund und ich etliche Aufnahmen von Beethovens Waldstein-Sonate – Qobuz macht dies leicht möglich – im Vergleich gehört. Die tonalen Unterschiede waren gravierend und nicht nur bei audiophilen Einspielungen klang der Flügel glaubwürdig körperlich und nach Holz. Sie kennen vielleicht noch einer der Dauer-Testplatten der 70er Jahre: Esther. Esther Ofarims „Kinderspiele“ waren ein gern genommenes Teststück, um einen dröhnende akustische Gitarre zu entlarven oder Misstöne beim Gesang auszumachen. Der HoloAudio May KTE reproduziert Gesang und Gitarre mit faszinierendem Nuancenreichtum und Körper bei der Dame und dem Instrument. Da wäre jedes Mehr fehl am Platz gewesen. Orchestrale Musik oder auch kleinere Ensembles mit natürlichen Instrumenten machen schnell klar, ob eine Wiedergabekette irgendwo Fehler macht. In Boccherinis „Sonata per il violoncello in Sol Maggiore, G.5“ mit Bruno Cocset und Les Basses Réunies ertönt das Cello zum Greifen nah, enorm detailliert und von jeglichem Schleier befreit, dabei aber dennoch nach Holz und mit nicht übertriebenem Volumen. Großorchestrales wie die Aufnahmen von Robert Schumanns vier Symphonien mit der Staatskapelle Berlin unter dem Dirigat von Daniel Barenboim (Qobuz 24Bit/96kHz) war so fein aufgefächert zu erleben, dass ich drei der Werke Non-Stop durchhielt – mit Vergnügen. Denn die Transparenz paart sich mit dieser wunderbaren räumlichen Ordnung, die bislang einzig dieser D/A-Wandler in meinen Hörraum zaubern konnte. Seidige Höhen, glasklar konturiert und lange ausklingend, machen das Musikhören ebenso spannend wie angenehm. Ist die Musik Bass-intensiv, wie etwa Live At The Loa vom Ray Brown Trio, liefert der HoloAudio May KTE ebenso mitreißend. Die Präzision ist einzigartig und die Instrumente werden konturenscharf dargeboten, als säße man dicht vor den Musikern. Man spürt die Energie der tiefen Töne, aber übertrieben wird hier nicht.

Zum Lieferumfang aller May-DACs gehört diese CNC-gefrästen Aluminium-Fernbedienung
Zum Lieferumfang aller May-DACs gehört diese CNC-gefrästen Aluminium-Fernbedienung


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