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Gold Note PH-1000 Lite

19.01.2024 // Dirk Sommer

Lassen Sie sich vom Namen nicht täuschen: Der Zusatz „Lite“ bedeutet lediglich, dass Gold Note im gleichen Gehäuse eine noch etwas üppiger ausgestattete Phonostufe und eine dritte mit einer Vorstufensektion mit Line-Eingängen im Angebot hat. Dennoch: Bisher ist mir kein Entzerrer mit einer so opulenten Ausstattung begegnet wie diese Lite-Version.

Anders als in der digitalen Welt, wo es oft dem Klang zuträglich ist, verschiedene Aufgaben auf unterschiedliche Geräte zu verteilen, ist bei der guten alten analogen Musikproduktion ein kurzer Signalweg und eine simple Schaltung oft der Königsweg zum Wohlklang. Aber schon beim abendlichen Musikgenuss, bei dem die nagelneue PH-1000 über Monate eine Menge Betriebsstunden sammeln konnte, war schnell klar, dass die Gold-Note-Phonostufe auf sehr hohem klanglichen Niveau agiert – Ausstattungsvielfalt hin oder her.

Die PH-1000 gibt es in einen schwarzen, silbernen oder – passend zum Markennamen – goldfarbenen Gehäuse
Die PH-1000 gibt es in einen schwarzen, silbernen oder – passend zum Markennamen – goldfarbenen Gehäuse

Dank ihrer „Single Knob Control“ oder kurz SKC und des farbigen Displays ist die PH-1000 eine elegante Erscheinung: Zusätzlich zu den beiden genannten Elementen finden sich auf der Front übereinander angeordnet nur noch eine Kopfhörer-Klinkenbuchse, der Infrarotempfänger für die Fernbedienung, eine LED und eine kleine güldene Plakette mit dem Firmenlogo. Mit dem einen Druck- und Drehknopf sowie dem Display lässt sich einer der drei Eingänge – es gibt einen symmetrischen und zwei mit Cinch-Buchsen – wählen, wobei der symmetrische nur für MC-Systeme ausgelegt ist, sich die beiden unsymmetrischen aber auch für Moving-Magnet-Tonabnehmer konfigurieren lassen. Die Verstärkung beträgt dabei 40 oder 60 Dezibel, wobei jeweils noch Anpassungen bis zu ±9 Dezibel möglich sind. Für den XLR-Eingang sind acht praxisgerechte Lastimpedanzen wählbar, für die Cinch-Eingänge sind es deren zwölf. Bei den MM-Eingängen gibt es sieben verschiedene Kapazitäten zur Bedämpfung etwaiger Resonanzen des Tonabnehmers. Weiter geht’s mit einem zuschaltbaren, sehr steilflankigen Rumpelfilter und einer Mute-Schaltung, bei der der aktive Betriebszustand „Stage“ genannt wird.

Kommen wir schließlich zu dem, was den PH-1000 zum Objekt der Begierde für audiophile Historiker macht: 18 verschiedene Entzerrungen für die entsprechenden Schneidekennlinien. Gold Note nennt in der Bedienungsanleitung: RIAA, Capitol, Columbia LP, NAB, AES, London LP, DGG Teldec, DGG IECN78, RCA 45, Old RCA, Telefunken, CCIR 78, Old Ortho, Philips, 500-Flat, American 78, FFRR 78 und Blumlein300. Die RIAA-Scheidekennlinie wurde allerdings bereits 1955 in den USA definiert und im selben Jahr in Europa als IEC No.98 und als Britisch Standard B.S.1928 als Norm übernommen. Nur in Deutschland dauerte es bis zum Jahr 1962, bis der RiAA-Standard in die DIN-Norm 45536/7 einfloss. So bedeutsam Gold Notes Auswahl an verschiedenen Entzerrungen für Sammler von Schellack-Scheiben und frühen LPs auch sein mag: Den Spass an LPs hat es für mich nicht beeinträchtigt, dass ich bisher fast nur Phonostufen benutzt habe, die allein die RIAA-Entzerrung anbieten. Ich oute mich gerne als reinen Genusshörer ohne klang-archäologischen Anspruch und gebe auch zu, dass mich Mono-Scheiben gänzlich kalt lassen.

Das Display ersetzt zusammen mit dem Druck- und Drehregler eine Vielzahl von Bedienungselementen. Der Kopfhörerausgang treibt auch anspruchsvolle Modelle
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