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Ortofon AS-309R

13.02.2024 // Dirk Sommer

Als Jelco vor einigen Jahren die Produktion von Tonarmen einstellte, war auch Ortofon davon betroffen, da die unter eigenen Namen angebotenen Arme dort gefertigt wurden. Aber Leif Johannsen wäre nicht Ortofons Chief Officer Acoustics and Research, wenn er nicht neue, qualitativ hochwertigere Arme entwickelt hätte. Die sind jetzt verfügbar.

Schon auf der letzten High End waren die ersten beiden Vorabversionen zu sehen: der AS-212R und der AS-309R, zwei Arme mit den klassischen Neun- und Zwölfzollmaßen. Für den Test habe ich die längere Version ausgesucht, da ich über eine speziell angefertigte, exzentrische Tonarmbasis für meinen Ortofon RMG 309i verfüge, mit dem ich schon seit Ende des letzten Jahrhunderts gute Erfahrungen machte. Dessen Armrohr bestand aus Stahl, beim AS-309R dürfte es Aluminium sein, wie dessen effektive Masse von nur elf Gramm vermuten lässt. Die neuen Arme sollen ja nicht nur mit den schweren SPU-Klassikern kompatibel sein, sondern auch mit vielen anderen Tonabnehmern aus den Portfolio von Ortofon und anderen Herstellern. Daher spendierten die Dänen ihrem „Static Balanced Reference Tonearm“ auch zwei unterschiedlich schwere Gegengewichte, damit diese auch bei sehr unterschiedlichen Gewichten der Abtaster – und den nötigen Auflagekräften – möglichst nah am Lagerpunkt justiert werden können.

Nein, hier wurde nichts vergessen: Der AS-309R wird wirklich ohne Headshell geliefert
Nein, hier wurde nichts vergessen: Der AS-309R wird wirklich ohne Headshell geliefert

Ein recht gutes Tonarmkabel mit Kupferadern hoher Reinheit – das Ortofon 6NX-TSW 1010 – gehört ebenfalls zum Lieferumfang, war aber nur kurz während des Einsatzes des SPU Century Bestandteil des Test, da ich für Einsteins The Turntable's Choice mit seinen symmetrischen Eingängen ein Phonokabel mit XLR-Steckern verwenden muss. Befestigungsmaterial für die Armaufnahme und die für die Justage benötigten Inbusschlüssel, Justage- und Montage-Schablonen befinden sich ebenfalls in der Box des AS-309R. Die Lehre, die besonders bei Laufwerken mit verschiebbaren oder verdrehbaren Basen die Abstandseinstellung zum Kinderspiel macht, besteht zwar wie beim RMG 309i aus einen Metallstift und dem Kunststoffzylinder, der in die Armaufnahme passt, die Entfernung zum Tellermittelpunkt gibt hier aber ein Streifen aus Karton statt wie beim alten Modell einer aus Metall vor – was für die meisten Käufer des AS-309R ja auch völlig ausreichen und nur beim häufigen Tonarm-Umbauten mit der Zeit ein wenig auf Kosten der Präzision gehen dürfte. Apropos Kosten: Die hatte man bei Ortofon natürlich auch im Blick, als man sich entschied, die neuen Tonarme ohne Headshell auszuliefern: Die meisten Kunden verfügten wohl ohnehin über ein solches oder könnten je nach Anspruch im Zubehörangebot von Ortofon das passende finden, merkt Leif Johannsen dazu an. Auch mit der Preisgestaltung der beiden Arme – die Zwölfzoll-Version ist gerade einmal 100 Euro oder etwas mehr als drei Prozent teurer als die kurze – machen die Dänen klar, dass sie für die Tonarme nicht nur die Käufer ihrer „Exclusive Series“ als Zielgruppe sehen, schließlich haben sie auch ein MC für gerade einmal 350 Euro im Angebot, und das günstigste SPU steht mit 700 Euro in der Preisliste.

Der Arm ist statisch ausbalanciert: Die Auflagekraft wird über das Gegengewicht eingestellt
Der Arm ist statisch ausbalanciert: Die Auflagekraft wird über das Gegengewicht eingestellt


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