tests/24-04-02_rega
 

Rega NAIA, Aphelion 2 und Aura MC

02.04.2024 // Dirk Sommer

Das Netzteil des NAIA erlaubt eine bequeme Wahl der Geschwindigkeit und auch deren Feinjustage. Jedes Netzteil wird individuell auf den jeweiligen Motor abgeglichen
Das Netzteil des NAIA erlaubt eine bequeme Wahl der Geschwindigkeit und auch deren Feinjustage. Jedes Netzteil wird individuell auf den jeweiligen Motor abgeglichen

Selbstverständlich stehen auch beim RB Titanium Tonarme wieder hohe Festigkeit und geringe Masse ganz oben im Pflichtenheft. Für erstere sorgt unter anderem das bewährte einteilige Tonarmrohr aus handpoliertem Aluminium, für letzteres das neue einteilige Vertikallager aus Titan und die Vertikalspindel-Baugruppe aus demselben Werkstoff. Um das Gegenwicht möglichst nahe am Lager positionieren zu können, hat Rega dem Titanium sowohl ein Gewicht und auch die Achse, die es trägt, aus dem schweren Wolfram spendiert. Natürlich weist auch der neue Referenz-Tonarm zwei Rega-Spezialitäten auf: ein mittiges Loch recht weit vorne im Headshell, dass die perfekte Justage eines dafür ausgelegten hauseigenen Tonabnehmers garantiert und der Verzicht auf eine Höhenverstellung des Arms, die ja Kompromisse bei der Ankopplung des Arms an das hochfeste Chassis zur Folge hätte – gleich zwei Gründe also, einen Rega-Tonabnehmer zu verwenden und Experimente mit bekannten Abtastern zu unterlassen. Schon bei der Präsentation in Aschau waren der Rega P10 und der NAIA mit dem Top-Tonabnehmer der Briten ausgestattet, dem Aphelion 2. Ein solches ist auch im Plattenspieler für den Test montiert. Es verfügt über einen Boron-Nadelträger, einen Abtastdiamanten mit Fine-Line-Schliff und einen Neodymium-Magneten, Zutaten wie man sie auch von anderen Tonabnehmern her kennt. Regas Tonabnehmer kommt aber völlig ohne Spanndraht aus, an dem der Nadelträger üblicherweise befestigt ist. Dieser soll allein von einem einzigartigen rhomboiden Lager in Position gehalten werden. Als Spulenträger dient ein Kreuz aus Weicheisen, das von Hand mit einem Draht mit nur 0,018 Millimeter Durchmesser bewickelt wird. Laut Rega verfügt das Aphelion 2 über einen der weltweit kleinsten MC-Generatoren überhaupt. Er hat einen Innenwiderstand von 10 Ohm und liefert eine Ausgangsspannung von 0,35 Millivolt.

Das Netzteil generiert die Wechselspannung mit Hilfe eines DSPs
Das Netzteil generiert die Wechselspannung mit Hilfe eines DSPs

Dieser nimmt sich – wie bereits erwähnt – die Aura Phonostufe an. Sie wurde ausschließlich für die Verstärkung und Entzerrung von Signalen von MC-Tonabnehmern entwickelt und verfügt über eine zweistufige Pegelanpassung, fünf Abschlussimpedanzen zwischen 50 und 400 Ohm, einen Monoschalter und – recht ungewöhnlich – fünf Lastkapazitäten zwischen 1000 und 5700 Picofarad. Begonnen habe ich mit den von Rega für das Aphelion 2 vorgeschlagenen Werten: 100 Ohm und 1000 Picofarad. Der NAIA stand mit seinen skelettierten Aluminiumfüßen auf der grauen Krion-Platte des Artesania-Racks und lies sich selbst durch recht heftiges Klopfen darauf nicht aus der Ruhe bringen. Über die Lautsprecher war nicht die geringst Störung zu hören. Das Konzept der harten Ankopplung und geringen Masse funktioniert perfekt: beeindruckend!

Aber letztlich geht es nicht um die Immunität gegenüber Resonanzen der Stellfläche, sondern um Musik. Um die bereits gut eingespielte englische Kombination in in meinem Hörraum ein wenig zu akklimatisieren, legte ich eine meiner momentanen Lieblingsscheiben auf: das Album Time Goes By des Carla Bley Trios. Sofort nimmt einen der transparente Klang des Flügels im großen Raum für sich ein. Steve Swallows E-Bass kommt sehnig und wohlkonturiert rüber. Selbst die für seinen Sound eher ungewöhnlich fetten Passagen im Titelstück besitzen mit dem Rega-Trio jede Menge Definition und Kontur. Andy Sheppards Saxophon wird von viel Luft umgeben, klingt ungemein lebendig und agil, bleibt aber dennoch frei von Schärfe oder Nervosität. Insgesamt bewegt sich das Klangbild auf der schnellen, frischen Seite und verwöhnt mit Transienten, die denen bei Live-Musik schon sehr nahe kommen. Zu anheimelnder, vermeintlich „analoger“ Fülle im Bassbereich neigen die drei aus Essex ehrlicherweise nicht.


  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026
  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026
  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.