tests/24-04-23_merason
 

Merason Reuss

23.04.2024 // Finn Corvin Gallowsky

Bisher habe ich mit Daniel Frauchiger, dem Chef von Merason, nur eine sehr interessante und angenehme Unterhaltung auf einer High End der letzten Jahre geführt. Jetzt freue ich mich deshalb umso mehr, mit dem Merason Reuss endlich einen seiner „made in Switzerland“ Wandler zu testen.

Lange Zeit war der Merason DAC1 das einzige Produkt der kleinen Schweizer Manufaktur. Im Test hat sich Wolfgang Kemper von seiner Musikalität begeistern lassen. Beim Nachfolger DAC1 Mk II hat Merason-Macher Daniel Frauchiger den Bauteilaufwand nochmals hochgeschraubt. Somit fällt sein Preis auch deutlich höher als noch der des DAC1 aus. Da der kleine, erschwingliche frérot nur über einen einzigen BurrBrown 1794A-Wandler verfügt, klaffte im Portfolio eine Lücke, die jetzt der Reuss ausfüllt. Er verfügt wie der DAC1 und DAC1 Mk II ebenfalls über einen 1794A-Wandlerchip pro Kanal und einen vollsymmetrischen Aufbau. Allein daran lässt sich schon erkennen, dass von dem Grundkonzept, das den besonderen Klang der Merason-Wandler ausmacht, auch mit dem Reuss nicht abgewichen, nur eben der Bauteilaufwand nicht ganz so auf die Spitze getrieben wird wie beim DAC1 MkII.

Das Bedienkonzept ist ebenso selbsterklärend wie funktional
Das Bedienkonzept ist ebenso selbsterklärend wie funktional

Vom deutschen Vertrieb CM-Audio erreicht mich der Wandler in einer stabilen wiederverschließbaren Plastikkiste, die in dieser Form auch für Kundentestpakete bei CM-Audio Anwendung findet. Torsten Fink hat mir ein CM-Audio Testpaket geschnürt, dem er vorsorglich gleich eine Auswahl an passenden Lab12-Kabeln beigelegt hat, die sich nebenbei bemerkt im Testverlauf als zuverlässige und würdige Spielpartner für den Reuss erwiesen. Diesen Service bietet der Vertrieb jedem interessierten Kunden an. In einem Telefongespräch oder per E-Mail wird vorab geklärt, an welchem Gerät der Kunde Interesse, welche Erwartungen er hat, und was er genau in seiner Anlage verändern oder verbessern möchte. Passend dazu wird dann ein kostenloses Testpaket mit allem Notwendigen gepackt. Bei Musikservern können das beispielsweise sogar Testaccounts für Streamingdienste, roon oder ein vorkonfiguriertes iPad zur Bedienung sein.CM-Audio betreibt diesen Aufwand, weil man davon überzeugt ist, dass nur zu Hause wie zu Hause klingt. Außerdem ist dem CM-Audio-Team der direkte Kontakt zum Kunden enorm wichtig. So kann oftmals bereits ein Telefonat Fehlkäufen vorbeugen oder ein Testpaket vollumfänglich Klarheit schaffen.

Aber zurück zum Reuss. Er ist ein klassischer Wandler ohne interne regelbare Vorstufe, der äußerlich einen eher reduzierten Eindruck macht, aber bei dem im Inneren ein größerer Aufwand betrieben wurde, als ich dachte. Einerseits wird überwiegend auf SMD-, also von oben auf die Leiterplatte aufgelötete, Bauteile statt klassische Durchsteckbauteile gesetzt, da sie unempfindlicher gegen Einstrahlungen sein sollen. In dieser Hinsicht hebt sich der Reuss vom Ur-DAC1 ab. Für die SMD-Bauteile gilt dennoch, dass sie sich in Hörtests ebenso beweisen müssen wie vorher die Durchsteckbauteile und sowieso alles, was bei Merason an Schaltungsvarianten auf den Tisch kommt. Andererseits wird die Stromversorgung verschiedener Baugruppen über eigene Transformatoren realisiert. Die Bedienung wiederum ist denkbar einfach, neben dem Einschalter auf der Front findet sich nur noch ein Drucktaster zum Durchschalten der Quellen, das wars. Auch die Formatvielfalt fällt eher spartanisch aus. PCM bis 192 Kilohertz bei 24 Bit, mehr als das gibt der Wandler nicht her. MQA und DSD stehen nicht auf der Fähigkeitenliste des Reuss. Die wenigen hochauflösenderen Aufnahmen, die ich besitze, kann ich mir von Roon runterrechnen lassen. Dementsprechend hat mich diese Limitierung nicht gestört.


  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.