tests/24-10-18_rega
 

Rega Nd7

18.10.2024 // Carsten Bussler

Die Analog-Spezies von Rega haben jüngst eine brandneue MM-Tonabnehmerserie vorgestellt, aus der wir uns das vielversprechende Spitzensystem Nd7 für einen Test ausgewählt haben. Die derzeit aus drei Systemen bestehende Nd-Reihe wurde zum Patent angemeldet und wird als Weltneuheit angepriesen, was zusätzliche Erwartungen weckt.

Rega macht vieles anders als andere Plattenspielerhersteller und ist durchaus bekannt für die Konsequenz, mit der ein einmal für richtig befundener technischer Weg verfolgt und auf die Spitze getrieben wird. Ich erinnere mich noch gut an den Planar 8, den ich einmal besaß, mit seinem skelettartigen „Chassis“, das extrem auf minimale Masse getrimmt war. Regas Plattenspieler kommen gerne mit vormontierten Tonabnehmersystemen aus dem eigenen Stall daher, umso schöner, dass die Auswahl sowohl in technischer als auch in preislicher Hinsicht nun um die hochinteressante Nd-Reihe erweitert wurde. Sie besteht aus den drei Modellen Nd3, Nd5 und Nd7, die für 230 Euro, 400 Euro respektive 580 Euro den Besitzer wechseln. Damit wildert Rega in den Gewässern, in denen zum Beispiel Ortofon mit seinen Modellen 2M Blue, 2M Bronze und 2M Black unterwegs ist und stellt diesen preisliche Pendants gegenüber. Wenn schon, denn schon: Wir griffen ganz oben ins Regal und baten den deutschen Rega-Vertrieb TAD, uns das Topmodell Nd7 für einen Test zur Verfügung zu stellen.

Offen gestanden ist Rega nicht allzu ofenherzig, was technische Daten betrifft. Angaben zur statischen und dynamischen Nadelnachgiebigkeit, Frequenzgang oder Innenwiderstand bleiben wir in den technischen Daten am Ende dieses Berichts schuldig, was aus meiner Sicht aber kein Beinbruch ist. Konzentrieren wir uns lieber auf das, was wir wissen: Der Nd7 verfügt über die Rega-typische 3-Punkt-Befestigung, die die korrekte Ausrichtung bei der Montage zum Kinderspiel werden lässt, sofern man den Tonabnehmer an hauseigene Tonarme montiert. Mit anderen Tonarmen funktioniert die Montage natürlich auch, in der Regel bleibt die vordere, mittige Gewindebuchse dann eben ungenutzt. Der Nadelträger des MM-Systems ist aus Aluminium, an dessen Ende ein nackter Diamant mit Fine Line Nadelschliff sitzt, dem gleichen Schliff wie bei den High-End MC-Modellen Apheta 3 und Aphelion 2. Verwendet wird übrigens ein monokristalliner, künstlicher Diamant mit sehr kleinen Radien, wobei der kleinere Radius von oben gesehen nur drei Mikrometer und von vorne betrachtet 30 Mikrometer in der Vertikalen beträgt. Aufgrund der kleinen Kontaktfläche des Diamanten und der damit einhergehenden sofortigen Anpassung an sehr kleine Veränderungen im Vinyl führe das zu einer außergewöhnlichen, exakten und detailgetreuen Wiedergabe, so Regas Argumentation.

Rega verzichtet bei der Verpackung auf unnötigen Schnickschnack, der Umwelt zuliebe wird die Rega Nd-Reihe in einer komplett recyclebaren Pappschachtel geliefert
Rega verzichtet bei der Verpackung auf unnötigen Schnickschnack, der Umwelt zuliebe wird die Rega Nd-Reihe in einer komplett recyclebaren Pappschachtel geliefert

Die miniaturisierten, parallelen Spulen sind aus 38 Mikrometern dünnem Draht in 1275 Windungen handgewickelt. Wenn sich der Wickler oder die Wicklerin da mal nur nicht verzählt! Die gesamte Generator-Baugruppe findet Platz in dem spritzgegossenen Gehäuse aus PPS, das sehr leicht ist und dank seiner geringen Masse die Belastung der Tonarmlager reduziert; überhaupt ist das gesamte Erscheinungsbild von Regas MC-Baureihe inspiriert. PPS steht für Polyphenylensulfid, ein teilkristalliner Kunststoff also, dessen aromatische Monomereinheiten über Schwefelatome miteinander verbunden sind. Dieser Werkstoff verfügt über sehr hohe Wärmeformbeständigkeiten, eine hohe Chemikalienbeständigkeit und eine besonders hohe Steifigkeit. Als Auflagekraft, oder genauer gesagt als Auflagegewicht empfiehlt Rega 1,75 Gramm, also circa 17,5 Millinewton. Die generierte Ausgangsspannung liegt zwischen fünf und sechs Millivolt und damit auf dem typischen Level für Moving-Magnet-Tonabnehmersysteme.


  • Canor Virtus A3

    Zur diesjährigen HighEnd stellte Canor den Virtus A3 Hybrid-Vollverstärker vor. Der lockt mit einem integrierten Digital-Analog-Wandler und einer diskret aufgebauten Phono-Vorstufe für MM- und MC-Tonabnehmer. Sowohl seine Technik als auch die Ausstattung bieten Ungewöhnliches. Vor allem aber soll er klanglich beeindrucken. Das slowakische Entwickler-Team konnte mich bereits vor einem Jahr überzeugen: Der Vollverstärker Virtus I2 aus der Premium Line musizierte in meinem Hörraum wie keiner zuvor in dieser Preisklasse. Der war ein gestandener Röhren-Vollverstärker. Auch…
    28.11.2025
  • Dan D’Agostino Progression S350

    Dan D’Agostino ist eine Legende im Verstärkerbau. Er folgte wohl nie einer Mode, sondern vertraut bei allen Entwicklungen seinem Gehör und seiner Leidenschaft für den guten Klang. Mehr als 50 Jahre baut er nun schon Verstärker, immer mit dem Ziel, das „Wesen der Musik hörbar zu machen“. Erfüllt auch der S350 diese hoch gesteckten Ambitionen? Die Progression S350 ist die kleinste Stereoendstufe im Gesamtprogramm. Optisch trägt sie alle charakteristischen Merkmale einer echten D’Agostino. Angefangen mit…
    25.11.2025
  • iFi Silent Power USB iPurifier Pro & Pulsar USB

    Ohne iFis iDefender+ würde das PC-Audio-Setup in meinem Arbeitszimmer überhaupt nicht störungsfrei funktionieren. Dementsprechend ist es für mich eines der besten Tools im Bereich Computer-Audio. Der iPurifier Pro vereint seine Fähigkeiten mit denen eines iSilencer+ und noch mehr Features in einem Gehäuse. Außerdem teste ich das Pulsar USB-Kabel. iFi ist seit Jahren eine Konstante für hochqualitative Audio-Produkte zu fairen Preisen. Zuletzt wurde die Sparte für Stromversorgung, Kabel und Signal-Verbesserer unter SilentPower zusammengefasst. Noch bevor wir…
    21.11.2025
  • Eversolo T8

    Der Eversolo T8 ist als Streaming-Transport ein neuer Baustein einer Konzeption, die auf Trennung der digitalen Komponenten setzt. Dennoch ist er nicht allein für Perfektionisten konzipiert, sondern bietet sogar Einsteigern vielfältige und sinnvolle Möglichkeiten. Die bislang allerorts hochgelobten Eversolo Streamer besitzen integrierte Digital/Analog-Wandler, sind teils auch als Vorverstärker nutzbar oder wie der Eversolo Play sogar als all-in-one Streamer, DAC und Vollverstärker. Mit dem T8 eröffnet Eversolo auf den ersten Blick eine neue anspruchsvolle Produktreihe, in…
    18.11.2025
  • Chord Huei

    Auf kompromisslos Weise transferiert Chord Electronics sein digitales Know-how in die analoge Welt und präsentiert uns den kompakten Phono-Vorverstärker Huei. Das massive Aluminiumgehäuse beherbergt moderne SMD-Technik auf kleinstem Raum, womit die Briten den Beweis antreten wollen, dass Vinylgenuss kein großes Gehäuse braucht. Jetzt mal ehrlich, dieses ganze Hifi-Zeugs nimmt doch ohnehin schon genug Platz im Wohnzimmer ein und ich persönlich bin dankbar für jedes Gerät, dass ein wenig sparsamer mit dem auf dem Rack verfügbaren…
    11.11.2025
  • HMS Armonia Carbon

    Sie haben vermutlich davon gehört, dass Hans Manfred Strassner, den man mit Fug und Recht als Vordenker hinsichtlich audiophiler Kabelentwicklung nicht nur in Deutschland anerkennen darf und sollte, sein Unternehmen HMS Elektronik aus Altersgründen zum 1.1.2024 an die International Audio Holding B.V., Inhaber der Marken Siltech und Crystal Cable, übergab. Dies ist inzwischen eine ganze Weile her, und nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Niederländer verbesserte Versionen des übernommenen Portfolios vorstellen. Dass seit…
    07.11.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.