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Lu Kang Audio Spoey 200

30.09.2025 // Finn Corvin Gallowsky

Spikes zählen inzwischen – wie ich finde zurecht – nicht mehr zum Nonplusultra der Lautsprecherfüße und waren mir, von ihren klanglich nicht immer idealen Auswirkungen mal abgesehen, schon immer ein Dorn im Holzfußboden. Die Spikes der Speaker Stands sind dank ihrer speziellen, wunderbar griffigen Oberfläche allerdings hervorragend zu handhaben. Zwischen der drei Zentimeter messenden, massiven Kontermutter und dem Sockel befindet sich eine Gummischeibe. Dadurch lassen sich die etwa 2,5 Zentimeter messenden Spikes auch ohne Werkzeug so einstellen, dass weder der Ständer noch der Lautsprecher auch nur im Entferntesten kippeln würden. Die Geschmeidigkeit bei doch festem und vor unbeabsichtigten Verstellen schützenden Gewindesitz zeugt von der Verarbeitungsqualität der Stands. Die beiliegenden Unterlegscheiben schützen darüber hinaus meinen Boden. Ein ähnlich solider Lautsprecherständer ist mir bisher selten untergekommen. Drei kleine Unterlegfüße mit innenliegendem Spike zwischen Ständer und Lautsprecher selbst, komplettieren das Ent-, respektive Ankopplungskonzept der Spoey. Im Test erweist es sich als effektiv und den Lautsprechern angemessen.

Mit aufgesetzter Front wirkt der Lautsprecher etwas weniger technisch
Mit aufgesetzter Front wirkt der Lautsprecher etwas weniger technisch

In meinem Hörraum angekommen und auf ihrer Testausgangsposition platziert machen die Spoey 200 sich auf den eleganten schwarzen Ständern optisch sehr schön. Glücklicherweise treffen sich das Nussbaumfurnier und meine persönlich Vorliebe für dunkle Hölzer. Fein geschliffen, lässt es dennoch die lebendige Haptik des Holzes erfühlen, für den Fall, dass man das Bedürfnis verspüren sollte, seine Lautsprecher zu streicheln. Die Spoey 200 sind ebenfalls in Kirsche und schwarzem Pianolack erhältlich. Auf der Oberseite ist ein Lu Kang Logo eingelasert. Überhaupt sind die Verarbeitung und die Einpassung der Treiber und des Terminals auf der Rückseite makellos. Einzig die Plastikaufnahmen, die beim Entfernen der Frontabdeckung sichtbar werden und das schlichte „Bassreflexloch“ trüben den rundum hochwertigen Eindruck leicht.

Hier lässt sich die saubere Verarbeitung des Furniers gut erkennen
Hier lässt sich die saubere Verarbeitung des Furniers gut erkennen

Bei bisher jeder Vorführung der verschiedenen Spoeys, die ich auf den letzten drei High Ends gehört habe, stach die überdurchschnittliche Räumlichkeit und Plastizität der Wiedergabe als herausragendstes Merkmal hervor. Eine gewisse Hochtonpräsenz legten ebenfalls alle gehörten Modelle an den Tag – manch einem Besucher ging es hier mitunter etwas zu präsent zu. Wie sich dies allerdings in meinem Hörraum verhält, bleibt abzuwarten. Diese Eigenschaften (gemeinsam mit einem selbst erworbenen Höreindruck) geben dem erfahrenen Hörer bereits erste Hinweise auf die Konzeption der Spoey-Lautsprecher. Im Gespräch mit Rox haben sich diese ersten Vermutungen bestätigt: In den ersten Lu Kang Audio Lautsprecherserien wurden verschiedenste Weichenkonzepte zweiter oder vierter Ordnung und Widerstände zum Anpassen des Hochtonpegels verwandt. Allerdings entsprach dies nie vollends dem gewünschten Klangideal. Etwa um 2015 fand man bei Lu Kang mit den Tweetern von Hiquphon und Tiefmitteltönern von AudioTechnology eine Kombination, die eine möglichst simple Weichenschaltung ermöglichte.


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