tests/25-11-07_hms
 

HMS Armonia Carbon

07.11.2025 // Wolfgang Kemper

Nun will ich die Sache aber noch einmal anders herum angehen, belasse das Armonia Carbon Lautsprecherkabel im Setup, verbinde aber DAC und Verstärker mit meinem etatmäßigen Wireworld Eclipse 8 Cinch. Als Stromzuleitungen kommen an allen drei Stellen (zweimal DAC und einmal Vollverstärker) jetzt wieder meine Audioquest Hurricane Source und HC statt der HMS zum Einsatz. Die sind deutlich kostspieliger als die neuen HMS Stromkabel. Ich vergleiche zuerst mit dem Beatles Titel „Taxman“ in der Interpretation von Junior Parker (Qobuz CD-Stream vom 2024 Remaster). Dieses Stück klingt mit meiner eigenen Verkabelung jetzt etwas milder im Obertonspektrum, sogar ein wenig angenehmer, aber auch weniger knackig. Der mitreißende Drive in der Musik verändert sich erfreulicherweise keineswegs, so dass diese überzeugende Fähigkeit bereits allein dem HMS Armonia Carbon LS-Kabel zugeschrieben werden darf.

Beim Armonia Carbon Power kommen Furutech-Stecker mit vergoldeten Kontakten zum Einsatz
Beim Armonia Carbon Power kommen Furutech-Stecker mit vergoldeten Kontakten zum Einsatz

Die Stromkabel besitzen die gleich sympathische Haptik und Biegsamkeit wie die anderen Armonia Carbon. Sie sind mit Steckern von Furutech ausgestattet. Ihr technischer Aufbau besteht aus neunfach verdrillten Litzen, auch hier aus sauerstofffreiem Kupfer, die mit Polyolefin und TPU isoliert sind. Zur Abschirmung dient wieder ein Carbonfilm. Bei der Beurteilung der Armonia Carbon Power bleiben auch die HMS Interconnect XLR beziehungsweise RCA und Lautsprecherkabel im Spiel. Der live dargebotenen Eagles Hit „Hotel California“ vom Album Hell Freezes Over lässt ebenso wie von Eric Claptons Unplugged „Don´t Accuse Me“ die Gitarren mit dem HMS etwas kühl und metallisch klingen. Zumindest bei Hell Freezes Over bin ich mir ziemlich sicher, dass die drei Gitarristen keine Stahlsaiten aufgezogen haben. Das zeichnen die Audioquest realistischer, und sie überzeugen auch mit einer homogeneren Bühnenordnung. Auch ist der Gitarrenkörper Claptons mit dem HMS weniger als Einheit mit den Saiten spürbar, hier hört man die Töne mehr für sich. Das HMS Power mag in einer etwas rundlich, nicht so sehr analytisch abgestimmten Anlage genau richtig sein. Bei der eher schlanken tonalen Diktion meiner Kette passt´s bei diesen beiden Musiktiteln nicht perfekt im Vergleich zu den weitaus teureren Audioquest. Der klangliche Eindruck kann sich, je nach Musik, allerdings ganz schnell umkehren. So beispielsweise mit „Body And Soul“ vom Album Nnenna Freelon Live.

Mit den Audioquest Hurricane erlebe ich auch hier eine lebendige, nuancenreiche und dynamische Vorführung, die ich mir mehrfach hintereinander anhöre, bevor ich auf die drei HMS Netzkabel wechsele. Das macht dann folgenden Unterschied: Sogar gegenüber der kostspieligeren Konkurrenz präsentieren die HMS den kräftigen Bass noch akkurater, verbessert sich die räumliche Abgrenzung und Staffelung von Instrumenten und der Sängerin. Es scheint mehr Ordnung im Spiel zu sein, welche die Darbietung zusätzlich interessanter werden lässt. Schwächen? Keine! Die Instrumente und auch Nnenna Freelons Stimme bekommen sogar leicht mehr Volumen. Dieses Vergleichsergebnis fällt ebenso unerwartet wie überzeugend zu Gunsten der preiswerteren HMS Armonia Carbon Power aus. Weitere Tests an einzelnen der Geräte mit den Armonia Carbon Power erspare ich mir und Ihnen. Denn die Erfahrung lehrt, dass eine ganzheitliche Verkabelung aller Komponenten mit dem gleichen Netzkabel klanglich fast immer sinnvoll ist und zu einem harmonischen Miteinander führt.

Beim XLR Interconnect verwenden die Niederländer hochwertige Stecker von Neutrik
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