tests/25-11-18_eversolo
 

Eversolo T8

18.11.2025 // Wolfgang Kemper

Die Rückseite bietet neben dem harten Netzschalter tolle Optionen: So darf man anstelle des üblichen RJ45-LAN-Anschlusses gern auch den SFP-Glasfaser-Anschluss nutzen, was nach Erfahrung unseres Chefredakteurs Dirk Sommer dank der galvanischen Trennung zu Klanggewinn führen kann. Neben den beiden USB3.0 Buchsen findet sich der optimierte USB-Ausgang für den D/A-Wandler. An die USB3.0 Schnittstellen darf man auch ein CD-Laufwerk zum Rippen auf den internen Speicher oder zum Hören von CDs anschließen. Dies lässt sich im Menü leicht aufrufen, ebenso wie das Kopieren von Files in alle Richtungen. Dank der vier Ausgänge neben diesem besonders isolierten USB Audio-Ausgang, nämlich AES/EBU, Toslink, S/PDIF koaxial und IIS mit acht Beschaltungs-Alternativen ist jede Verbindungsart zum DAC möglich. Die Ausgänge können auch parallel verkabelt sein. Im Menü wählt man zwischen USB oder IIS oder den drei anderen. Ganz rechts gibt es noch zwei kleine Klinkenbuchsen für eine 12-Volt-Triggerleitung. Ich vermisse nur die WLAN-Antenne(n); statt außen sichtbar angebrachten soll die im Gehäuse verbaute mit einer Konnektivität per 2,4 und 5GHz für WiFi 6 leistungsstark genug sein.

Neben dem Streamen offeriert der Eversolo T8 weitere nützliche Optionen
Neben dem Streamen offeriert der Eversolo T8 weitere nützliche Optionen

Im Inneren ist der Eversolo T8 üppig ausgestattet und unterscheidet sich von mancher „Mogelpackung“. Die Display-Elektronik wurde physisch von den anderen Gruppen getrennt, um Störeinflüsse zu vermeiden. Fundamental für die Klanggüte des T8 liest man auf der Webseite des deutschen Importeurs Audionext, sei sein spezielles lineares Netzteil, das elektrische Interferenzen und Rauschen auf einen bemerkenswert niedrigen Wert von unter 30 Millivolt halten kann. Der Ringkerntrafo aus 4N-sauerstofffreiem Kupfer und die mit Teflon isolierten Verbindungen begründeten diesen äußerst störungsfreien und sauberen Signalhintergrund, der der Dynamik und Feinzeichnung zugute kommen soll. Ebenso wichtig sind die beiden Femto-Clocks von Accusilicon mit den verschiedenen Referenztakten, die den Jitter reduzieren und eine genaue Signalreproduktion garantieren sollen. Ein Quad-Core ARM Prozessor, 4 Gigabyte DDR4 RAM und der 64-Gigabyte-eMMC-Speicher sind Grundlage für den schnellen und verlässlichen Funktionsablauf in Bedienung und Datenmanagement. Die isolierten Ausgänge sollen ebenfalls Störpotential ausschließen. Es scheint, dass an jeder theoretischen Schwachstelle mit Sorgfalt mögliche Störungen weitestmöglich eliminiert wurden. Die Steuerung des T8 erfolgt entweder direkt am Gerät oder über die Eversolo Control App auf einem Android- oder iOS-Gerät. Nur hin und wieder, wie beispielsweise zum Einlese-Start der externen Festplatte, ist die Bedienung am Gerät selber zwingend. Wichtige Funktionen sind auch über die zum Lieferumfang gehörende edel anmutende Fernbedienung möglich, die einen integrierten Akku und eine USB-C Lade-Schnittstelle besitzt. Klangkorrekturen sind dank der in die Software integrierten parametrischen und grafischen Equalizer für unterschiedliche Musik-Genres möglich. Vorprogrammierte Soundkurven lassen sich hierfür ebenfalls aufrufen. Wer eine individuelle Raumkorrektur für seine persönliche Hörsituation integrieren will, kann diese mit dem für etwa 70 Euro erhältlichen Eversolo-EM-01-Mikrofon oder auch per Smartphone ermitteln und die FIR-Algorithmen in die Software einbinden.

Auch die Grundeinstellungen lassen sich leicht aufrufen und ändern
Auch die Grundeinstellungen lassen sich leicht aufrufen und ändern

Zuerst reizt mich der klangliche Vergleich zwischen dem T-8 und der in meinen DAC integrierten PS Audio BridgeII. PS Audio liefert zwar inzwischen auch mit seiner AirLens ein besseres Gerät, aber die in den DirectStream-DAC integrierte BridgeII ist vielen bekannt und deshalb eine geeignete Referenz, zumal sie zu ihrer Zeit sogar noch etwas teurer war als der T8 heute. Allerdings benötigt man auch keine zusätzlichen Geräteverbindungen. Und damit geht es bei der klanglichen Beurteilung mit den Problemen schon los. Denn die unterschiedlichen Kabel nehmen unüberhörbar Einfluss. Ich habe alle vier Optionen außer der optischen Verbindung genutzt, und zwar folgendermaßen: Die koaxiale S/PDIF Verbindung war mit Abstand die preisgünstigste, nämlich ein Boaacoustic Black Edition Digital S/PDIF. Parallel dazu waren angeschlossen: ein Habst Ultra-3 USB, ein Habst DIII AES/EBU und ein Audioquest Dragon HDMI für die IIS-Verbindung. Alle vier hatten eine Länge von 1,5m. Erstaunlich deutlich waren die Kabelunterschiede, so wie ich sie kenne, herauszuhören. Man darf also keineswegs den Ausgängen am Eversolo unterschiedliche Qualitäten zuschreiben. Die Klangunterschiede waren derart, dass das günstige Boaacoustic über S/PDIF am wärmsten, weichsten aber auch weniger detailreich musizierte. Die Habst XLR und USB waren sich so ähnlich, dass ich Unterschiede nicht festmachen kann, was bei vergleichbarer Kabelkonzeption auch nicht wundert. Es sagt aber viel über die Gleichwertigkeit der Ausgänge am Eversolo und auch die Eingänge am PS Audio DAC aus. Die USB-Verbindung erlaubt viel höhere Auflösungen sowohl bei PCM als erst recht bei DSD. Letzteres kann per USB nativ bis DSD512 transportiert werden kann. Die gleiche Auflösung bietet I2S, was bei Eversolo IIS geschrieben wird. Das bot hier mit dem kostspieligen Audioquest Dragon einen noch minimal überlegenen, griffigeren und strukturierteren Klang. Es bleibt also allein jedem Benutzer überlassen, hier die subjektiv optimale Wahl zu treffen. Eine Empfehlung kann ich an dieser Stelle nicht geben, einmal abgesehen von der, dass alle vier Anschluss-Varianten es verdienen, hinsichtlich der Kabel-Qualität nicht zu knausern. Denn ich habe noch nie in einem Test-Setup so klar und zweifelsfrei die Charakteristika dieser Verbindungen wahrgenommen, und dies bei jeder Art von Musik.


  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026
  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026
  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026
  • Aavik Acoustics R-588

    Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588. Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung…
    26.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.