tests/25-12-23_keces
 

Keces Ephono+

23.12.2025 // Dirk Sommer

Ausgangsseitig gibt es außer Cinch- auch noch symmetrisch beschaltete XLR-Buchsen. Aber selbst beim größeren Sphono, der im Wohnzimmer die Signale des Lyra Titan i aufbereitet, konnte ich an den Eingängen von Einsteins The Preamp keine nennenswerten Qualitätsunterschiede zwischen den beiden Anschlussarten feststellen. Zum Einspielen integriere ich den Ephono+ in die Kette im Arbeitszimmer, da ich dort nicht nur auf die MC-Tonabnehmer auf Einsteins Aerolith und dem Brinkmann LaGrange, sondern auf letzterem auch auf das im AMG-Arm montierte DS-Audio W3 zurückgreifen kann. Die Verbindung zur WestminsterLab-Vorstufe stellt ein Göbel-XLR-Kabel her – aber nicht, weil ich mir von der symmetrischen Verbindung klangliche Vorteile verspreche. Ich habe einfach keine besonders hochwertigen Cinch-Kabel in meinem Fundus. Nach etwa 24 Stunden am Netz und rund 20 Plattenseiten weist der Klang des Ephono+ keinerlei Rauigkeiten oder sonstige Auffälligkeiten auf: Er spielt sehr luftig und dynamisch und lässt ohne direkten Vergleich nie das Gefühl aufkommen, man müsse bei dieser im besten Wortsinne preiswerten Komponente auf irgendetwas verzichten. Und das triff in Kombination mit dem photoelektrischen W3 ebenso zu wie in der mit Einsteins Pickup.

Diese beiden Schalter auf der linken Seite erlauben es, die Verstärkung um sechs Dezibel zu erhöhen, getrennt für den photoelektrischem und den MM- respektive MC-Eingang
Diese beiden Schalter auf der linken Seite erlauben es, die Verstärkung um sechs Dezibel zu erhöhen, getrennt für den photoelektrischem und den MM- respektive MC-Eingang

Wenn ich Analog-Gerätschaften einspiele, mache ich es mir gern einfach und lege Scheiben aus LP Boxen auf. Wie so oft war das diesmal auch wieder Keith Jarretts Solo Concerts Bremen Lausanne, und dann erstmal Johannes Brahms Sämtliche Symphonien mit dem Cleveland Orchestra unter Lorin Maazel, die zwar mit Laufzeiten von bis zu 30 Minuten pro Seite die Arbeit erleichtern, klanglich aber trotz DMM nicht wirklich begeistern können. Als tolle (Wieder-?)Entdeckung hingegen entpuppte sich Keith Jarretts Drei-LP-Box Concerts mit Aufnahmen aus Bregenz und dem Herkulessaal in München. Ein schönes klangliches Spektakel ist Part IV des Konzerts, in dem der Pianist sich meist in den oberen Oktaven tummelt und das mit Ächzen, Stöhnen und Fußstampfen begleitet, was natürlich auch Reaktionen des Publikums provoziert. Einfach klasse, wie die analoge Kette inklusive Ephono+ eine glaubwürdige Illusion des Saales vermittelt, die hohen Töne und die im Flügel erzeugten perkussiven Geräusche differenziert wiedergibt und das Stampfen auf dem Podest mit jeder Menge Energie in den Hörraum projiziert. Eine derart überzeugende Leistung hätte ich von der Ephono+ nicht erwartet.

Ich habe bestimmt schon anklingen lassen, dass ich den Phonoeinschub für das DS Audio in der WestminsterLab-Vorstufe dem zum W3 gehörenden Entzerrer aus klanglichen Gründen vorziehe, da ersterer ein wenig mehr Wärme und Fluss ins Klangbild bringt und weniger analytisch und neutral zu Werke geht. Das sind Eigenschaften, die mir auch beim Ephono+ bisher nicht negativ aufgefallen sind. Dennoch wäre es natürlich interessanter, den Keces mit dem DS-Audio-Entzerrer zu vergleichen als mit der WestminsterLab-Phonoplatine, die sich unerklärlicherweise in dergleichen Preisregion tummelt wie die mächtige, firmeneigene Vorstufe des W3. Doch findet die leider in meinen wie immer voll belegten Racks aktuell keinen Platz.

Mit nur einem Schalter hat man die Wahl zwischen der Betriebsart für MM- oder MC-Systemen und eine von drei Abschlussimpedanzen für MCs
Mit nur einem Schalter hat man die Wahl zwischen der Betriebsart für MM- oder MC-Systemen und eine von drei Abschlussimpedanzen für MCs


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