tests/26-01-09_keces
 

Keces Ewave

09.01.2026 // Dirk Sommer

Aus der Liste meiner Test-Tracks wähle ich den Beginn von Mahlers Symphonie Nr. 3 mit Mariss Jansons und bin überrascht, wie gut das Ewave viele der Qualitäten der Aufnahme rüberbringt. Ich weiß noch, dass es einer Vielzahl von Verbesserungen in der Anlage bedurfte, bevor die Reflexion der Blechbläser an der linken Wand des Saales durchgängig zu vernehmen waren. Das gelingt auch dem Keces-Switch. Wenn mich die Erinnerung nicht trügt, wirkte die Bühne in der höchsten Ausbaustufe meiner Kette allerdings noch einen Tick tiefer. Geschenkt, wenn man die Preisschilder des Ewave und des Ansuz PowerSwitch vor Augen hat. Da kann man auch leicht verschmerzen, dass ersteres ein paar Details unterschlägt – solange es bei der Energie im Tieftonbereich, bei der tonalen Stimmigkeit und bei der Emotionen weckenden Spielweise absolut nichts vermissen lässt – auch wenn bisher kein Sortz in einer der LAN-Buchsen des Keces steckt.
Wenig überraschend ist schon die Wirkung eines Sortz deutlich hörbar, vorausgesetzt natürlich, dass der Port, in dem es steckt, aktiviert wurde: Der Aufnahmeraum wirkt größer, die Differenzierung der einzelnen, leichten Schläge auf die Felle der Pauken gelingt besser, und Details wie das Atmen eines der Ausführenden wird klarer aus dem musikalischen Geschehen herausgelöst. Wenn dann – wie in meiner etatmäßigen Kette üblich – auch noch ein Sortz Signature in einem Port des Switch steckt, werden die geschilderten klanglichen Verbesserungen noch einmal größer: Das Ewave besitzt noch mehr klangliches Potential als es in nicht getuntem Zustand offenbart. Zum Aufbau einer digitalen Wiedergabekette auf sehr hohem Niveau wäre es sicherlich ein guter Weg, mit dem Erwerb des recht erschwinglichen Keces-Switch zu beginnen und es, sobald weitere Investitionen möglich sind, mit einem Linearnetzteil und in einem dritten Schritt mit LAN-Filtern wie dem English Electric EE1 Plus, dem Silent Power LAN iPurifiert Pro oder eben den Sortz aufzurüsten.

Vor den einzelnen Ports kommen Hochfrequenz-Übertrager zum Einsatz
Vor den einzelnen Ports kommen Hochfrequenz-Übertrager zum Einsatz

Vor weiteren Vergleichen höre ich nur zum Vergnügen eine meiner letzten Qobuz-Neuerwerbung, John Scofield und Dave Hollands Memories of Home. Von den neun Zwiegesprächen zwischen elektrischer Gitarre und Kontrabass haben es mir John Scofields ruhige Komposition „Meant To Be“ und „Mr. B“, das Dave Holland schrieb und Ray Brown widmete, besonders angetan. Im erstgenannten Stück erklingt die nur ein wenig angezerrte Gitarre von Hall umgeben nach einem Bass-Intro in höheren Lagen sehr farbstark und melodiös. Dazu passt sehr gut, dass auch der Tieftöner in einem nicht allzu großen imaginären Raum platziert wurde: zumindest für mich ein Song zum Dahinschmelzen. Mehr Groove verströmt die Gitarre über einem soliden Walking-Bass-Fundament auf „Mr. B“. Da muss man einfach mitwippen. Timing und Spielfreude des Duos lassen keine Wünsche offen. Während des gesamten Albums habe ich mir nicht einmal Gedanken über die Wiedergabekette gemacht: Die klingt mit dem Keces Ewave einfach klasse.

Nachdem ich die Sortz wieder entfernt habe, höre ich, da ich mit dem Klang des Ewave in der Anlage noch nicht wirklich vertraut bin, dreimal die ersten zwei Minuten des ersten Satzes der Symphonie Nr.15 von Schostakowitsch mit dem Duisburger Philharmonieorchester. Dann stecke ich die drei LAN- und das 12-Volt-Gleichstromkabel vom Ewave auf das SOtM-Switch SNH-10G um. Dieses ist mit dem High-End-Clock-Module sCLK-EX mit Eingang für eine Masterclock ausgestattet und steht in dieser Ausstattungsvariante aktuell mit 2.150 Euro in der Preisliste. Den höheren Preis rechtfertigt das SOtM-Switch durch eine einen Tick bessere Auflösung und eine in der Tiefe ein Stückchen größeren Bühne. Mit der tonalen Abstimmung meiner Anlage harmoniert aber das Keces-Switch besser: Damit wirkt der Hochtonbereich eine Spur geschmeidiger und gefälliger. Da geht es natürlich um Geschmacksfragen. Nicht fraglich ist meines Erachtens nach aber, dass man beide Switches vor einer Kaufentscheidung in seiner eigenen Kette gehört haben sollte.

Wie üblich legt Keces auch beim Ewave Wert auf eine saubere Spannungsversorgung
Wie üblich legt Keces auch beim Ewave Wert auf eine saubere Spannungsversorgung


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