tests/26-01-09_keces
 

Keces Ewave

09.01.2026 // Dirk Sommer

Um gegenseitige Störungen zwischen verschiedenen Baugruppen zu minimieren, gibt es beim Ewave unabhängige Stromversorgungen – ich gehe davon aus, dass damit verschiedene Spannungsstabilisierungen gemeint sind – nicht nur für die beiden Gruppen von Ports, sondern auch für den zentralen Chip, den Mikrocontroller und den beheizten 25-Megahertz-Quarzoszillator, der sich durch extrem niedriges Phasenrauschen auszeichnen soll. Im Gehäuse des Switch ist allerdings lediglich die Spannungsaufbereitung zu finden, die ihre Energie über eine Buchse von einem externen 12-Volt-(Stecker-)Schaltnetzteil bezieht. Das gehört zwar zum Lieferumfang, kam im Test aber nicht zur Anwendung, da ich – wie in der Bedienungsanleitung empfohlen – ein Linearnetzteil verwendete, und zwar das Keces P8. Das Layout der Leiterplatten soll nach umfangreichen Tests so optimiert worden sein, dass elektromagnetische Interferenzen und hochfrequente Störungen minimiert werden.

Darüber hinaus sorge der sogenannte Audio-Priority-Quality-of-Service für einen guten Klang. Falls Ihnen der Begriff bekannt vorkommen sollte, mag das daran liegen, dass er beim Test des mit dem Statement in High Fidelity ausgezeichneten, aber nicht mehr erhältlichen Melco S100 hier erstmals erwähnt wurde: Das ist ein Verfahren, bei dem Audiopakete im Datenstrom identifiziert und diese dann priorisiert werden, wodurch die Güte der Übertragung verbessert werden soll. Durch einen Druck auf die „Dim“-Taste lassen sich die 16 LEDs auf der Frontplatte abschalten, welche die Aktivität und die Datenrate der einzelnen Ports anzeigen: Bei der Entwicklung des Ewave hat Keces vielen Parametern Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sich auch schon bei anderen, durchweg teureren Switches als klangfördernd erwiesen haben.

Der Ewave benötigt Energie aus einem externen Netzteil: 12 Volt und 1 Ampere. Ein Schaltnetzteil gehört zum Lieferumfang
Der Ewave benötigt Energie aus einem externen Netzteil: 12 Volt und 1 Ampere. Ein Schaltnetzteil gehört zum Lieferumfang

Um dem Ewave das bestmögliche Umfeld zu bieten, integriere ich ihn anstelle des Ansuz Gold Signature PowerSwitch in die Kette im Hörraum. Dabei geht es natürlich nicht um einen extrem unfairen Vergleich, sondern erst einmal um ein paar Tage ununterbrochenes Einspielen. Dazu ist der Ausgang des ADOT-Medienkonverters mit dem Port 1 verbunden und der als NAS fungierende Melco und der Aries G2.2 mit den Ports 3 und 5. Die beiden letzteren habe ich ausgewählt, da die ungeraden LAN-Anschlüsse in der gleichen Ausrichtung montiert sind wie die des Ansuz, während Buchsen mit gradzahligen Nummern um 180 Grad versetzt eingebaut wurden. Bei der Benutzung der Ports 3 und 5 brauchen die nicht gerade flexiblen Digitalz D-TC Gold Signature nicht gedreht zu werden. Wenn ich für den Ewave vergleichbare Bedingungen schaffen will wie für das PowerSwitch, müssen auch die Ansuz Sortz mit umziehen, die einen nicht umbeträchtlichen Anteil zum Wohlklang meiner digitalen Wiedergabekette beitragen. Man kann natürlich trefflich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, ein relativ günstiges Switch mit Zubehör zum je nach Ausführung geringfügig höheren oder niedrigeren Preis zu tunen. Doch bevor ich zu kritischem Hören komme, lasse ich mich einmal mehr von Till Brönner und Dieter Ilgs Nightfall verzaubern: stimmungsvolle Dialoge von Trompete respektive Flügelhorn und Kontrabass, klangfarbenstark, rhythmisch ungemein spannend und hin und wieder mit ein wenig Elektronik gewürzt – ein Genuss.

Auf der Hauptplatine sitzt an zentraler Stelle der Temperatur-kontrollierte Taktgeber
Auf der Hauptplatine sitzt an zentraler Stelle der Temperatur-kontrollierte Taktgeber


  • Unison Research Unico PRE v2 und Unico DM v2

    Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn. Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der…
    07.04.2026
  • SendyAudio Egret

    Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis. Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt…
    03.04.2026
  • SOtM sMS-2000

    Roland Dietl benutzt in seiner verzweigten Digitalkette einige SOtM-Produkte – sowohl eigenständige Geräte als auch Platinen, die der Hersteller auf seiner Webseite unter Accessories auflistet – und ist von ihrer Qualität rundum überzeugt. Ich halte es mehr mit klassischen Komponenten. In einer solchen hat SOtM jetzt seine besten Lösungen gebündelt. Der sMS-2000 ist ein Streaming Transport mit der Möglichkeit, SSD-Disks zu integrieren. Der Hersteller beschreibt die Komponente so: „Das Herzstück des sMS-2000 bildet das hochgelobte…
    31.03.2026
  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026
  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.